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Ortsrat wünscht Mitfahrbänke für mehr Mobilität

Lehrte Ortsrat wünscht Mitfahrbänke für mehr Mobilität

Der Ortsrat Immensen möchte im Dorf sogenannte Mitfahrbänke aufstellen. Diese sollen älteren Menschen auf dem Lande zu mehr Mobilität verhelfen.

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Das Hinweisschild einer sogenannten "Mit-Fahr-Bank" ist hier in Bünsdorf (Schleswig-Holstein) zu sehen. In kleinen Orten, wo der Bus nicht mehr regelmäßig vorbeifährt, können Menschen ohne Auto auf diesen speziell gekennzeichneten Bänken ihr Ziel per Klappschild anzeigen und auf eine Mitfahrgelegenheit zum nächsten größeren Ort, zum Einkaufszentrum oder zum Bahnhof warten.

Quelle: Carsten Rehder

Immensen. "Wir halten das für ein sinnvolles Angebot, das die Mobilität der älteren Menschen im Ort verbessern wird", sagt Falk Kothe, Ortsbürgermeister in Immensen. Sogenannte Mitfahrbänke gibt es schon in vielen kleinen Dörfern mit schlechter Nahverkehrsanbindung  - etwa in Schleswig-Holstein.

Bis zu sechs solcher Bänke sollen nun auch im Dorf Immensen aufgestellt werden. Dort könnten Menschen, die eine kostenlose Fahrgelegenheit etwa nach Lehrte oder zum Supermarkt im Nachbarort Arpke suchen, dann warten. Verschiedene ausklappbare Schilder an der Bank sollen das Fahrziel angeben - etwa das Zuckerzentrum in Lehrte. Autofahrer, die das gleiche Ziel ansteuern, könnten stoppen und die wartende Person mitnehmen.

Die Bänke sollen nicht nur an der Hauptstraße in Immensen aufgestellt werden. Auch in Wohngebieten, wie an der Ziegeleistraße, könnte Kothe sich solch eine Bank - ausgestattet mit den Klappschildern - vorstellen.

Die Christdemokraten im Ortsrat sind optimistisch, dass solch ein Angebot gut genutzt würde. "Es gibt bei uns viele ältere Menschen, die davon profitieren würden", ist Kothe überzeugt.

Die Mitfahrbänke sollen seiner Meinung nach ein ergänzendes Angebot für den bestehenden Nahverkehr sein. Immenser können weiter sowohl mit der Bahn als auch per Bus in die nächstgrößeren Kommunen wie Lehrte oder Burgdorf gelangen. Die Kosten für die Anschaffung der Bänke will Kothe möglichst gering halten und hofft daher auf Sponsoren.

In der jüngsten Ortsratssitzung stieß der Vorschlag der Christdemokraten auf überwiegend positive Resonanz. Der Antrag, solche Bänke in Immensen aufzustellen, wurde bei der Enthaltung von zwei SPD-Mitgliedern dennoch mehrheitlich beschlossen. Nun ist die Stadt Lehrte aufgefordert, sich mit dem Antrag zu beschäftigen und Stellung zu nehmen.

Kritik aus Arpke

Im Nachbarort Arpke sieht man das Vorhaben nicht so optimistisch."Ich persönlich sehe hier keinen Nutzen für die Senioren in unserem Ort", sagt Arpkes Ortsbürgermeister Klaus Schulz. Er lehnt das Vorhaben für seinen Ort ab. Die Einrichtung von Mitfahrbänken etwa in Arpke sei nur sinnvoll, wenn das flächendeckend geschehe. So müssten seiner Meinung nach die Mitfahrbänke nicht nur in Dörfern sondern auch an den Zielorten  - etwa in Lehrte und Burgdorf  - stehen. "Damit die Leute auch wieder in ihr Dorf zurückkommen", sagt Schulz. Außerdem hält der Arpker Ortsbürgermeister die rechtliche Seite für noch nicht ausreichend geprüft. "Was ist, wenn ein Autofahrer einen Unfall verursacht und vom Mitfahrer verklagt wird?", fragt er.

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So könnte eine Mitfahrbank in Immensen aussehen.

Quelle: Archiv
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