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Tieren helfen, aber die Frage ist - wie?

Krähenwinkel Tieren helfen, aber die Frage ist - wie?

Hunde, Katzen und sonstige Kleintiere haben im Tierheim Krähenwinkel oft einen trostlosen Alltag. Wie können Tierfreunde dort am besten helfen?

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Unser Autor Nils Oehlschläger mit Hund Duffy. Er hat einen Tag lang das Tierheim des Tierschutzvereins Hannover und Umgegend in Krähenwinkel besucht und sich dort nicht nur umgeschaut, sondern auch als Gassigeher betätigt.

Quelle: privat

Langenhagen. Bereits kurz vor 13 Uhr sind so gut wie alle Parkplätze belegt - dann hat das Tierheim für Besucher geöffnet. Die ersten Gassigänger machen sich mit ihren tierischen Begleitern auf den Weg zu einem Spaziergang durch die Felder. Schon bei der Begegnung mit dem ersten Hund macht dieser nicht gerade den freundlichsten Eindruck: Ein Maulkorb verdeckt seine Schnauze, während er zu Knurren beginnt. Seine Begleiterin hält ihn zurück und grüßt mit einem freundlichen Lächeln. Soweit so gut.

„Das Leben der Tiere hier ist schon trist“, sagt Tierheim-Leiterin Anke Forentheil. 86 Hunde, 105 Kleintiere wie Kaninchen und Hamster sowie 283 Katzen pflegt sie mit ihren Kollegen tagtäglich. Doch mit dieser Aufgabe sind die Mitarbeiter des Tierheims nicht allein: Viele Menschen kommen von nah und fern, um die Tiere für einen Moment zu beschäftigen. „Wir sind sehr glücklich, dass wir so viele Tierfreunde haben“, sagt Forentheil. Dass der Zuspruch da ist, zeigt sich auch an der Zahl der Patenschaften. „Eigentlich hat jeder Hund hier einen Paten“, sagt Tierpflegerin Jennifer Lange. Die Paten haben ein besonderes Pflegeverhältnis zu ihrem Tier und dürfen mit ihm auch am Sonnabend durch die Felder schlendern, wenn das Tierheim für den normalen Betrieb geschlossen ist.

Besonders bei den Hunden ist die Nachfrage groß. „Manchmal sind schon die Tiere knapp, um sie rauszugeben“, sagt Lange. Dennoch freuen sich die Tiere über reichlich Auslauf. „Wir haben eine Tierfreundin, die geht jeden Tag mit drei Hunden eine Runde raus“, sagt die Tierpflegerin.

Um es der Frau nachzutun, braucht es nicht viel. „Gassigänger müssen volljährig sein und einen gültigen Personalausweis vorlegen“, sagt Lange. Damit soll verhindert werden, dass ein Hund durch einen Unbekannten gestohlen werden kann. Ob man als Gassigänger bereits Erfahrung mit Hunden hat, sei nicht entscheidend, jedoch von Vorteil. „Da muss man schauen, was vom Gemüt her passt“, sagt Lange. Außerdem sei den Anweisungen der Tierpfleger ohne Ausnahme Folge zu leisten, fügt Lange an. „Es kann sein, dass Hunde auf einmal andere Hunde anbellen oder sich auffällig verhalten“, sagt sie. „So etwas sollte dann bei uns gemeldet werden.“

Erziehung sei jedoch nicht Sache der Gassigänger, sagt Tierheim-Leiterin Forentheil. „Die Tiere sollen sozial verträglich sein, unter Artgenossen und mit Menschen.“ Bei den Katzen gebe es viele sozial schwierige Fälle, „wir haben aber auch verschmuste Katzen“, sagt Forentheil. Daher können auch Jugendliche zum Katzenkuscheln kommen, um die Tiere an Menschen zu gewöhnen.

„Kuscheltiere“ seien Hasen, Hamster und Meerschweinchen hingegen nicht, wie Tierpflegerin Ulrike Thiem klarstellt. „Die brauchen ein großes Außengehege mit Raum zum Buddeln“, sagt sie. Auch ein halbes Zimmer in einer Wohnung würde genügen. Um den Kleintieren im Tierheim eine artgerechte Versorgung zu bieten, hat sich Forentheil den Umbau des Kleintierbereichs auf die Fahne geschrieben. Wann es jedoch dazu kommt, ist bisher nicht abzusehen.

Auch ist den Tieren im Tierheim ganz einfach durch Beschäftigung geholfen. „Hunde hört man sonst laut meckern, während Katzen sich einfach langweilen“, sagt Forentheil. Den bellenden Tieren könne jedoch auch durch eine Spende von Kauknochen geholfen werden, mit denen sie sich tagsüber beschäftigen können. Auch für Futter- und Geldspenden sind die Mitarbeiter des Tierheims immer dankbar.

Von Nils Oehlschläger

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