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Welche Folgen hat der Brand auf dem Norta-Gelände?

Langenhagen Welche Folgen hat der Brand auf dem Norta-Gelände?

Von dem Großbrand auf dem ehemaligen Norta-Gelände ist überraschenderweise nur ein Mieter direkt betroffen: Die Halle eines Unternehmens für Haushaltsauflösungen ist ausgebrannt. Gleichwohl müssen die übrigen 49 Gewerbetreibenden noch Tage ohne Strom und Gas auskommen. Die Brandermittler können über die Ursache derweil noch nichts sagen.

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Das THW baut die Beleuchtungseinheiten an der alten Tapetenfabrik wieder ab. 

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Von außen ist für Passanten nichts zu sehen. Innen auch nicht. Jedenfalls nicht für die Brandermittler der Polizei: „Das ganze Obergeschoss ist voller Schaum“, sagte einer der Ermittler am Montag auf Nachfrage. „Es wird Tage dauern, bis wir unsere Arbeit wirklich aufgreifen können.“ Entsprechend lange wird auch eine Entscheidung auf sich warten lassen, was mit der ausgebrannten Halle im Mitteltrakt der Industrie-Ruine passiert. „Wir wissen noch gar nicht, welche Folgen das Feuer auf die Statik der Halle hatte“, sagte Miteigentümerin Franziska Lindinger dieser Zeitung. „Erst dann können wir sagen, was und wie wieder aufgebaut werden kann.“

150 Feuerwehrmänner waren bei diesem Großbrand im Einsatz: An der Walsroder Straße stand das Gebäude der ehemaligen Tapetenfabrik vom Erdgeschoss bis zum Dachstuhl in Flammen. Die Einsatzkräfte konnten das Feuer mit viel Löschwassereinsatz unter Kontrolle bringen.

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Für die übrigen 49 Gewerbetreibenden, die vor allem im Erdgeschoss der weitreichenden ehemaligen Tapetenfabrik ansässig sind, hat der Brand mittelbare Folgen: „Aus Sicherheitsgründen mussten natürlich Strom und Gas abgestellt werden“, sagte Lindinger. Es werde noch einige Tage dauern, bis Enercity dies wieder freigeben werde. Betroffen ist unter anderem ein Busunternehmer, der auch im Auftrag des Landes unterwegs ist. „Ich hatte glücklicherweise mein Telefon auf mein Handy umgeleitet“, berichtete Inhaber Horst Hillebrand am Montag. „In der Nacht war ich nur froh, dass ich meine Busse noch aus der angrenzenden Halle fahren konnte.“

Das Norta-Gelände, benannt nach der 1979 in Konkurs gegangenen Tapetenfabrik, ist seit Jahren in der Diskussion. Als offenes Geheimnis wird das Interesse eines Lebensmittelmarktes am vorderen Drittel des Areals gehandelt. Dem Vernehmen nach sind Stadt und Eigentümer des Geländes mit der Idee einverstanden. Ungeklärt seien jedoch genauere Vereinbarungen zur Marktgröße.

Zudem versucht die Stadt seit Jahren, für das im Siedlungsbeschränkungsbereich des Flughafens liegende Areal eine Sondererlaubnis beim Land zu erhalten, um dort auch die allseits fehlenden zentrumsnahen Wohnungen zu verwirklichen. Das Land will dem trotz Intervention der Stadt weiterhin nicht zustimmen.

Ärger bei Eigentümern wie Mietern hatte zuletzt der Plan der Stadt gesorgt, das Gelände in das Sanierungsgebiet „Walsroder Straße/Nördliche Kernstadt“ aufzunehmen. Der trotz des Protestes erfolgte Ratsbeschluss legt über das Areal einen Vorbehalt bei baulichen Veränderungen. Gleichwohl fließen gegebenenfalls hohe Zuschüsse für eine Modernisierung. So könnte der Abriss unterstützt werden. Im zeitlichen Zusammenhang dieser Diskussion wurden alle Mietverträge vereinheitlicht. Für Altverträge bedeutet dies eine verkürzte Kündigungsfrist.

Löschwasser auf der Altlast

Die Region hat am Montag mit Untersuchungen begonnen, wie weit das Löschwasser die im Boden befindliche Altlast beeinflusst haben könnte. So befindet sich in der Nähe der ehemaligen Betriebstankstelle eine hohe Schwermetallkonzentration, die das Grundwasser verunreinigt. Zudem wurde eine Grundwasserverunreinigung durch Lösemittel aus dem Betrieb einer ehemaligen Lackiererei festgestellt. „Wir werden jetzt mit der Feuerwehr klären, wo mit welchen Löschmitteln gearbeitet worden ist“, sagte Regionssprecher Klaus Abelmann am Montag auf Nachfrage.

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