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Aha nimmt neue Müllsäcke nicht mit

Immensen/Arpke Aha nimmt neue Müllsäcke nicht mit

Julia Schneider aus Immensen ist sauer. Die Müllabfuhr hat ihren Restmüllsack einfach am Straßenrand stehenlassen. Der Grund: Die Immenserin nutzte schon einen Sack für das kommende Jahr statt eines Sacks für dieses Jahr.

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Quelle: Symbolfoto

Lehrte. „Ich hatte keine Säcke mehr für 2015“, erklärt Schneider. Im Supermarkt seien die Rollen auch nicht mehr erhältlich gewesen. „Die alten Säcke gibt es nur noch im Rathaus in Lehrte oder in der Verwaltungsnebenstelle“, erklärt die Immenserin. Am Abend vor dem Abholtag war es dafür schon zu spät. Deshalb verwendete sie kurzerhand einen der neuen Säcke.

Die farblich etwas dunkleren neuen Tüten für das Jahr 2016 werden aber von Aha grundsätzlich noch nicht angenommen, erklärt Unternehmenssprecherin Helene Herich. Die Abfallgebühren orientierten sich am bestellten Volumen, erklärt sie. Das Restmüllvolumen könne in Tonnen oder Säcken entsorgt werden. Wer sich für die Tonne entscheide, könne am Jahresende aber kein ungenutztes Volumen übertragen oder erstattet bekommen. „Im Sinne der Gleichbehandlung gilt dieses eben auch für die Säcke“, sagt Herich. Daher sei es auch nicht möglich, die Tüten für 2016 schon jetzt zu verwenden.

Das System

Aha legt pro Woche und Einwohner ein Mindestvolumen von zehn Litern fest. Das sind pro Einwohner 520 Liter im Jahr; das heißt 26 Säcke à 20 Liter oder 16 Säcke à 32,5 Liter. Eine Erhöhung des Volumens muss mittels eines schriftlichen Antrags bestellt werden. Die Nutzer erhalten dann neue Gutscheine. Die Restabfallsäcke gibt es kostenlos über die Gutscheine. Sie sind bereits über die volumenbezogene Grundgebühr bezahlt. Zu jedem Kalenderjahr werden neue Säcke ausgegeben, die alten verlieren dann ihre Gültigkeit.

Betroffene Bürger wie Julia Schneider aus Immensen müssten in solch einem Fall einen Wertgutschein für weitere 2015er-Tüten erwerben. Diese wiederum könne man aber nur bis zum 15. Januar benutzen.

Julia Schneider kann diese Vorgehensweise nicht nachvollziehen: „Es gibt so viel Plastikmüll durch die ungenutzten Tüten. Das ist doch Umweltverschmutzung.“ Damit würde zudem verhindert, dass Bürger ihren Müll reduzierten. Der Umgang von Aha mit den Bürgern erinnere „an die Planwirtschaft in der DDR“, meint Schneider.

Die Immenserin hat den nicht abgeholten Restmüllsack jetzt auf ihren Balkon gestellt: „Da sind Essensreste drin. Das stinkt, aber was soll ich machen?“ Denn der Restmüll wird rund um Hannover 14-tägig abgeholt. Auch das ist für Schneider ein Unding. Anderswo gebe es wesentlich komfortablere Systeme der Müllentsorgung: „Was sollen denn Familien mit kleinen Kindern und vielen Windeln machen? Sollen die die stinkenden Tüten zwei Wochen im Keller oder auf dem Balkon lagern?“

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