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Das Interesse an einem Dorfladen ist groß

Lehrte Das Interesse an einem Dorfladen ist groß

Ein Dorfladen für Immensen: Dieses Ziel hat sich der vor einem Jahr gegründete Verein Gemeinsam für Immensen (GfI) auf die Fahne geschrieben. Das Interesse in dem Ort, in dem 2412 Einwohner leben, ist riesengroß. Zu einer ersten Informationsveranstaltung im Feuerwehrhaus kamen 180 Besucher.

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Jan Lange (links), Schriftführer des Vereins Gemeinsam für Immensen, und Dorfladencoach Wolfgang Gröll präsentieren das Dorfladen-Projekt.

Quelle: Sybille Heine

Immensen. Die Frage, ob sie das Projekt unterstützen würden, beantworteten mehr als 80 Prozent der Gäste per Handzeichen mit einem Ja. Für die Mitarbeit in einem Arbeitskreis Nahversorgung, bestehend aus Dorfbewohnern mit handwerklichen oder buchhalterischen Fähigkeiten, die im Dorfladen mit anpacken wollen, meldeten sich spontan 20 Interessenten.

Die Informationsveranstaltung war der Auftakt für eine Bürgerbefragung, die in einer Woche erfolgen soll. Wenn die Ergebnisse Ende Oktober vorliegen, könnte eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden, deren Fazit im April 2018 zu erwarten wäre. Jan Lange, Schriftführer des Vereins Gemeinsam für Immensen, begrüßte die Besucher. "Es gibt schon viel Rückenwind für unseren Dorfladen, aber daraus muss ein Sturm werden", sagte er. Zwei Dinge sprechen aus seiner Sicht für einen Tante-Emma-Laden im Dorf: Zum einen die soziale Komponente, wenn sich der Laden zu einem Treffpunkt entwickelt, und zum anderen, dass das Geld im Ort bleibt.

Die beiden eingeladenen Redner, Günter Lühning, Vorsitzender der Bundesvereinigung multifunktionaler Dorfläden, und Wolfgang Gröll, Gründungscoach aus dem bayerischen Starnberg, nannten weitere Pluspunkte. Mit einem Laden im Dorf könne verhindert werden, dass Immobilienpreise um 20 Prozent sinken. Ältere Bewohner hätten darüber hinaus die Möglichkeit, weiterhin zu Fuß zum Einkaufen gehen. Und die Lebensqualität vor Ort steige insgesamt.

"Die Waren in einem Dorfladen müssen nicht teurer sein als im Supermarkt", sagte Lühning und unterfütterte diese Behauptung mit Beispielen aus der Dorfladenpraxis. Berücksichtigt werden müssten auch immer die eingesparten Fahrtkosten zum Markt auf der grünen Wiese.

Dorfläden seien im Durchschnitt 48 Stunden an sieben Tagen in der Woche geöffnet. Der Bruttojahresumsatz liege bei rund 450.000 Euro. Zur Gründung würden etwa 30.000 bis 70.000 Euro Eigenkapital benötigt. Während das Verkaufspersonal in der Regel angestellt sei, übernähmen meist Ehrenamtliche die Geschäftsführung. "Es gibt zudem viele Möglichkeiten, Fördermittel zu erhalten, unter anderem für Kühlgeräte", erklärte Lühning.

Jedes Dorfladenkonzept müsse vor Ort erarbeitet werden, betonte Gröll. Post, Lottoannahmestelle, Bank, Café und der Betrieb einer Photovoltaikanlage könnten dabei integriert werden.

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