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"Das Schnitzel verbrenn' ich zwischendurch"

Langenhagen "Das Schnitzel verbrenn' ich zwischendurch"

"Das Schnitzel verbrenn' ich zwischendurch" heißt ein Vortrag, den der Internist Matthias Marquardt am Montag, 27. März, bei den Madsack Gesundheitsthemenwochen im City Center hält. Noch gibt es freie Plätze für Tipps vom Fachmann, wie sich der berühmte innere Schweinehund besiegen lässt.

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Runter vom Sofa: Dr. Matthias Marquardt gibt Tipps, wie sich der innere Schweinehund besiegen und das Gewicht dauerhaft reduzieren lässt.Runter vom Sofa: Dr. Matthias Marquardt gibt am Montag wichtige und kostenlose Tipps, wie sich der innere Schweinehund besiegen und das Gewicht reduzieren lässt.

Quelle: privat

Langenhagen. Schleichende Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes bleiben oft viel zu lange unerkannt und damit auch unbehandelt. Denn der Wohlstand ist Segen und Fluch für die Gesundheit zugleich. Bewegungsmangel und falsche Ernährung zählen zu den häufigsten Ursachen für Übergewicht und Herz-Kreislauferkrankungen. Wie man es endlich schafft, runter vom Sofa zu kommen und den inneren Schweinhund zu besiegen, weiß Matthias Marquardt wie kaum ein anderer. Der bundesweit bekannte und renommierte Fachmann für Sportmedizin ist Internist, Ironman-Triathlet, Autor von zahlreichen Fachbüchern und betreibt in Langenhagen eine Praxis für Innere Medizin, Sport- und Check-up-Medizin.

Herr Dr. Marquardt, nichts bewegt die Deutschen so sehr, wie die Frage der eigenen Gesundheit. Aber bewegt sie uns auch runter vom Sofa?
In der Tat gibt es da eine gewisse Diskrepanz. Ich stelle in der Check-up-Medizin fest, dass es für Menschen leichter annehmbar ist, Gesundheitswerte zu messen als die Ergebnisse im Alltag umzusetzen. Der weitaus schwierigste Teil meiner Tätigkeit ist, die Patienten dazu zu motivieren, abends noch einmal einen Apfel zu essen und etwas walken zu gehen. Menschen verwalten gerne ihre Gesundheitswerte, ändern aber nichts an erhöhten Werten. Wir müssen unsere Gesundheit aber bewusst gestalten, nicht verwalten.

Müssen wir zur Gesunderhaltung alle ins Fitness-Studio oder die Laufschuhe schnüren?
Nein, jede Bewegung zählt, jede Form von Aktivität ist gut für die Gesundheit. Das Staubsaugen der Wohnung oder das Schneiden der Bäume im Garten reichen dann aber doch nicht aus, um etwas gegen Volkskrankheiten zu tun. Krafttraining oder Laufen möchte ich gar nicht vorschreiben, andere Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren haben allerdings viel mehr Störfaktoren. Im Schwimmband ist es zum Beispiel oftmals zu voll, im November bei Dunkelheit und Schneeregen will auch kaum jemand aufs Rad steigen. Der Energieverbrauch solcher Sportarten ist zudem nicht so hoch, wie man vielleicht hofft. Der Energieverbrauch und die Einsetzbarkeit des Laufsports sind hingegen optimal. Aber natürlich kann sich jeder nach seiner Eignung und seinen Wünschen die passende Sportart wählen.

Das heißt aber, ohne Sport geht es nicht?
Ohne Bewegung wird eine Reduktion von Risikofaktoren nicht nachhaltig funktionieren. Ich würde der Bewegung immer gegenüber der Diät den Vorzug geben.

Sie sprechen mit einem Augenzwinkern davon, dass der Tod in der Bäckertheke lauert. Stehen bei Ihnen nur Obst, Salat und mageres Fleisch auf dem Speiseplan?
Immer mühselig auf das Stück Schokolade verzichten, ist sicher nicht effektiv. Viel effektiver ist es, sich zu bewegen. Diäten scheitern meistens und machen wenig Spaß, aber natürlich ist gesunde Ernährung wichtig. Bei mir finden sie tatsächlich viele Dinge wie Obst, Gemüse, Nüsse und Salat auf dem Speiseplan. Aber auch ich kann mich gerne für eine Pizza oder für Marzipan erwärmen. Clean eating ist mir dabei aber sehr wichtig. Das heißt, lieber alles selbst zubereiten und künstliche Zusatzstoffe vermeiden.

Sie sprechen in Bezug auf unsere Ernährungsgewohnheiten von einer Instinkt-Formel, was ist das?
Es geht mir darum zu vermitteln, wie uns Instinkte in die eine oder andere Falle führen. Wenn jemand in der Steinzeit seinen Stammesgenossen gesagt hätte, lass das Mammut mal liegen und uns lieber eine Runde laufen, dann wäre das das sichere Ticket in den Tod gewesen. Man konnte nur überleben, wenn man alles gegessen hat, was man kriegen konnte, da es einen permanenten Mangel an Ernährung gab. Erst seit der Nachkriegszeit können wir jederzeit alles essen. Mit unseren Instinkten fahren wir aber gnadenlos vor die Wand, damit sehen wir uns als Ärzte vielfach konfrontiert. Wir müssen erst einmal gewahr werden, was in uns passiert. Es ist ein genetisches Programm, das unsere Gier zum Beispiel nach Fett und Salz auslöst.

Sie engagieren sich gerade im Projekt „Langenhagen läuft“, das Laien seit Januar binnen weniger Wochen fit für die Teilnahme am Hannover-Marathon über die 10-Kilometer-Distanz machen will. Wie lautet Ihr Zwischenfazit?
Das Teilnehmerfeld ist bunt gemischt, vom Anfänger über den gescheiterten Läufer bis hin zum erfahrenen Laufbegeisterten. Die Resonanz ist super, alle Trainer sind begeistert, wie gut die Teilnehmer mitziehen. Wir sind von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, bei denen es unterwegs orthopädische Probleme gab, ganz sicher, dass wir die Teilnehmer erfolgreich über die 10 Kilometer führen. Aufgrund der guten Erfahrung planen wir schon die Fortsetzung für das nächste Jahr.

Der kostenlose Vortrag findet am Montag, 27. März, um 18.30 Uhr im Seminarraum der City Apotheke (Zugang im 1. OG des Bestandsbaus über den Innenhof neben der Bowlingbahn) statt. Anmeldungen nimmt die HAZ/NP-Geschäftsstelle im CCL persönlich oder unter Telefon (0511) 728080 entgegen.

Von Thorsten Schirmer

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