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Theatersaal putzt sich raus

Langenhagen Theatersaal putzt sich raus

In drei Monaten ist es soweit: Nach einem Jahr wird der grundsanierte Theatersaal eröffnet. Noch im Februar glich er einer Großbaustelle, inzwischen putzt er sich buchstäblich heraus. Überraschungen erlebte die Stadt im Santitärbereich: Wände und Boden waren feucht, Leitungen maroder als gedacht.

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Der gesamte Bühnenraum bleibt in hellen Sandfarben gehalten. Im Vordergrund deuten nur ungezählte Kabel auf den Standort des neuen Technik-Regiepultes hin.

Quelle: Neander

Langenhagen. So richtig gemütlich ist es noch nicht. Die Stühle kommen erst Mitte Juli. Jede Menge Kabel ragen unverkleidet aus dem Boden. Dem Sanitärbereich fehlt zwischen Decke und Wänden noch ziemlich alles, was nötig wäre. Dennoch: Die Grundsanierung des Theatersaals hat den Endspurt erreicht. Spätestens in zwei Monaten soll der Innenausbau fertig sein. Die letzten vier Wochen vor der Wiedereröffnung Mitte Oktober gehören einzig der Feineinstellung der Technik.

Denn davon gibt es viel: Weil das komplette Bühnenhaus ausgetauscht worden ist, müssen Beleuchtung und Akustik von Grund auf neu installiert und eingestellt werden. Alle vorbereitenden Arbeiten verlaufen derzeit in Plan und Budget, wie der städtische Projektleiter Frank Güsewelle bei einem Rundgang über die Baustelle betont. Gemäß eines Ratsbeschlusses sollen 1,9 Millionen Euro nicht überschritten werden.

Das gilt jedoch nicht für alle Bereiche: Parallel zum Umbau Theatersaals, bei dem es vor allem um Brandschutz und Barrierefreiheit geht, läuft auch die Sanierung der Sanitärbereiche. "Die wären sowieso dran gewesen", erläutert der Hochbauleiter Carsten Busch. Doch beim Aufbruch von Wänden und Boden offenbarten sich unerwartete Altlasten. "Die Wände und der Estrich waren feucht hinter den Fliesen." Auch die Leitungen zeigten sich maroder als gedacht. Der Etat für die Sanierung musste entsprechend angepasst werden. Insgesamt steckt die Stadt jetzt rund 100.000 Euro allein in die Aufarbeitung der Toiletten. Genutzt wurde der Umbau des Theatersaals zudem für den Einbau einer Brandmeldeanlage in der angrenzenden Robert-Koch-Realschule. Die gab es laut Busch zuvor nur in "rudimentärer Form".

Weil sie für den Schulbetrieb nicht wichtig ist und Arbeiten daran diesen auch nicht stören, wird die Rampe vor dem Eingang des Theatersaals erst nach Ende der Sommerferien umgebaut. Sie erhält künftig eine bessere Beleuchtung sowie Ruhepodeste, um die Steigung leichter bewältigen zu können.

Endspurt gehört den Technikern

Die letzten vier Wochen vor der Wiedereröffnung Mitte Oktober gehören vor allem der Feinausrichtung der Technik. Im Bühnenhaus wurden sämtliche Züge erneuert, an denen Bühnenbilder oder Scheinwerfer befestigt werden. Über dem Publikumsraum wurden an der Decke ebenfalls Traversen für Scheinwerfer fest installiert. Sie werden über einen Lift bestückt, der zwischen den Stuhlreihen bewegt werden kann.

Erst wenn der gesamte Innenraum fertig ausgebaut ist, können die Akustiker beginnen. Dann wird über Messungen ermittelt, in welcher Anzahl und Größe Reflektionselemente an den Wänden aufgehängt werden müssen. Eine besondere Herausforderung war bei der Konstruktion die Empore. Aus Sicherheitsgründen musste die Brüstung erhöht werden. Um dadurch die Sicht der Zuschauer nicht zu beeinträchtigen, erhielt die Empore nicht nur einen abgestuften Boden, sondern auch eine Brüstungserhöhung aus Glas. Weil aber Glas den Schall ablenkt, wurde die Barriere leicht geneigt installiert. Zudem wurden ohnehin erstmals zusätzliche Lautsprecher an die Decke gebracht. Im Erdgeschoss ermöglichen Induktionsschleifen auch Trägern von Hörgeräten künftig einen obtimalen Klang.

Die Zahl der Sitze erhöht sich von 560 auf 593. Hinzu kommen zehn auf den gesamten Saal verteilte Rollstuhlplätze. "Wir haben keine gesonderte Reihe dafür vorgesehen, sondern immer die Stellplätze neben einen normalen Stuhl gesetzt", erläutert Projektleiter Frank Güsewelle. Für Sehbehinderte wird das Leitsystem vom unlängst neu gestalteten Schulhof aufgenommen und bis zum Haupteingang des Theatersaals fortgesetzt.

Mimuse bespielt Premiere

Die offizielle Wiedereröffnung des Theatersaals obliegt dem Programmstart der Mimuse mit einem Gastspiel eines vertrauten Gesichts: Matthias Brodowy, der auf den Langenhagener Bühnen inzwischen eine zweite Heimat hat, gastiert im Theatersaal mit dem Quartett "LaLeLu", das sich selbst mit A-Capella-Comedy umschreibt. Der Vorverkauf hat begonnen. Karten (17 Euro bis 22 Euro, 15 Euro für Rollstuhlfahrer) gibt es in der Geschäftsstelle von HAZ und NP im City Center.

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Von Rebekka Neander

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