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Was wird aus dem Godshorner Bad?

Langenhagen Was wird aus dem Godshorner Bad?

Was soll auf der Fläche des geschlossenen Bades in Godshorn geschehen? Am Dienstag diskutiert erstmals der Ortsrat über die Vorschläge der Stadt. Die Ortsbürgermeisterin bittet um rege Teilnahme. 

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Soll das alte Schwimmbad neuen Wohnhäusern weichen oder zu einer Multieventhalle umgebaut werden? Die Debatte beginnt jetzt im Ortsrat.

Quelle: Rebekka Neander (Archiv)

Godshorn.  Ute Biehlmann-Sprung ist es bitter ernst. „Ich bitte alle Godshorner, sich an dieser Diskussion wirklich zu beteiligen!“ Die Ortsbürgermeisterin kann sich vieles vorstellen auf dem Gelände an der Berliner Allee. Nur eines will sie nicht: „Dass nach einer Entscheidung wieder alle klagen, man hätte sie nicht gefragt.“ 

Für die CDU-Politikerin liegt die jüngste Erfahrung dieser schmerzhaften Art nicht lange zurück. Als es um die von allen geforderte Sanierung der Straße Am Moore ging, die zu 90 Prozent von den betroffenen Anliegern bezahlt werden muss, setzte sie alle Hebel in Bewegung, um eine in ihren Augen vorschnelle Entscheidung des Stadtrates zu verhindern. Doch während zur ersten Ortsratssitzung noch viele erboste Anlieger erschienen waren und gegen den Plan wetterten, war die Beteiligung beim späteren Runden Tisch zur selben Sache schon deutlich geringer. Am Ende hat die Stadt nun ihren Vorschlag durchsetzen können. 

Ideen-Börse für das Bad

Wie kann das Gelände des ehemaligen Hallenfreibades an der Berliner Allee künftig genutzt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine Ideenbörse, zu der die Godshorner SPD-Ortsratsfraktion für Freitag, 24. November, einlädt. Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 18 Uhr in der Mensa der Grundschule am Rährweg 20. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. 

Bei der künftigen Gestaltung der Fläche des seit Ende September geschlossenen Bades will Biehlmann-Sprung nicht noch einmal Kritik einstecken müssen, man habe sich nicht rechtzeitig gekümmert. Die  Beschlussvorlage, die die Stadt jetzt veröffentlich hat, lobt sie ausdrücklich. Darin sind vier verschiedene Szenarien mit Detailtiefe dargestellt. Als erstes wird der Ortsrat Godshorn am Dienstag, 21. November, um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus darüber beraten. Danach geht es in den Stadtplanungsausschuss. Der früheste Termin dafür könnte Montag, 4. Dezember, sein. 

Die Vorschläge der Verwaltung sehen vor: 

Wohngebiet: Der geltende Bebauungsplan 414a weist die knapp vier Hektar große Fläche als Sondergebiet mit der Zweckbestimmung Freibad aus. Dieser Plan müsste für eine Bebauung mit Wohnhäusern per Ratsbeschluss geändert werden. Gleiches gilt für den Flächennutzungsplan. Gleichwohl lässt das Regionale Raumordnungsprogramm Wohnbebauung dort zu. Beachtet werden müssen jedoch zwei Kernpunkte: Zum einen der Lärm aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Rund um das Areal liegen ein Gewerbegebiet, eine Bundesautobahn sowie mehrere Sportaußenanlagen. Zudem quert eine 110-KV-Leitung das Gelände. Wohngebäude müssten deshalb mit entsprechendem Lärmschutz versehen werden und einen Mindestabstand zur 110-KV-Leitung einhalten. Die Stadtverwaltung nennt die Lärmbelastung für Langenhagener Verhältnisse jedoch „nicht ungewöhnlich“, für die Bauleitplanung sei derlei „eher die Regel“. 

Sport und Freizeit: Für die Nutzung als Sport- und Freizeitfläche – wie zuletzt vom Ortsrat Godshorn mehrheitlich gefordert – müsste der Bebauungsplan nicht geändert werden. In der Vorlage heißt es dazu: „Die Weiterführung der Fläche für Sport- und Freitzeitangebote bietet sich besonders an, da hierbei die Bestandsstruktur in vielen Bereichen übernommen werden könnte.“ Insbesondere die Halle mit rund 1500 Quadratmetern und die Außenbecken mit 1800 Quadratmetern können beispielsweise zum Skaten oder Klettern umgebaut werden. Weder der Lärm noch die 110-KV-Leitung wären problematisch. Es bestehe insbesondere die Möglichkeit, einen Mix für Jung und Alt zu planen. Auch die Stadt bittet um Mithilfe: „Hierbei ist die Kreativität und das Engagement aller Sport- und Bewegungsbegeisterten allen Alters gefragt!“

Landschaft auf Zeit: Dieser Vorschlag ist im Grunde ein Kompromiss: Als „Landschaft auf Zeit“ gewönnen Bürger, Politik und Stadt mehr Raum, um in Ruhe über die Entwicklung der Fläche zu beraten. Auch bei dieser Variante müssten keine Bauleitpläne verändert werden. Die Fläche würde in einem verhältnismäßigen Rahmen so umgestaltet, dass sie als Freizeitfläche von allen Altersstufen genutzt werden könnte. Überdies könnten Streuobstwiesen entstehen sowie Flächen für „Urban Gardening“. „Unterschiedlichste Formen des Engagements (Kindergärten, Vereine, Schulen, Jugendtreffs) könnten hier ihren Platz finden“, heißt es in der Drucksache. Die Außenbecken eigneten sich nach einem Umbau als Pflanz-, Spiel- und Kletterinseln. Kostenintensive Neubauten jedoch unterblieben solange, bis sich alle über eine langfristige Neunutzung im Klaren seien. 

Gewerbegebiet: Auch für eine Nutzung als Gewerbegebiet  müsste der Bebauungsplan verändert werden. Da die Fläche jedoch nur über das angrenzende Wohngebiet erreicht erschlossen ist, bietet sich laut Stadtverwaltung nur kleinteiliges Gewerbe an, das nur geringen Zu- und Abgangsverkehr auslöse. „Kleinere Hightech-Unternehmen, verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungsgewerbe“ zählt die Drucksache auf. Die Schwimmhalle könnte zu einer Multieventhalle umgebaut werden. Diese stünde allerdings dann auch durch Vereinen, Schulen und Privatleuten zur Verfügung. Ebenso, heißt es weiter, sei auch eine Kombination aus Kultur-, Gewerbe-, Sport- und Sozialeinrichtungen denkbar. 

Von Rebekka Neander

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