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Verein vermittelt Tiere auf Zeit

Engelbostel Verein vermittelt Tiere auf Zeit

Mit ihrem Tierschutzverein Fellnasen vermittelt Daniela Werner aus Engelbostel Tiere auf Zeit in ganz Deutschland. Im vergangenen Jahr hat der Verein zudem ein Tierheim in Bulgarien eröffnet.

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Daniela Werner, die Vorsitzende des Langenhagener Tierschutzvereins Fellnasen, peppelt kranke oder hilflose Tiere auf und vermittelt sie an private Unterstützer.

Quelle: privat

Langenhagen. Wenn Tiere krank, verletzt oder alleingelassen sind, schaltet sich Daniela Werner ein. Oftmals wird sie von einem überforderten Haustierbesitzer kontaktiert, der sie um Hilfe bittet. Dann kümmert sich die Vorsitzende des Tierschutzvereins Fellnasen. Dieser nimmt hilfsbedürftige Hunde und Katzen auf, versorgt sie und vermittelt die Tiere an private Unterstützer, sogenannte Pflegestationen.

Diese Freiwilligen können auf bestimmte Zeit eine Katze oder einen Hund des Vereins beherbergen. Der eingetragene Verein übernehme währenddessen die Kosten für die medizinische Versorgung des Tieres, wenn nötig bezahle er auch das Futter, sagt Werner. Im Gegenzug müssten die Privatleute vertraglich zusichern, sich um das Tier zu kümmern - und von Werner für geeignet erachtet werden.

„Wir haben auch ganz viele ,Pflegestellenversager‘“, sagt die Engelbostelerin. Damit meint sie jedoch nicht jene, die nach Werners Ermessen als Tierhüter ungeeignet seien. Die Vorsitzende spricht dann von Pflegestellen, die das Tier auch über den vereinbarten Zeitraum hinaus beherbergen wollen. Generell seien längere Pflegezeiträume, etwa von einem Jahr, besser für das Tier, sagt Werner, damit es in kurzer Zeit nicht so oft den Besitzer wechseln müsse. So soll ein für Tier und Helfer passender Zeitraum gefunden werden.

Auf etwa 35 private Herbergen könne der Verein aktuell in ganz Deutschland zurückgreifen, sagt die Vereinsvorsitzende. Dazu unterhalten die Tierschützer auch ein Tierheim im bulgarischen Varna, das auf Werners Initiative im Mai 2015 eröffnet werden konnte. Die Arbeit dort berge durchaus ihre Tücken, sagt Werner. „In Südosteuropa sind die Zustände für Tiere wesentlich schlimmer.“

Sie fährt regelmäßig nach Bulgarien, um dort nach dem Rechten zu sehen. Die medizinische Versorgung der Tiere übernehme eine Klinik, mit der der Verein eine Kooperation geschlossen habe. Als man dort im Dezember etwa 4500 Euro Schulden gehabt habe, hätte der Verein via Facebook um Spenden gebeten. Die finanzielle Hilfe von Mitgliedern und Sympathisanten habe so ein Ende dieser Zusammenarbeit verhindert.

Der Verein ist auf diese finanzielle Unterstützung angewiesen. Mit den Spenden und Mitgliedsbeiträgen können die elf in Deutschland und drei in Bulgarien stationierten Ehrenamtlichen die Dutzenden Hunde und Katzen versorgen. Der Mitgliedsbeitrag liegt bei mindestens 30 Euro im Jahr. Spenden nimmt der Verein in jeglicher Höhe entgegen. „Die Masse machts“, sagt Werner, „Wenn es denn eine Masse wird.“

Der Verein sucht ein Haus

Der Verein Fellnasen sucht eine Immobilie, um dort einen Hort für Tiere einzurichten. Gesucht wird ein Bauernhof oder ein großes Haus zur Miete. „Ich brauche ein Nebengebäude, welches ich umbauen kann“, sagt die Vorsitzende Daniela Werner. Um dort Hunde und Katzen artgerecht unterbringen zu können, muss sie entsprechende Regeln beachten. Bei Hunden seien diese durch die Tierschutz-Hundeverordnung geregelt, sagt Regionssprecherin Carmen Pförtner. Dort ist beispielsweise festgelegt, dass einem Hund ausreichend Auslauf im Freien ermöglicht werden muss. Bei der Haltung in geschlossenen Räumen muss Tageslicht durch eine Öffnung gewährleistet sein, deren Größe mindestens ein Achtel der Bodenfläche beträgt. Die Größe eines Zwingers muss zudem mindestens zwei Meter an jeder Seite betragen und richtet sich ansonsten nach der Widerristhöhe, also dem Abstand vom Boden bis über die Schulter. Bei Katzen gebe es keine gesetzlichen Vorschriften, die Region richte sich jedoch nach den Empfehlungen der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz. Gefordert sind demnach 15 Quadratmeter uneingeschränkt nutzbare Fläche für ein bis zwei Tiere und zwei weitere Quadratmeter für jede weitere Katze bei Haltung in geschlossenen Räumen.

Von Nils Oehlschläger

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