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Polizei patrouillert am Flughafen Hannover

Terror in Belgien Polizei patrouillert am Flughafen Hannover

Am Flughafen in Hannover-Langenhagen herrscht nach den Anschlägen in der belgischen Hauptstadt Brüssel erhöhte Alarmbereitschaft. Alle weiteren Flüge in und von Brüssel am Dienstag und der erste Flug am Mittwoch wurden gestrichen. Insgesamt bleibt die Lage ruhig, die Sicherheitsvorkehrungen sind verstärkt.

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Erhöhte Alarmbereitschaft am Flughafen Langenhagen nach den Anschlägen in Brüssel. 

Quelle: Christian Elsner

Langenhagen. Bereits kurz nach den ersten Meldungen über Explosionen in Brüssel hat der Flughafen Langenhagen auf die Anschläge in Belgien reagiert. „Hier wurden sofort die Sicherheitsmaßnahmen erhöht“, sagt Flughafensprecherin Malisa Schmidt. Unter anderem kontrollierten die Mitarbeiter jedes einzelne Fahrzeug, das in den Sicherheitsbereich rund um das Rollfeld wollte. „Sonst wird das nur stichprobenartig gemacht“, so Schmidt.

Auch am Flughafen in Hannover-Langenhagen herrscht nach den Anschlägen in der belgischen Hauptstadt erhöhte Alarmbereitschaft. Alle weiteren Flüge in und von Brüssel am Dienstag und der erste Flug am Mittwoch wurden gestrichen. Insgesamt bleibt die Lage relativ ruhig. 

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Auch die Bundespolizei setzte mehr Personal ein. In Minutenabständen patrouillierten schwer bewaffnete Beamte in Zweierteams in den Schalterhallen der Terminals. Dort blieb aber das große Chaos aus, obwohl Brusseles Airlines zwei Flüge in und drei aus der belgischen Hauptstadt strich. Lediglich der Flug um 6.55 Uhr startete noch am Morgen und landete noch sicher in Brüssel. „Viele Passagiere sind erst gar nicht an den Flughafen gekommen“, sagte ein Mitarbeiter am Brusseles-Airlines-Schalter. „Die meisten versuchen von zu Hause ihre Flüge umzubuchen.“

Acquah Kissi hingegen machte das lieber persönlich. „Unser Flug wäre erst morgen früh gegangen“, sagte der Ghanaer, der in Hannover lebt. Er wollte Mittwoch mit der 6.55-Uhr-Maschine mit seiner Frau und ihren zwei Kindern über Brüssel nach Accra fliegen. „Wir nehmen jetzt einen Flieger, der über London verkehrt“, so Kissi. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte: Denn noch während der junge Mann am Schalter von Brusseles Airlines stand, wurde auch der Flug gestrichen.

Trotz der Terroranschläge und der damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen wollen sich viele Hannoveraner offenbar aber nicht das Reisen verleiden lassen. „Eigentlich hat keiner auf seine Reise verzichtet“, sagte ein Mitarbeiter von Brusseles Airlines. Stattdessen hätten alle direkt einen anderen Flug gebucht. „Die meisten wollten ohnehin nur nach Brüssel, um dort in einen anderen Flieger zu steigen.“

Mehr Polizeipräsenz auch am Hauptbahnhof

Wer Dienstag vom Flugzeug auf die Bahn auswich, bemerkte auch am hannoverschen Hauptbahnhof eine stärkere Polizeipräsenz. „Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse zu den Anschlägen in Brüssel haben wir die schutzpolizeilichen Maßnahmen im Grenzraum erweitert“, sagte Bundespolizeisprecher Detlef Lenger. Neben dem Grenzgebiet mit den Benelux-Ländern sei davon vor allem die kritische Infrastruktur wie Flughäfen und Bahnhöfe betroffen. „Zu genauen Maßnahmen können wir aber aus einsatztaktischen Gründen nichts sagen“, so Lenger.     

Zu Verspätungen oder gar Zugausfällen in Hannover kam es nach Informationen der Bahn nicht. "Von den Anschlägen in Belgien sind drei ICE von Frankfurt am Main über Köln nach Brüssel sowie drei ICE von Köln nach Lüttich betroffen", sagte ein Unternehmenssprecher. Zudem endeten die Thalys-Züge, die in Deutschland unterwegs waren, in Aachen. Kunden, die ein Ticket für einen dieser Züge erworben hatten, können dieses kostenlos bis zum 11. April zurück geben und bekommen dafür den kompletten Kaufpreis erstattet.

Während in den Osterferien Familien auf Reisen von den Einschränkungen betroffen sein können, scheinen kaum organisierte Fahrten mit Kindern berührt zu sein. Mit dem städtischen Ferienservice sind aktuell keine Jugendgruppen in Belgien unterwegs. Die städtischen Angebote beschränken sich meist auf inländische Ziele oder Partnerstädte wie Posen. Der Stadtjugendring ging gestern davon aus, dass seine Mitgliedsorganisationen momentan ebenfalls keine Fahrten in Belgien veranstalten.

Von Jörn Kießler 
Und Bärbel Hilbig

Region fragt nach und hört: Alle okay in Brüssel

Es ist eine von den vielen Geschichten, die ein glückliches Ende gefunden haben an diesem Terrortag. Einfach so, weil sich Menschen verhalten, wie sie es immer getan haben. Lars König arbeitet für die niedersächsische Staatskanzlei in Brüssel, wochentags nimmt er die U-Bahn und steigt in der Station Maelbeek aus, eine Linie, die direkt unter dem Zentrum von EU-Institutionen entlangführt. König ist Frühaufsteher und immer eine Stunde eher unterwegs, ehe das Gedrängel auf den Stationen noch schlimmer wird. So war es auch am Dienstag. Als die tödliche Explosion andere Menschen in den Tod riss, hatte König die Station bereits verlassen.

Andreas Listing erzählte am Dienstag von Königs Erlebnis. Listing ist Leiter der Stabsstelle für Europaangelegenheiten bei der Region Hannover, und nachdem er von den Attentaten hörte, schickte er eine Rundmail an die Einrichtungen, mit denen die Region regelmäßig zu tun hat. Maelbeek, das ist auch die U-Bahnstation, wo diejenigen aussteigen, die im Ausschuss der Regionen Europas mitarbeiten. Listing erhielt Antworten, die er erhofft hatte. Alle meldeten sich, allen ging es gut. Lars König erzählte von seinem Glück, eine Kollegin berichtete, dass sie gerne ihre Kinder aus der Schule abholen wollte, aber nicht konnte: Sie durfte ihr Büro im Zentrum nicht verlassen.

In Hannover hörten Mitarbeiter einer Lindener Weinhandlung vom Brüsseler Terrorangriff. George Feiter hatte schon nach den Morden in Paris vor wenigen Monaten eine Tafel vor sein Geschäft gestellt. „Wir trauern um unsere französischen Freunde“, schrieb er mit Kreide darauf. Er kennt viele Freunde und Winzer dort, und irgendetwas wollte Feiter tun. Jetzt reagierte ein Mitarbeiter. Wieder steht eine Tafel vor dem Geschäft, ein Herz iat darauf gezeichnet und der Text „Wir denken an unsere Nachbarn“.

Die Region Hannover beschäftigt keine eigenen Mitarbeiter in Brüssel. Andreas Listing hat Anfang April wieder einen Termin dort. Er will auf jeden Fall hinfahren. „Ja, logisch“, sagt er, „ich werde mir von Terroristen mein Leben nicht vorschreiben lassen.“

Von Gunnar Menkens

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