Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Vorsicht bei Wachskerzen am Baum

Langenhagen Vorsicht bei Wachskerzen am Baum

Das Weihnachtsfest kann beginnen. Das Wohnzimmer ist festlich mit Adventskranz und Tannenbaum geschmückt, es duftet nach Zimt, Wachskerzen schaffen eine wohlige Atmosphäre. Doch gerade in der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel steigt die Zahl der Unglücksfälle durch Brände bekanntermaßen sprunghaft an.

Voriger Artikel
Labrador Ninja sammelt fürs Kinderhospiz
Nächster Artikel
Einbrecher flüchten vor Anwohnern

Vorsicht: Wachskerzen an Weihnachtsbäumen können Brände verursachen.

Quelle: Roland Weihrauch

Langenhagen. Die beschauliche Weihnachtsstimmung kann dann schnell getrübt werden. Jährlich verursacht der unsachgemäße Umgang mit Kerzen zahlreiche Wohnungsbrände in Deutschland. Die Sach- und Personenschäden seien in erster Linie auf trockene Adventskränze und -gestecke, die in Brand geraten, sowie echte Kerzen an Weihnachtsbäumen zurückzuführen, sagt Langenhagens Feuerwehrsprecher Stephan Bommert.

Dabei erinnert er auch an den verheerenden Brand im Januar in Krähenwinkel. Dort hatten wohl Wachskerzen zunächst den Baum entzündet, in der Folge brannte das Haus nieder. Verletzt wurde damals niemand. Doch der Schaden betrug etwa 250.000 Euro, ruft Bommert in Erinnerung.

Damit die Feiertage gelingen, hat die Feuerwehr Tipps parat, wie Unglücke vermieden werden können. „Lassen Sie Kerzen niemals unbeaufsichtigt brennen, vor allem nicht, wenn Kinder dabei sind. Unachtsamkeit ist die Brandursache Nummer eins“, nennt Bommert den wichtigsten Hinweis. Weitere Tipps:

Weihnachtsbäume müssen kipp- und standsicher aufgestellt werden, wobei genügend Abstand zu Vorhängen, Möbeln und Öfen vorhanden sein sollte. Es sollten nur frische Bäume oder Adventskränze verwendet werden. „Löschen Sie Kerzen an Adventskränzen und Gestecken rechtzeitig, bevor sie heruntergebrannt sind“, empfiehlt der Feuerwehrsprecher. n Weihnachtsbaumdekorationen sollten nicht brennbar sein, wie etwa Watte oder Strohsterne.

Bei Verwendung von elektrischem Baumschmuck muss auf sachgemäße Anwendung und vor allem auf das VDE-Zeichen geachtet werden:

  • Keine Wunderkerzen an Dekorationen und Tannenbäumen anbringen
  • Wachskerzen sollten mindestens einen Abstand von 40 Zentimetern zu Zweigen aufweisen.
  • Geeignete Löschmittel bereitstellen, zum Beispiel Eimer mit Wasser, Feuerlöscher mit Wasser oder Schaum
  • Fluchtwege wie Türen und Fenster nicht verstellen, damit im Brandfall der Raum gefahrlos verlassen werden kann

Sollte es trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen zu einem Brand kommen, ist die Feuerwehr unmittelbar unter Notruf 112 zu erreichen. Bommert erinnert bei dieser Gelegenheit auch an die ab 1. Januar geltende landesweite Pflicht von Rauchmeldern. „Diese verringern das Risiko der unbemerkten Brandausbreitung enorm, indem sie rechtzeitig Alarm geben“, sagt der Feuerwehrsprecher. Die „kleinen Lebensretter“ gebe es günstig im Fachhandel zu kaufen. Sie sind wichtig, denn: 95 Prozent der Brandopfer mit Todesfolge sterben an einer Rauchvergiftung.

Wer keine Rauchmelder einbaut, riskiert Ärger mit der Versicherung

Sie sind unauffällig, schlicht, haben oft ein elegantes Design – und können im Ernstfall Leben retten: Rauchmelder. Seit November 2012 besteht für sie in Niedersachsen für alle Neu- und Umbauten eine Einbaupflicht. Ab 1. Januar muss auch jeder Privathaushalt mit Rauchmeldern ausgestattet sein: in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren, über die Rettungswege führen. Verantwortlich sind dafür die Eigentümer der Immobilien.

Dieses hat der Gesetzgeber nicht ohne Grund getan – jährlich sterben etwa 400 Menschen durch ein Feuer in Deutschland, 4000 Menschen erleiden teilweise erhebliche Verletzungen. Die meisten von ihnen werden dabei im Schlaf überrascht und atmen giftigen Brandrauch ein. Der hochtoxische Brandrauch führt bereits nach wenigen Atemzügen zu einer tiefen Bewusstlosigkeit.

Wer der Verpflichtung zum Einbau nicht nachkommt, kann im Brandfall Probleme mit seiner Versicherung bekommen, sagt Langenhagens Feuerwehrsprecher Stephan Bommert. Wenn Personen zu Schaden kommen droht gar ein strafrechtliches Verfahren. Allerdings warnt Bommert vor besonders preisgünstigen Rauchmeldern. Die rechneten sich nur scheinbar. Meist seien die enthaltenen Batterien nach nur einem Jahr erschöpft und müssten ersetzt werden. Wartungsfreie Geräte mit zehn Jahren Lebensdauer würden zwischen 20 und 30 Euro kosten. Schlägt der Rauchmelder an, gelte es, kurz die Brandquelle auszumachen und gegebenenfalls rasch das Haus zu verlassen.

Mit Blick auf die anstehenden Festtage erinnert Bommert daran, brennendes Fett in Topf oder Pfanne wegen der Explosionsgefahr nicht mit Wasser zu löschen. „Lieber schnell den Deckel drauf und die Feuerwehr zur Kontrolle alarmieren“, so Bommert. Bei Fragen zu Rauchmeldern hilft die örtliche Feuerwehr gern.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Schulzentrum Langenhagen

Nahezu vollständig müssen das Gymnasium und ein Teil der IGS abgerissen und neu gebaut werden, weil der Brandschutz nicht gewährleistet ist. Mehr zum Schulzentrum Langenhagen lesen Sie hier. mehr