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Bürger formieren Widerstand

Langenhagen Bürger formieren Widerstand

Keine Wohnhäuser auf den Rieselfeldern - so lautet die Forderung von rund 40 Langenhagenern, die am Donnerstagabend auf Einladung der SPD über eine Drucksache der Verwaltung diskutierten und das "Aktionsbündnis Rieselfelder" gründeten. Das Ziel: eine Bebauung an der Stelle zu verhindern.

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Keine Wohnhäuser auf den Rieselfeldern - das fordern mehrere Parteien und vor allem die Umwelt- und Naturschützer aus Langenhagen.

Quelle: Bismark

Langenhagen. Das Dilemma von Verwaltung und Politik beschrieb SPD-Ratsherr Marco Brunotte: "Wir benötigen dringend bezahlbaren Wohnraum und damit neue Flächen, die aber wiederum nicht gegen die Umwelt ausgespielt werden sollten." Diese Einschätzung teilt auch die Grünen-Ratsfrau Ulrike Jagau, die das Vorgehen der Stadt – unmittelbar nach der Kommunalwahl erneut die Forderung nach Wohnungsbau an der Stelle zu formulieren – als infam bezeichnet. Dabei gehe es auch um den Zusammenhang, dass der Lenthehof am Stadtpark nur dann nicht bebaut werde, wenn der Rat neuen Wohnungen auf den Rieselfeldern zustimme. "Da fasse ich mir an den Kopf."

Eine Anwohnerin der Neuen Bult wundert sich, dass die Verwaltung und möglicherweise auch einige Ratsfraktionen vom derzeit gültigen Beschluss abrücken könnten. "Geht das denn einfach so?", erkundigte sie sich. Das gehe, und zwar sechs Monate nach Beschlussfassung, sagte Cornelia Lütge (SPD). Neben Rot-Grün sprachen sich auch Michael Braedt (Linke) und Sibylle Burghardt (FDP) gegen Wohnhäuser auf den Flächen an der Theodor-Heuss-Straße aus. Gemeinsam mit Anwohnern, Georg Obermayr vom Naturschutzbund, Sibylle Maurer-Wohlatz vom BUND, Hans-Jürgen Ratsch (Naturkundliche Vereinigung) sowie Christa Leske und Heinz Jansen vom Arbeitskreis Grünes Langenhagen legten sie das weitere Vorgehen fest. Ziel ist, jede Form von Baurecht auch langfristig dort zu verhindern. Die Verwaltung hatte jetzt vorgeschlagen, im Flächennutzungsplan das Areal für Wohnbebauung vorzusehen.

Zunächst geht es dem Aktionsbündnis darum, die Langenhagener zu informieren und eine Mehrheit im Rat zu finden, sagte Braedt. Anschließend können sich alle Beteiligten ein Bürgerbegehren vorstellen, das auch die ebenfalls aufgelisteten Flächen östlich des Weiherfelds und am jetzigen Freibad in Godshorn umfassen soll.

Werner Knabe warf seinem ehemaligen BBL-Fraktionskollegen Jens Mommsen und Bürgermeister Mirko Heuer vor, die erneute Debatte um Baurechte im Stadtzentrum gemeinsam lanciert zu haben. Knabe bezieht sich auf einen Antrag Mommsens, in dem dieser den Umzug beider Schulen aus dem Stadtzentrum vorschlägt, um am bisherigen Campus Platz für ein neues Rathaus zu schaffen. „Der Bürgermeister kriegt sein neues Rathaus, der andere hochwertige Bebauung am Eichenpark“, kritisierte Knabe. Dabei, so ein Meteorologe, gehe es für die Befürworter längst nicht mehr um Fakten: "Wie kann eine CDU-Ratsfrau sonst das Gutachten eines renommierten Wissenschaftlers über Luftströme am Eichenpark als Kaffeesatzleserei bezeichnen?" Dass die Stadt einerseits einen Klimaschutzmanager einstellen und andererseits die Rieselfelder bebauen wolle, sei absurd.

Zur Sitzung des Stadtplanungsausschusses hat die Stadt den Rat sowie alle Ortsräte eingeladen. Beginn ist am Dienstag, 29. November, um 17.45 Uhr im Ratssaal. In der Sitzung will die Stadt ihre Drucksache erklären. Stadtbaurat Carsten Hettwer plädiert für eine öffentliche Diskussion, an der alle Zuhörer sich beteiligen können. "Diese Entscheidung liegt jedoch beim Ausschuss selbst."

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Von Redakteur Antje Bismark

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