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Wümmehof Anlieger sind sich nicht grün

Langenhagen Wümmehof Anlieger sind sich nicht grün

330 Hektar Wiesen, Parks und Grünstreifen mit vier Friedhöfen, 80 Spielplätzen und 22.000 Bäume zählen zu Langenhagens Stadtgrün und sind in vier Pflegestufen unterteilt. Kategorie Eins wird am intensivsten gepflegt, der Grünstreifen am Wümmehof zählt zur Kategorie Zwei.

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So sieh der städtische Grünstreifen am Wümmehof nach der Pflegemaßnahme aus. Büsche wurden auf den Stock zurück geschnitten.

Quelle: PATRICIA CHADDE

Langenhagen. Manuela Hertel, Leiterin der städtischen Abteilung 67, beschäftigt sich hauptberuflich mit der Betreuung von Langenhagens Stadtgrün und Friedhöfen. Am Dienstagabend steht sie 19 unzufriedenen Anliegern eines knapp 600 Quadratmeter großen Grünstreifens am Wümmehof Rede und Antwort. Neben ihr hat Mirko Heuer Platz genommen. „Ich bin Bürgermeister dieser schönen Stadt und hoffe, Missverständnisse auszuräumen“, sagt er.

Während seiner Vorstellung, unterbricht ihn eine Zuhörerin. Sie möchte einen Brief verlesen. Die Vorleserin stellt klar, dass sie weder in der Partei des Bürgermeisters sei, noch ihn duze und sich derartige Unterstellungen von Anliegern des Wümmehofes verbittet. Es wird deutlich: Es geht nicht ums Stadtgrün, es geht um Persönliches. Es ist nicht der erste Brief von Renate Bretschneider. Aber eines ihrer Schriftstücke, im Herbst 2016 formuliert und von mehreren Anliegern unterschrieben, forderte die Stadt auf, die Grünflächenpflege am Wümmehof ernst zu nehmen. Das Schreiben endete mit der Androhung weiterer Schritte.

Hertel reagierte ebenso umgehend wie professionell und lud am 8. November zu einer gemeinsamen Begehung ein. Die Briefschreiberin nahm den Termin nicht wahr. Dafür entdeckte die Expertin des Grünflächenamtes eigenmächtig platziertes Immergrün, das nicht unter städtischen Bäumen vorgesehen ist. Hertel beauftragte die städtische Kolonne. Konnte man vorher „bei Dunkelheit nicht erkennen, ob sich jemand hinter dem Busch versteckte“, wie im Anliegerbrief beklagt wurde, herrscht seit dem Rückschnitt Durchblick. Der Wildwuchs wurde entsorgt. Hatte die Stadt wegen der Aufforderung zur Grünflächenpflege zunächst den Eindruck, diese sei von allen Wümmehof-Anliegern gewünscht, musste sie später erfahren: Ebenso viele missbilligen den städtischen Einsatz.

„Zukünftig werden wir mit allen Anliegern Kontakt aufnehmen“, stellte Heuer in Aussicht. Täglich erlebt er, dass Menschen sehr unterschiedliche Vorstellungen vom Umgang mit ihrer grünen Umgebung haben. „Ein Anlieger des Weiherfeldes forderte uns auf, endlich das Laub wegzuräumen“, berichtete Heuer. Danach wütete indes der Nachbar, dass die Stadt rücksichtslos Igel und anderes Getier obdachlos mache.

In den 90 Minuten mit Heuer klagten die Anlieger über zu viel oder zu wenig Beleuchtung, über Baumschatten, über fallendes Laub sowie über Müllbeutel, die am falschen Tag und aus dem falschen Jahr herausgestellt werden. Ein Nachbarsbusch erregt ebenso Unmut wie ein ungepflegter Gehsteig im Besitz der Paracelsus-Klinik. Einen Ausdruck der Wertschätzung, dass Manuela Hertel und Mirko Heuer den Anliegern des Wümmehofs Zeit, Aufmerksamkeit und guten Willen widmeten, gab es nicht.

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Die professionelle städtische Grünpflege sorgt für Licht und freien Blick.

Quelle: PATRICIA CHADDE

Von PATRICIA CHADDE

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