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Tafel erinnert an Komponisten

Engelbostel Tafel erinnert an Komponisten

Das Kulturprojekt Langenhagen hat in Engelbostel eine Tafel enthüllt, die an einen talentierten Musiker erinnert: Komponist Helmuth Jörns (*1911) hatte gerade eine Familie gegründet, als er 1939 in die Armee eingezogen wurde. 1941 kam er nahe Reval im Krieg ums Leben.

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Christa Röder (von links), Pastor Rainer Müller-Jödicke, Holger Kiesé, Küsterin Lydia Schulz und Ortsbürgermeisterin Gudrun Mennecke enthüllen die Tafel.
Oehlschläger

Quelle: Nils Oehlschläger

Engelbostel. Das Freiluft-Museum ist ein Stückchen größer geworden. Vor dem Küsterhaus in Engelbostel erinnert nun eine Infor­mationstafel an dessen früheren Bewohner Helmuth Jörns. Sie ist eine von sieben in Engelbostel. Insgesamt gibt es 90 Gedenktafeln im Stadtgebiet, die das Kulturprojekt „Ganz Langenhagen ist ein Museum“ (Gliem) bislang aufgestellt hat.

„Das ist heute ein besonderer Termin“, sagte Christa Röder, bevor die Tafel vor dem Küsterhaus an der Martinskirche enthüllt wurde. Denn besonders war auch das musikalische Talent des 1911 in Engelbostel geborenen Helmuth Jörns. Schon im Kindesalter konnte der Sohn des örtlichen Hauptlehrers mehrere Instrumente spielen, darunter Klavier, Trompete und Orgel.

Seine ersten Gehversuche in der Komposition unternahm Helmuth Jörns in den Zwanzigerjahren, sein Stück „Symphonische Musik in drei Sätzen“ wurde 1930 uraufgeführt.

Daraufhin folgte eine intensive Zeit des Musikstudiums. In Hannover begann Jörns eine zweijährige Ausbildung zum Lehrer, nach der er sich in Sachen Musiktheorie, Komposition sowie Chor- und Orchesterleitung fortbildete sowie Musikabende veranstaltete.

Im Jahr 1935 folgte ein Studium der Musikerziehung und Kirchenmusik, 1937 schlug er nach bestandener Prüfung die Dozentenlaufbahn ein. Der damals 26-jährige Jörns unterrichtete daraufhin an der Pädagogischen Hochschule im ostpreußischen Elbing und gründete eine Familie.

Kurz darauf wurde er zur Wehrmacht eingezogen und kämpfte in Polen sowie Frankreich. Am 28. August 1941 verlor der musikalisch talentierte Jörns sein Leben an der Ostfront vor dem estnischen Reval (Tallinn).

Wie Pastor Rainer Müller-Jödicke sagte, würden die Infotafeln gerne und ausführlich gelesen. Das habe er bei den Aufstellern an der Martinskirche beobachten können. Ortsbürgermeisterin Gudrun Mennecke kündigte indes an, die Aktion mit dem Ortsrat Engelbostel weiter unterstützen zu wollen.

Kirchenmusiker Holger Kiesé zeigte sich zudem an der musikalischen Hinterlassenschaft Jörns interessiert. „Es wäre doch interessant, die Werke zu finden und hier gleich einmal aufzuführen“, sagte er.

Von Nils Oehlschläger

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