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Vier Vorschläge und sehr viele Fragen

Langenhagen Vier Vorschläge und sehr viele Fragen

Weil der Bundestag nach der Sommerpause darüber entscheiden wird, welche Form der Sterbehilfe künftig erlaubt sein soll, hat die Langenhagener SPD zu einer Diskussion über das Thema eingeladen. 30 Besucher kamen dazu in den VHS-Punkt und debattierten mit.

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Rund 30 Interessierte diskutieren mit Seelsorgepastor Andreas Kunze-Harper, der SPD-Bundestagsabgeordneten Caren Marks und den SPD-Landtagsabgeordneten Marco Brunotte und Thela Wernstedt.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Langenhagen. Mit „Sterbehilfe - Erlösung oder Straftat“ war die Veranstaltung überschrieben. Die überaus nachdenkliche Diskussion, was als Beihilfe zur Selbsttötung erlaubt sein soll und was nicht, offenbarte, wie viele Fragen noch keine Antwort haben.

Auf dem Podium nahmen SPD-Bundestagsabgeordnete Caren Marks, Seelsorger und Pastor Andreas Kurze-Harper sowie SPD-Landtagsabgeordnete und Ärztin Thela Wernstedt Platz. Landtagskollege und Langenhagens SPD-Vorsitzender Marco Brunotte übernahm die Diskussionsleitung.

Marks hat ihre Meinungsbildung zum Thema Sterbehilfe bereits abgeschlossen. Sie und weitere hundert Politiker, die unter diesen Antrag ihren Namen setzten, wollen einen ärztlich assistierten Suizid, um das nach ihrer Einschätzung schärfere ärztliche Berufsrecht auszuhebeln. Ein weiterer Antrag, der bislang mit 200 Unterschriften die meisten Befürworter hat, will die geschäftsmäßige Sterbehilfe verbieten egal ob sie von Vereinen oder Ärzten ausgeführt wird. Straffreiheit bei Hilfe zur Selbsttötung thematisiert der dritte und Totalverbot jeder Art von Sterbehilfe sieht der vierte Gesetzesentwurf vor.

Über organisierte Sterbevereine in der Schweiz informierte Wernstedt, die als Oberärztin für Palliativmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover tätig ist. „Diese zwei Vereine leisten Suizidhilfe“, erläuterte die Medizinerin. Ihren Angaben zufolge fahren etwa 250 Menschen jährlich, die Zahl bleibt konstant, zu den Eidgenossen. Zudem machte Wernstedt deutlich, dass gegenüber Ärzten, die Sterbehilfe leisteten, zum Teil wüst vorgegangen und sogar ihre Approbation durch die Ärztekammer abgesprochen wurde. Sie plädierte für eine Einzelfalllösung und lehnte eine gewerbsmäßige Sterbehilfe ab.

Margit Tobie, Geschäftsführerin des Langenhagener Hospizvereins und seit 15 Jahren Betreuerin von schwerkranken Menschen, gab zu bedenken, dass Kranke keinen vorzeitigen Tod wollen, auch wenn sie wissen, dass sie bald sterben. Brunotte möchte die Diskussion nach der Entscheidung in Bundestag fortsetzen.

Auf der Internetseite des Deutschen Bundestages (Bundestag.de) sind unter "Dokumente" alle Vorschläge und Auszüge der Bundestagsdebatte aufgeführt.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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