Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Kinder mögen „wilde“ Tomaten

Langenhagen Kinder mögen „wilde“ Tomaten

Tomaten aus dem eigenen Anbau werden immer beliebter. Der Pflanzenverkauf von historischen Sorten am Sonnabend auf dem Markt in Langenhagen beweist das Interesse: Schon am frühen Morgen ist die Schlange der Käufer auf dem Marktplatz entsprechend lang.

Voriger Artikel
Polizei nimmt Mann nach Trunkenheitsfahrt fest
Nächster Artikel
Freibad Godshorn ist Thema im Ausschuss

Regina Kirschning (links) hat alle Hände voll zu tun, um zu beraten und zu verkaufen.

Quelle: Kallenbach

Langenhagen. Regina Kirschning ist sich mit den Tomatenliebhabern an ihrem Verkaufstisch einig: „Zum Raus-
stellen ist es noch zu kalt. Heute Morgen waren vier Grad.“ Familie Kirschning – das sind Werner und Regina, der Sohn, die Schwiegertochter und der Enkel – haben zu diesem Verkaufstag in Langenhagens Zentrum etwa 70 Sorten historischer Tomatenpflanzen mitgebracht. Sie gehen schon am frühen Vormittag weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.

Die Erfahrung bestätigt: Tomaten, und besonders die im eigenen Garten reifenden, werden immer beliebter. Bereits seit acht Jahren fördern die Kirschnings durch Verkauf an zwei Tagen im Jahr das Bemühen, die alten Sorten zu erhalten. Bei der Aktion unterstützen sie der BUND und der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN). Vor allem aber steht die Gärtnerei Nötel aus Jeinsen mit dem notwendigen Pflanzennachschub dahinter. Nötel hat weltweit mehr als 300 verschiedene Sorten gesammelt und vermehrt. Dabei verwendet der Betrieb – zum Schutz der Moore – nur torffreies Substrat und Kompost vom hannoverschen Abfallentsorger Aha.

Auf dem Langenhagener Marktplatz erkennt Regina Kirschning inzwischen ihre „Pappenheimer“ in Sachen Tomaten an den Wünschen. „Für Kinder werden gern Wildtomaten und die kleinfrüchtigen genommen“, berichtet sie. Dann gebe es noch die vielen Spezialisten, die ihre ausgefallenen Sorten kaufen wollen – wie im Vorjahr. „Andere suchen wagemutig und neugierig etwas Neues.“ Welche Pflanzen am besten über den Verkaufstisch gehen, lasse sich also so allgemein nicht sagen. „Aber sie gehen gut“, sagt Regina Kirschning. Im Vorjahr stand die Familie beim Verkauf am Moorinformationszentrum (Mooriz) in Resse nach kurzer Zeit mit leeren Händen da und musste einen ganzen Wagen voll Pflanzen kurzfristig nachordern.

Der finanzielle Überschuss aus dem Pflanzenverkauf in Langenhagen und in Resse wird für Naturschutzprojekte verwendet. In diesem Jahr profitieren Mauersegler davon, die als Gebäudebrüter im Zuge von Wärmeschutzmaßnahmen an Gebäuden ihre Brutnischen verlieren.

„Sie sind nicht so wässerig wie Tomaten aus dem Handel“, unterschreiben am Sonnabend viele Käufer in Langenhagen ihre Beweggründe, weshalb sie sich nun auf das Heranziehen des eigenen Fruchtgemüses im Garten verlegen. Fachleute und Förderer des heimischen Anbaus alter Sorten erklären das geringere Aroma von Tomaten aus dem regulären Handel mit den dort notwendigen Transportwegen. Statt in der Sonne am Strauch voll auszureifen, um den typischen Geschmack zu entwickeln, müssten die Tomaten für das Angebot im Laden vorzeitig geerntet werden. Bei der Zucht wurde entsprechend auf eine geringere Druckempfindlichkeit der Früchte geachtet, die Festigkeit der Haut wurde wichtiger, und der gute Geschmack sei seinerzeit in den Hintergrund geraten, heißt es von den Kirschnings.

Die nächste Gelegenheit zum Kauf historischer Tomatenpflanzen bietet sich bereits am Freitag, 12. Mai, im Mooriz in Resse. In der Zeit von 15 bis 19 Uhr liegt dort außerdem ein Restposten torffreier Erde bereit. Die Sackware zu 40 Litern kostet 7 Euro. Das Mooriz, Altes Dorf 1b, ist von 11 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

doc6uqa7mucjkxoyrndsu

Fotostrecke Langenhagen: Kinder mögen „wilde“ Tomaten

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Schulzentrum Langenhagen

Nahezu vollständig müssen das Gymnasium und ein Teil der IGS abgerissen und neu gebaut werden, weil der Brandschutz nicht gewährleistet ist. Mehr zum Schulzentrum Langenhagen lesen Sie hier. mehr