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Eishallen-Zukunft weiter in der Schwebe

Langenhagen Eishallen-Zukunft weiter in der Schwebe

Aus Sicht der Sportler lautet die einzig gute Nachricht des Abends: Die Politik will weiter beraten, endgültig abgelehnt hat sie einen Weiterbetrieb der Langenhagener Eishalle nicht. Gleichwohl wurde im Finanzausschuss am Dienstag sehr wohl deutlich: Auch ein baldiger Abriss ist nicht ausgeschlossen.

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Die Buchungsbücher für Veranstaltungen wie Eisstock-Schießen sind bei der Eishallengesellschaft zwar voll. Doch ob es überhaupt noch einmal Eis geben wird an der Brüsseler Straße ist so ungewiss wie nie.

Quelle: Neander (Archiv)

Langenhagen. Für die drei Bewerber um den Betrieb der stark sanierungsbedürftigen Halle kam die Nachricht von einer weiteren Beratungsrunde nicht überraschend. "Ich bin Realist", sagte Gerhard Griebler, derzeit Betreiber des Eisstadions am Pferdeturm in Hannover, am Mittwochmorgen dieser Zeitung. "Und wir haben vor Januar 2018 nichts geplant." Dies aus gutem Grund: "Schnellschüsse sind jetzt nicht hilfreich. Wir wollen ein langfristiges Konzept, schon aus Sicherheitsgründen." Die mit mehreren Tausend Litern Ammoniak betriebene Eisanlage dürfe nicht mal eben wieder instandgesetzt werden. Griebler möchte in Langenhagen ein Nachwuchszentrum für den Eissport etablieren und würde dafür auf dem Nachbargrundstück  Unterkünfte für ein Internat bauen wollen.

Ähnliches sieht auch der hannoversche Architekt Michael Menze vor. Mit seinem Architektur- und Bauunternehmen XAI ist er mit der Halle an der Brüsseler Straße durchaus vertraut, wie er sagt. Er gehöre zu einem Sponsorenkreis der Hannover Scorpions, der den bisherigen Betrieb "kritisch begleitet" habe. Menze möchte auf dem Areal neben der Halle Unterkünfte für Eishockey-Spieler "preisgünstig" bereitstellen. Überdies wirft er mit seinem Angebot vor allem eine Expertise fürs Bauen und Planen in die Waagschale. "Wir könnten vermitteln in diesem ganzen Komplex um bislang ausstehende Genehmigungen." Und er kenne die Kosten. "Wir müssen uns nicht auf die Zahlen anderer verlassen."

Tatsächlich gibt es für die Eishalle bis heute keine endgültige Bauabnahme. Gleichwohl, betonte Stadtbaurat Carsten Hettwer am Dienstagabend im Finanzausschuss, seien alle baulichen Mängel mit der Bauaufsicht und auch den Brandschutzexperten der Region besprochen. "Keiner der Mängel wurde als gravierend eingestuft. Deshalb wurde die Nutzung auch nie versagt." Die behördlich festgelegte Zuschauerzahl sei den tatsächlichen Begebenheiten angepasst worden.

Auch der dritte Bewerber, Familie Haselbacher, die das Eisstadion in Mellendorf betreibt, hält an seinem Angebot fest. "Wir können auch erst zur nächsten Saison dort starten", sagte Ingo Haselbacher auf Nachfrage. Er sieht im Zusammenspiel mit Mellendorf hohe Synergien - auch auf Personalebene in Kombination mit dem ebenfalls von seiner Sport & Freizeit GmbH betriebenen Spaßbad. "Wir können dann unsere Mitarbeiter im Sommer und Winter entsprechend weiterbeschäftigen."

Der Finanzausschuss wird nun voraussichtlich erst im November über das Eckpunkte-Papier beraten, das Bürgermeister Mirko Heuer zur Beratung vorgelegt hatte. Heuer möchte von der Politik einen grundsätzlichen Arbeitsauftrag haben, ob er mit den Bewerbern ernsthaft weiterverhandeln soll. Dazu sollte die Politik einen finanziellen Rahmen setzen. Für einige Ausschussmitglieder waren die in der Drucksache genannten Aspekte jedoch nicht konkret genug. Andere, vor allem aus den Reihen der Unabhängigen, der Grünen und der BBL, forderten am Dienstag den sofortigen Abriss der Halle und damit ein "Ende mit Schrecken".

Auf eine Entscheidung hatte auch Marco Stichnoth gehofft. Der Geschäftsführer der Eishallengesellschaft sieht diese von einer Insolvenz bedroht, sollten die Verhandlungen über ein finzielles Moratorium mit der Stadt scheitern. Über die ebenfalls von ihm geführte Herzblut Sport-Musikbar GmbH hatte Stichnoth einen Interimsbetrieb für diesen Winter angeboten - auch, um die bereits vorliegenden Buchungen für Firmenveranstaltungen erfüllen zu können. Ein Insolvenzverfahren, so die Einschätzung im Rathaus, könnte die Halle für weitere Verhandlungen längere Zeit blockieren.

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