Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 0 ° Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Waldbad: AfD will Bürger zu Beheizung fragen

Sehnde Waldbad: AfD will Bürger zu Beheizung fragen

Die Sehnder sollen selbst entscheiden, ob und wie das Waldbad Sehnde beheizt werden soll und kann. Das jedenfalls fordert die AfD im Rat. Angesichts eines Haushaltsdefizits von fast vier Millionen wäre eine Heizung nicht nur eine zusätzliche Kostenbelastung, sondern auch eine Änderung des Betriebes.

Voriger Artikel
Lehrter hat große Menge Drogen in Wohnung
Nächster Artikel
Dolmetscher sollen Flüchtlingseltern helfen

Zum Saisonstart ist die Wassertemperatur im Waldbad Sehnde meist noch ziemlich frisch. Beim Anschwimmen im vergangenen Mai war das Wasser nur knapp 20 Grad warm.

Quelle: Knoche (Archiv)

Sehnde. Schon vor zwei Jahren hätten die laufenden Kosten für das Waldbad und das Lehrschwimmbecken in Höver 250.000 Euro betragen, sagt Ratsherr Siegfried Reichert. Für dieses Jahr seien die Kosten bereits mit rund 400.000 Euro veranschlagt. Die Haushaltslage sei mit einem Defizit von fast vier Millionen Euro aber "sehr angespannt", zudem viele öffentliche Gebäude und Straßen noch immer nicht saniert. Hinzu komme, dass viele Änderungen im Bereich Schule und Kinderbetreuung langfristig Ressourcen bänden, sagt Reichert: "In der Ökonomie gilt der Grundsatz, dass bei knappen Ressourcen immer die Nutzer am besten selbst darüber entscheiden sollten, was ihnen ein Produkt wert ist und wie viel sie dafür zu zahlen bereit sind."

Mit der Bürgerbefragung will die AfD an die Bürgeraktion zur Zukunft des Waldbades Sehnde in den Jahren 2007/2008 anknüpfen. Damals hätten außer der heutigen Waldbad-Variante auch die Varianten Badesee und Naturbad zur Abstimmung gestanden, blickt Reichert zurück. Das heutige Waldbad habe die größte Zustimmung erhalten. Dessen Beheizung wäre aber nach Ansicht der AfD eine wesentliche Änderung des Waldbadbetriebs, daher soll das Votum der Bürgerschaft erneut eingeholt werden.

Die Diskussion um eine Beheizung des Waldbads zieht sich bereits seit Jahren hin - vor allem nach der aufwendigen Sanierung mit Umbau für 1,6 Millionen Euro in den Jahren 2009/2010. Damit soll das Bad wetterunabhängiger und intensiver genutzt sowie besser ausgelastet werden können. Denn wenn die Sonne nicht scheint, sinken die Wassertemperaturen schnell auf unangenehme Werte unter 20 Grad. Zum Saisonbeginn im Mai sind etwa 17 Grad üblich.

Die SPD hatte deshalb bereits im vergangenen Jahr ein Blockheizkraftwerk ins Spiel gebracht, das auch andere benachbarte Gebäude der KGS mitversorgen könnte. Sie würden es auch gern von der Obhut der Stadt in die Hände der Stadtwerke übergeben. Die CDU/FDP-Gruppe im Rat hat dagegen einen ganz neuen Vorschlag auf den Tisch gelegt: Die Stadt soll den Bau einer Fernwärmeleitung von der Biogasanlage im Schnedebruch in Köthenwald bis zum Waldbad Sehnde prüfen. Die Kosten für die Stadt lägen bei rund 150.000 Euro, und die Folgekosten wären gering.

Von Oliver Kühn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Digitales Daumenkino: So wächst das Parkhaus

Das Parkhaus in Lehrte wächst zusehends. Woche für Woche macht HAZ-Redakteur Achim Gückel ein Foto des Baus aus derselben Perspektive. Daraus entsteht ein digitales Daumenkino.