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E-Autos müssen mehr Strecke machen können

Langenhagen E-Autos müssen mehr Strecke machen können

Die Reichweite von Elektroautos ist manchem potenziellen Kunden noch zu kurz. Das zeigte sich beim Treffen des Langenhagener Wirtschaftsklubs Wir! am Dienstag auf dem Gelände des Umweltdruckhauses. Die Gäste waren auch aus Isernhagen, Burgwedel und der Wedemark an die Klusriede gekommen.

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Testen den kleinen Flitzer: Erika Arbeiter (vorne) und Ilka Schulze kommen mit dem Twizy von Renault etwa 80 Kilometer weit.

Quelle: Oehlschläger

Langenhagen. "So eine Vielfalt hat es in Langenhagen noch nicht gegeben", sagte Gastgeber Thomas Rätzke mit Blick auf den elektrisch betriebenen Fuhrpark, der an seiner Firma ausgestellt wurde. Etwa 20 Modelle konnten von den Besuchern betrachtet und testweise auch gefahren werden, während Verkäufer verschiedener Autohäuser und Hersteller zur Beratung bereitstanden. 

Elektrisch betriebene Mobilität sei ein Thema, das bundesweit diskutiert werde, aber noch nicht in der Bevölkerung angekommen sei, sagte der Carsten Niemann vom Wir!-Vorstand zur Begrüßung. Vorstandschef Uwe Haster bekannte, sich bisher kaum Gedanken zum Thema E-Mobilität gemacht zu haben - schätzte jedoch, dass er rund 80 Prozent seiner Autos durch elektrische Modelle ersetzen könnte. 

Die anschließenden Vorträge drehten sich im Kern um das Thema Batterie und die damit verbundene Reichweite sowie die Lademöglichkeit für Elektroautos. Derzeit sei der Preis das entscheidende Hindernis zum Kauf eines Elektroautos, sagte Raimund Nowak, Geschäftsführer der Metropolregion. Und dieser werde zum Großteil durch die Batterie bestimmt. Er sei jedoch zuversichtlich, dass die Kosten für die Energieträger jährlich im etwa 14 Prozent sinken, sagte Nowak den Gästen. Und solange der Preis stimme, sei die Reichweite zu vernachlässigen. 

"Wir müssen etwas tun bei der Ladeinfrastruktur", sagte Bürgermeister Mirko Heuer. Der studierte Elektrotechniker sieht den Erfolg der Elektromobilität auch vom kabellosen, also induktiven Aufladen der Fahrzeuge abhängig. 

Ob er den Schritt zu einem strombetriebenen Nutzfahrzeug machen will, überlegt Dienstleister Matthias Homeyer. Doch auch ihm bereitet die geringe Reichweite der Modelle, die derzeit auf dem Markt erworben werden können, Bauchschmerzen. Beim "Revierdienst" fahre sein Mitarbeiter auf seiner Route von etwa 150 Kilometern die Immobilien seiner Kunden ab, erzählt der Firmeninhaber. Eines der ausgestellten Modelle würde für ihn eventuell in Frage kommen, doch selbst mit der maximalen Reichweite von 170 Kilometern ist das schon knapp kalkuliert. Und dabei darf der Fahrer seine Strecke nicht ausdehnen.

Ein kleiner Flitzer hat es der freiberuflichen Organisationsberaterin Erika Arbeiter und Ilka Schulze vom Messebauer Holtmann angetan. "Das Auto hat mich schon rein optisch angemacht", sagte Arbeiter. Die Spitzengeschwindigkeit des Modells liegt bei 80 Stundenkilometern - und weiter als 80 Kilometer kommt er auch bei der Reichweite nicht. "Wenn ich kein Auto mehr hätte, wäre das sicher eine Alternative zur Straßenbahn", sagt die Freiberuflerin. Für einen Familienbesuch in Düsseldorf eigne sich das Fahrzeug aber nicht. "Für unseren Betrieb ist es nicht unbedingt sinnvoll", resümierte Schulze.

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Fotostrecke Langenhagen: E-Autos müssen mehr Strecke machen können

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Von Nils Oehlschläger

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