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Schulbauten werden Marathon-Aufgabe

Langenhagen Schulbauten werden Marathon-Aufgabe

Mit gut drei Stunden Dauer ist die Premiere des Technischen Schulbauausschusses ein Omen: Die vielen Schul-Neu- und Umbauten in Langenhagen werden eine Marathon-Aufgabe. Und sie werden viel Geld kosten. Eine erste, noch sehr ungenaue Kostenschätzung sieht das Gymnasium bei knapp 70 Millionen Euro.

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Wie viele Schulen in Langenhagen gravierend umgebaut werden müssen, zeigt die Zahl der neuen Ausschussmitglieder: Die Vertreter der Schulen mussten bei ihrer Verpflichtung Schlange stehen. Links im Bild wartet Constrata-Geschäftsführer Jens Kerkhoff auf den Beginn seines Vortrages.

Quelle: Neander

Langenhagen. Eines steht außer Frage: Die Zeit drängt. Das gilt sowohl für den Neubau des Gymnasiums als auch für die Neustrukturierung mit Neubau und Sanierung der IGS Zentrum. Vor wichtigen Entscheidungen steht auch die IGS Süd, die bereits für das Schuljahr 2018/2019 rund ein Dutzend zusätzliche Räume braucht. Politik und Verwaltung stehen deshalb bereits in diesem Winter vor Grundsatzentscheidungen. Ein Überblick:

Gymnasium

Hier kann es eigentlich losgehen: Das Raumprogramm ist fertig, die Verhandlungen für das Grundstück an der Rennbahn mit Landeshauptstadt und Rennverein gelten als abgeschlossen. Jetzt muss sich die Stadt nur noch entscheiden, welches Vergabeverfahren eingeleitet werden soll. Diese Entscheidung aber muss schnell fallen, denn zwischen diesem Beschluss und einem ersten Spatenstich stehen rechtlich unverrückbar viele Monate der Planung.

Der Technische Schulbauausschuss will dem nicht entgegenstehen und noch Ende Februar entscheiden. Deshalb steht jetzt sogar zur Debatte, ob der Rat der Stadt seine für Montag, 27. Februar, angesetzte Sitzung verschiebt, damit auch dieses Gremium nicht erst einen ganzen Monat später offiziell die Weichenstellung bestätigen kann. Mit dem Bau könnte aber auch dann frühestens Anfang 2019 begonnen werden.

Das von Constrata-Geschäftsführer Jens Kerkhoff am Donnerstag vorgestellte Raumprogramm ist das Ergebnis diverser Planungsgespräche zwischen Schulvertretern, Verwaltung und Bauexperten. Auf Basis weiter steigender Schülerzahlen wird das Gymnasium nun durchgängig 7-zügig geplant. Deshalb wächst es auf nun gut 19.000 Quadratmeter für alle Gebäude und Sportflächen. Eingerechnet sind darin bereits alle sogenannten Technik-, Verkehrs- und Konstruktionsgrundflächen.

Damit, so Kerkhoff, ist auch erstmals ein Blick auf die Kosten erlaubt, den der Bauingenieur "als Fluch der ersten Zahl" aber nur mit aller Vorsicht wagt. Danach schätzt Constrata die Investition im groben Mittel auf etwa 67,9 Millionen Euro. "Allerdings mit einer Schwankungsbreite von plus/minus 20 Prozent!" Für das Grundstück, so Stadtbaurat Carsten Hettwer in der Sitzung, stehen im Haushalt 2017 bereits weitere fünf Millionen Euro. "Die just heute aber erfolgreich beendeten Verhandlungen mit der Landeshauptstadt als Eigentümerin und dem Rennverein als Erbaupachtnehmer erlauben aber die Hoffnung, dass wir mit weniger auskommen werden."

