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Nachts soll es auf Straßen leiser werden

Langenhagen Nachts soll es auf Straßen leiser werden

Bald könnten in der Stadt die blauen Tüten knapp werden. Erneut hat die Verwaltung die Tempo-30-Schilder in Teilbereichen der Walsroder und der Theodor-Heuss-Straße neu verhüllen müssen. Für die aus Lärmschutzgründen aufgestellten Schilder fehlt weiter die behördliche Anordnung.

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Noch fehlt die Genehmigung: Die Stadtverwaltung hat das zum Lärmschutz der Anwohner vorgenommene Tempolimit vorerst wieder zurücknehmen müssen.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Unbekannte haben die mit blauen Säcken verhängten Tempo-30-Schilder sowohl an der Theodor-Heuss-Straße wie auch an der Walsroder Straße aus ihrer Verpackung geschält. Da aber die behördliche Anordnung über die nächtliche Geschwindigkeitsbegrenzung fehlt, musste die Verwaltung wieder ran - und verpacken.

Seit geraumer Zeit versuchen die Rathausmitarbeiter, den politischen Beschluss umzusetzen. Doch das zunächst genehmigte Tempolimit auf den beiden Strecken wurde im Februar letzten Jahres wieder aufgehoben, teilte auf Anfrage Stadtsprecherin Juliane Stahl mit. Der Grund ist die Änderung des Bundesimmissionsschutzgesetzes. Danach dürfen Tempo-Limits nur dann aus Lärmschutzgründen erlassen werden, wenn Gutachten mit einem Mindeststandard vorliegen. Sie müssen auch Informationen zur Randbebauung und zum Fahrbahnbelag berücksichtigen. Ab einem errechneten Durchschnittswert von 60 Dezibel muss eine Kommune ein Tempo-Limit erlassen, ab 52 Dezibel darf sie dies.

Entsprechende Gutachten liegen zwar vor. Eine Genehmigung des Verkehrsministeriums indes noch nicht. „Seither wurde noch keine neue Anordnung erlassen, sodass die Schilder verdeckt bleiben müssen“, erläutert Stahl. „Die Stadt Langenhagen bemüht sich derzeit intensiv um die Einholung der Zustimmung“, hebt sie hervor. Ob und wann mit der Genehmigung gerechnet werden könne, kann die Rathaussprecherin derzeit nicht abschätzen.

Unterdessen beantragte der unabhängige Ratsherr Wilhelm O. Behrens auch für die Bothfelder Straße zwischen Silberseesiedlung und Langenforther Platz eine schalltechnische Untersuchung für ein nächtliches Tempolimit. "Um eine belastbare Grundlage zu erhalten, welcher Lärm dort nachts herrscht", argumentiert Behrens.

Anette Mecke, Abteilungsleiterin für Verkehr und Straßen im Rathaus, erinnerte am Donnerstagabend im Verkehrsausschuss, dass die Bothfelder Straße bereits im Lärmaktionsplan aufgeführt sei. Allerdings habe der Bereich lediglich dritte Priorität, sagte Grünen-Fraktionschef Dirk Musfeldt. Denn anders als etwa an der Walsroder  oder Theodor-Heuss-Straße lebten die Anwohner dort viel weiter von der Fahrbahn entfernt, seien weniger vom Lärm betroffen, ergänzte Mecke. "Dafür nun Geld auszugeben, halte ich nicht für richtig", betonte Paul Dahlke (SPD).

Behrens erinnerte aber daran, dass sich in den vergangenen Jahren die Verkehrsströme auf der Bothfelder Straße "signifikant" verändert hätten. Das sieht auch Stadtbaurat Carsten Hettwer so. Sobald der Lärmaktionsplan wieder angefasst werde -  Hettwer meint in zwei Jahren - könne es durchaus sein, dass die Straße eine ganz andere Priorität erlange.

Gleichwohl: Zum jetzigen Zeitpunkt kommt Behrens Antrag der Politik zu früh - und wurde einstimmig abgelehnt.

Von Sven Warnecke

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