Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 9 ° Regen

Navigation:
500 Unterschriften für Erhalt der Volksbank

Lehrte 500 Unterschriften für Erhalt der Volksbank

500 Unterzeichner innerhalb von zehn Tagen: Das ist das Resultat einer Unterschriftenaktion von Immensern, die um den Erhalt der Volksbank-Filiale im Dorf kämpfen. Henning Deneke-Jöhrens, Vorstandschef der Volksbank Hildesheim-Lehrte-Pattensen, hat die Listen jetzt persönlich entgegengenommen.

Voriger Artikel
Messe informiert über Ausbildungschancen
Nächster Artikel
Der Stadtrat als euphorischer Vorleser

500 Unterschriften aus Immensen für den Erhalt der Volksbank: Peter Hopp (links) übergibt die Listen an Volksbank-Chef Henning Deneke-Jöhrens.

Quelle: Achim Gückel

Immensen/Sievershausen. Die Proteste aus den Dörfern und die Unterschriften aus dem 2400-Einwohner-Dorf Immensen werden eines nicht erreichen: Dass die Volksbank ihre Entscheidung zur Filialschließung rückgängig macht. Das hat Deneke-Jöhrens bei dem Besuch der Bürger noch einmal sehr deutlich gemacht. 500 Unterschriften seien zwar ein "beredtes Zeugnis" dafür, dass die Immenser an ihrer Volksbank hängen, doch er könne "keine falschen Hoffnungen wecken", betonte der Bankchef. Sehr wohl werde er aber die Wünsche aus dem Dorf in weitere Gespräche mitnehmen. Bisher sei aber auch die Einrichtung eines SB-Terminals "nicht angedacht".

Zuvor hatten die Immenser, angeführt von Peter Hopp und der früheren Ortsbürgermeisterin Heidrun Bleckwenn, ihrem Unmut Ausdruck gegeben. Viele Immenser seien enttäuscht von der Volksbank, sagte Hopp. Es gebe vor allem bei den Senioren im Dorf Unsicherheiten. Diese wüssten nun nicht mehr, woher sie ihr Bargeld bekämen. Angesichts der ohnehin schon mangelhaften Nahversorgung im Dorf sei es auch nicht nachvollziehbar, dass nun ausgerechnet Immensen die Volksbank verliere und nicht etwa ein Nachbarort, sagte einer der Besucher. Die Bankgeschäfte der Immenser sollen künftig in den Filialen Lehrte oder Arpke erledigt werden.

Deneke-Jöhrens brach eine Lanze für das Angebot der Volksbank, sich gegen eine Gebühr von 5 Euro künftig Bargeld bringen zu lassen. Das sei vermutlich preiswerter als sich in die nächste Filiale zu begeben, meinte er, müsse aber möglicherweise noch offensiver beworben werden. Im Übrigen habe die Volksbank deutlich länger ihre Niederlassungen in den Dörfern betrieben als andere Kreditinstitute. 5 Euro Gebühren zu zahlen sei "für manchen Rentner ziemlich hart", entgegnete eine der Immenserinnen. Und Online-Banking sei halt für viele Senioren auch nichts.

Erst vor wenigen Wochen hatte die Volksbank bei ihrer Bilanzpressekonferenz verkündet, dass sie eine ganze Reihe ihrer kleinen Filialen schließen und die Geschäfte auf benachbarte Standorte übertragen werde. Zu den Geschäftsstellen auf der Streichliste gehört neben jener in Immensen auch die in Sievershausen, wo die Pläne der Volksbank unlängst sogar Thema im Ortsrat waren. Dort warb Volker Böckmann, Mitglied im Vorstand des Kreditinstituts, für Verständnis. In Sievershausen habe die Bank noch 1300 Konten, monatlich gebe es 2000 sogenannte Verfügungen. Aber erst ab 3000 Verfügungen schreibe die Volksbank "eine schwarze Null".

"Wir wissen, dass wir mit unserer Entscheidung keine Freude auslösen und das die Ortschaft nun eine Tradition verliert", betonte Böckmann und warb ebenfalls für den per Telefon zu ordernden Bargeld-Bringdienst. Die Methode des Online-Bankings müsse man gerade der älteren Kundschaft aber sicher noch besser erklären. Böckmann zeigte sich offen für einen Vorschlag aus der Zuhörerschaft, entsprechende Seminare für Senioren anzubieten.

Das Vorstandsmitglied betonte auch, dass es der Bank bei der Schließung der Geschäftsstellen nicht um Profit gehe. Die andauernde Niedrigzinsphase mache es aber nötig, "eine Verantwortung für das gesamte Unternehmen" zu zeigen. "Wir müssen uns stabilisieren, damit wir in Zukunft auch noch da sind", sagte Böckmann und nannte die Entscheidung, die Filiale an der John-F.-Kennedy-Straße zu schließen, eine "klare Ansage".

Aus dem Ortsrat wurden trotzdem Forderungen laut. Ein Automat für das Abheben von Bargeld und Überweisungen sei eine Minimalforderung des Dorfs, hieß es. Und ein Zuhörer sprach sogar davon, das "Gejammer" der Volksbank nicht zu verstehen. So schlecht gehe es dem Kreditinstitut doch auch nicht.

doc6u650s5l0mdbst4bly1

Fotostrecke Lehrte: 500 Unterschriften für Erhalt der Volksbank

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6x81ucxm9aq1a6rhhnyd
700 Gäste feiern beim Oktoberfest in Ahlten

Fotostrecke Lehrte: 700 Gäste feiern beim Oktoberfest in Ahlten