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Wasser wird ab Januar teurer

Garbsen Wasser wird ab Januar teurer

Neue Brunnen, neue Technik, neue Rohre: Der Wasserverband Garbsen-Neustadt erhöht für seine 115.000 Kunden ab Januar die Preise.

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Sparen kann sich lohnen: Beim Wasserverband Garbsen-Neustadt steigen ab Januar die Preise.

Quelle: Symbolbild (Robert Schlesinger/dpa)

Garbsen.  Der Wasserverband Garbsen-Neustadt mit Sitz in Garbsen erhöht zum 1. Januar den Preis für Trinkwasser. Der Schritt war angekündigt. Nur die neuen Preise waren nicht klar. Der Verbandsausschuss mit Vertretern aller angeschlossenen Kommunen hat am Dienstagabend über die Anhebung entschieden.

Der Verband erhöht den Wasserpreis von 1,29 Euro pro Kubikmeter (1000 Liter) auf 1,75 Euro. Der Grundpreis steigt von 7,30 Euro je Zähler und Monat auf 8,50 Euro. Die Geschäftsführung um Stephan Schumüller hatte die Preise so vorgeschlagen. Der Verbandausschuss folgte dem Vorschlag mehrheitlich, aber nicht einstimmig. 

Für eine dreiköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 120 Kubikmetern bedeutet die Anhebung ein Plus von 5,80 Euro pro Monat. Das sind 23,20 Euro pro Person und Jahr mehr. „Damit liegt der Wasserpreis im bundesweiten Durchschnitt“, schreibt Schumüller, „dem Verband ist der Umfang der Preiserhöhung bewusst.“

Die HAZ-Grafik zeigt den Anstieg der Netzkosten (blau), des Grund- (rot) und des Wasserpreises seit 2005

Die HAZ-Grafik zeigt den Anstieg der Netzkosten (blau), des Grund- (rot) und des Wasserpreises seit 2005.

Quelle: Grafik: HAZ

Die Gründe sind einfach erklärt: Die Kosten, um Trinkwasser sauber zu halten, zu fördern und an die Haushalte zu verteilen, steigen. Der Verband ist kein privatwirtschaftliches Unternehmen. Er darf weder Gewinne noch Rücklagen aufbauen. Steigen die Produktionskosten, muss er sie auf die Verbraucher umlegen, oder sich sehenden Auges verschulden. Die Geschäftsführung hatte dem Verbandsausschuss Kostenprognosen bis 2032 vorgelegt. 

Der Verband will den Grundwasserschutz vor allem am Wasserwerk Hagen ausbauen. Landwirte erhalten dort Ausgleichszahlungen, wenn sie die Düngermenge reduzieren. Außerdem muss der Verband neue Brunnen setzen, wenn er die Fördermenge halten will. Die beiden Wasserwerke Hagen und Forst Esloh sowie die Speicher müssten baulich und technisch auf einem leistungsfähigen Stand gehalten werden, schreibt der Verband.

Das meiste Geld fließt in die Erneuerung der Leitungen. In vielen Abschnitten sind die Rohre 60 bis 70 Jahre. Bevor dem Verband diese altersschwache Infrastruktur zusammenbricht, werden seit 2012 Leitungen in großem Maßstab erneuert. Die wachsende Bevölkerung und Neubaugebiete wie Berenbostel-Ost in Garbsen machen die Erweiterung der Leitungen, teilweise sogar die Vergrößerung der  Rohrdurchmesser zusätzlich notwendig. 

 „Ab 2018 sollen die Maßnahmen unmittelbar über den Wasserpreis finanziert werden, und nicht mehr wie in den vergangenen Jahren über Kredite. Andernfalls müssten die heutigen Ausgaben von nachfolgenden Generationen bezahlt werden“, ergänzt der kaufmännische Leiter Sebastian Kratz.

Lebensmittel für 115.000 Verbraucher

Der Wasserverband Garbsen-Neustadt wurde 1959 gegründet. Verwaltungssitz ist Garbsen. Das Versorgungsnetz verteilt sich auf eine Fläche von 624 Quadratkilometer. 115.000 Kunden sind an dieses Netz angeschlossen. Durch die Rohre strömen pro Jahr rund 5,4 Millionen Kubikmeter Wasser, das ist ein Verbrauch von 5,4 Milliarden Liter Wasser in Haushalten, Schwimmbädern, Landwirtschaft und Gewerbe. Im Durchschnitt kommen so auf jeden Einwohner 125 Liter pro Tag.

Der Verband bezieht das Wasser aus eigenen Brunnen in Hagen (Neustadt) und Forst Esloh (Dedensen).  Das weit verzweigte Rohrnetz hat eine Länge von 900 Kilometern. Im Osten sind die Ortschaften Engelbostel, Schulenburg und Resse angeschlossen. Im Norden reicht das Netz bis Lichtenhorst in der Gemeinde Steimbke und Nienhagen (Schwarmstedt). Neustadt und Garbsen werden komplett vom Verband versorgt. In Wunstorf sind es Luthe und Kolenfeld, in Seelze ist es Dedensen. Südlichste Kommune ist Holtensen (Barsinghausen). Der Verband beschäftigt 60 Mitarbeiter. Der Arbeitspreis liegt bei 1,29 Euro pro Kubikmeter Wasser. lz

 

Von Markus Holz

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