IGS Zentrum

Das Raumprogramm für die IGS an der Konrad-Adenauer-Straße ist noch in Arbeit. Dafür muss als nächstes erarbeitet werden, welche Nutzungsart die Räume in den sanierungswürdigen Trakten E, F und G haben sollen. "Daraus ergibt sich, welche Räume in den nötigen Neubau einziehen sollen", erläuterte Jens Kerkhoff.

Für eine gewisse Überraschung sorgte Kerkhoff allerdings mit einem anderen Gedankenspiel: Die Straße Am Schulzentrum zieht sich in Nord-Süd-Achse durch das Schulgelände. "Wir haben überlegt, wie wir mit dieser Zäsur innerhalb des Schulareals umgehen." Gemeint ist die Belegung des D-Traktes, der als einziges östlich der Straße liegt. Constrata schlägt nun vor, darin die Bläserklassen zu belassen. Aus den übrigen allgemeinen Unterrichtsräumen des D-Traktes jedoch ließe sich ein neues Domizil für die Stadtbücherei gestalten, die - gemäß Ratsbeschluss - aus den gemieteten Räumen an der Schützenstraße ausziehen soll. All dies aber seien nur Ansätze, die in der Lenkungsgruppe und in der Politik weiter beraten werden müssten.

Eine erste wirkliche Kontroverse zeigt sich bei der Planung der neuen Veranstaltungssporthalle, die gemäß eines Ratsbeschlusses im Stadtzentrum eine Entlastung für die Rathenaustraße liefern soll. Dort kollabiert rund um die Robert-Koch-Realschule regelmäßig die Parkplatz-Situation, wenn in der dortigen Sporthalle größere Veranstaltungen mit Gastspielen im Theatersaal ebendort kollidieren. "Eine Sporthalle mit Tribüne dieser Art muss mindestens drei Felder haben", erläuterte Kerkhoff. Er warb im Ausschuss für die sofortige Bebauung des derzeitigen B-Platzes direkt an der Konrad-Adenauer-Straße.

"Den Bolzplatz, also eine Wiese mit zwei Toren, können wir auch im Stadtpark ansiedeln", ergänzte Hettwer. Vor allem könne damit die Peko-Halle im Norden des Grundstückes deutlich schneller abgerissen werden. "Wir gewinnen dadurch sehr schnell mehr Variationsfläche für die Koordination der vielen Neu- und Umbauten der IGS", betonte Kerkhoff.

Widerspruch gegen diese Idee kam aus den Reihen des Gymnasiums. Sowohl Schulleiter Matthias Brautlecht als auch Stufen-Koordinatorin Silke Kaune werten die Bebauung des B-Platzes vor dem Auszug des Gymnasiums als unzumutbare Belastung für den Unterricht in den Containern auf dem benachbarten Sportplatz.

IGS Süd

Die IGS Süd benötigt bis zum Schuljahresbeginn 2018/2019 mindestens zehn weitere Unterrichtsräume. Sowohl Kerkhoff als auch Hettwer betonten in der Sitzung einmal mehr die sehr enge Raumsituation auf der Gesamtfläche der Grund- Gesamtschule zwischen Wohngebiet und angrenzendem Stadtpark. "Wir werden deshalb leider noch einen weiteren Interimsbau errichten müssen, wie wir ihn bereits südlich der Schule jetzt gebaut haben", räumte Hettwer ein. Wie und wo ein erster Bauabschnitt der Schulerweiterung entstehen kann, hängt vom Raumprogramm ab, das jedoch noch nicht fertig ist.

Wie geht es weiter?

Als erstes muss der Bildungsausschuss das neue Raumprogramm des Gymnasiums offiziell empfehlen. Der Technische Schulbauausschuss entscheidet über die Wahl des Vergabeverfahrens, um einen Architekten und ein Planungsbüro zu bestimmen. Derzeit ist eine gemeinsame Sondersitzung beider Gremien für Montag, 27. Februar, geplant. Damit könnte der Rat der Stadt beide Beschlüsse am Dienstag, 28. Februar, verabschieden.

Von Rebekka Neander

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