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Flüchtling wegen versuchten Mordes vor Gericht

Lehrte Flüchtling wegen versuchten Mordes vor Gericht

Er sollte sich wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Hildesheim verantworten - doch der angeklagte Sudanese ist am Donnerstag zum Prozessauftakt nicht erschienen. Er musste von der Polizei aus einer Flüchtlingsunterkunft in Lehrte abgeholt und vorgeführt werden.

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Das Landgericht Hildesheim verhandelt gegen einen 27-jährigen Asylbewerber aus Lehrte wegen versuchten Mordes.

Quelle: Rainer Dröse (Archiv)

Lehrte. Obwohl der Anklagevorwurf der Staatsanwaltschaft schwer wiegt, ist der 27-jährige Asylbewerber auf freiem Fuß. Weder wurden Haftbefehl noch Untersuchungshaft angeordnet. Das hänge damit zusammen, dass sich seit den Taten vor knapp zwei Jahren keine Hinweise darauf ergeben hätten, dass sich der Angeklagte dem Verfahren entziehen wolle, erklärt Gerichtssprecher Felix Muntschick: "Er war die ganze Zeit in Freiheit und ist trotzdem nicht untergetaucht." Das sei schon von Anfang an so gewesen, als sich zunächst noch das Amtsgericht Lehrte mit dem Fall beschäftigt hatte und dort die Tragweite der Straftaten offenkundig geworden war.

Die hatten es in sich: Demnach soll der heute 27-jährige Afrikaner in einer Flüchtlingsunterkunft Am Sülterberg im September und November 2014 einen Mitbewohner aus dem arabischen Raum attackiert haben. Beim ersten Mal soll der Angeklagte dem Mann nach einem Streit mit einem Küchenmesser in die Hand gestochen haben. Beim zweiten Fall soll er sein Opfer mit dem Kopf auf den Boden geschleudert haben, bis er bewusstlos liegen blieb.

Doch damit nicht genug. Zwei Monate später habe der Angreifer noch mehrfach gegen den Kopf seines Mitbewohners getreten und mit einer Flasche ins Gesicht geschlagen, bis diese zerbrach. Das Opfer hat nach Auskunft des Landgerichts aber keine bleibenden Schäden erlitten. Die Öffentlichkeit hat von den Taten bis zur Anklageerhebung vor dem Amtsgericht nichts erfahren.

Beim Prozessauftakt gestern erschien der Angeklagte jedoch nicht. Das Gericht konnte erst mit zweistündiger Verspätung beginnen, nachdem die Polizei den Sudanesen in Lehrte abgeholt und vorgeführt hatte. Er hat dann auch seine Sicht der Dinge erzählt, nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Zudem wurden erste Zeugen zur Tat mit dem Küchenmesser gehört. Jetzt sind noch drei weitere Prozesstage angesetzt, bei denen unter anderem ein Gutachter die Schuldfähigkeit des Angeklagten bewerten soll.

Von Oliver Kühn

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