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Wer klaut denn Kotbeutel?

Kaltenweide Wer klaut denn Kotbeutel?

Peter Gaschko hängt in seiner Nachbarschaft Vorrichtungen auf, an denen sich Hundehalter kostenlos Kotbeutel mitnehmen können. Nun sind zehn der zwölf Spender nicht mehr funktionstüchtig.

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Hundehalter Peter Gaschko aus Kaltenweide hängt rund um das Wohngebiet Weiherfeld Spender für Hunde-Kotbeutel installiert.

Quelle: Oehlschläger

Langenhagen. Eine böse Überraschung hat der Kaltenweider bei einem Spaziergang mit seinem Hund Lucy erlebt. „Vor einer Woche habe ich sämtliche zwölf ,Häufchenfreies-Weiherfeld‘-Schilder im östlichen Weiherfeld mit neuen Häufchen-Tütchen-Rollen versehen“, sagt Gaschko. Diese hatte der Hundehalter im Wohngebiet angebracht, damit Gassigänger Kotbeutel für ihre Hunde mitnehmen können. Während eines Spaziergangs mit seiner Hündin entdeckte er, dass eine Woche nach seinem Urlaub kaum ein Beutelspender noch in einem funktionstüchtigen Zustand ist. „Zwei Schilder waren komplett entfernt, drei Schilder stark beschädigt und bei allen restlichen fehlten die Tüten“, sagt Gaschko. Er vermutet, dass spielende Kinder die Beutel entfernt haben. Ausschließen, dass jemand seine Initiative zerschlagen möchte, will er aber nicht.

Bei einem Rundgang will Gaschko seine Idee erläutern. Lucy freut sich schon, während ihr Herrchen die Leine in die Hand nimmt. Zusätzlich greift er nach einem Jutebeutel. Darin befinden sich neben einer Vorratspackung Kotbeutel für Hunde auch Draht und laminierte Infoblätter. „Wir haben immer Tüten dabei.“ Denn die Sauberkeit seiner Nachbarschaft sei ihm ein wichtiges Anliegen, sagt Gaschko, während er den Fußgängerweg am Wollgrasweg entlanggeht. „Viele sagen, das ist ein tolle Idee“, sagt der Hundehalter. Andere befürchten indes, dass die Spender kaputt gemacht würden.

So ist es nun auch gekommen. Zwei Kotbeutelspender waren komplett weg, drei Schilder stark beschädigt und an den restlichen Stationen waren die Tüten abgerollt. „So viele Tüten können nicht innerhalb einer Woche verbraucht worden sein“, sagt Gaschko und befestigt fast trotzig mit Draht eine neue Rolle an einem Schild. Manche Schäden könnten auf den täglichen Gebrauch zurückzuführen sein. „Ausschließen möchte ich das nicht“, sagt der Kaltenweider. Auch für so manch leere Kotbeutelrolle hat Gaschko eine Erklärung. „Es werden größtenteils die Kinder sein“, vermutet er. Später sieht er sich an einem Spielplatz bestätigt. Die Tüten wurden wahllos um Bäume geknotet.

Das Ausmaß der Zerstörung macht Gaschko stutzig. „Ich weiß nicht, ob es vielleicht jemanden gibt, der meine Aktion damit zerschlagen will“, sagt er. Das Verhältnis zwischen den Hundehaltern jedoch sei laut Gaschko sehr gut. „Man kennt die Hunde manchmal besser als ihre Halter“, sagt der Kaltenweider.

Wenig später sieht er bei dem Rundgang einen seiner Tütenspender auf dem Boden liegen. „Das entzieht sich meinem Verständnis“, sagt Gaschko. „Es tut doch keinem weh und verschandelt nicht die Umwelt.“ Sollten seine Beutel weiterhin abgerollt und die Schilder zerstört werden, will er aber nicht aufhören. „Dann gehe ich immer wieder rum und hänge neue auf“, sagt Gaschko - und klebt seine selbst gemachte Vorrichtung unter ein Fußgängerschild.

Von Nils Oehlschläger

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