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Hans Ahrens gibt den Einzelkämpfer

Lehrte Hans Ahrens gibt den Einzelkämpfer

Einst war er der politisch wohl einflussreichste Mann der Stadt, jetzt gibt er den Einzelkämpfer: Hans Ahrens. Bei den Kommunalwahlen am 11. September tritt der 61-jährige frühere SPD-Fraktionschef als einziger Bewerber der Partei Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa) in Lehrte an und will wieder in den Rat einziehen.

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Die Schulpolitik der Mehrheit aus SPD und Grünen bezeichnet Hans Ahrens als „richtig schlecht“. So sei eine Oberstufe für die IGS im Schulzentrum Süd „nie so geplant gewesen“. Zwei Oberstufen in der Stadt nennt Ahrens „fragwürdig“. 

Quelle: privat (2)

Lehrte. Die Chancen, nach fünf Jahren ohne Mandat einen politischen Neustart im Rat hinzulegen, schätzt Ahrens optimistisch ein. Sie liegen „bei 95 Prozent“, meint er: „Ich glaube schon, dass viele Leute Vertrauen zu mir haben.“

Ahrens setzt also auf seinen Bekanntheitsgrad. Und der dürfte in Lehrte nach wie vor enorm hoch sein. Seit 1980 unterrichtet Ahrens am Lehrter Gymnasium. Und in den Themen der Stadt kenne er sich ohnehin bestens aus, sagt er.

Der Streit um die Ansiedlung des Obi-Markts und die internen Auseinandersetzungen in der SPD hatten Ahrens vor fünf Jahren aus dem Rat getrieben. Es folgte der Bruch mit der SPD, der Anschluss an die AfD und ein Bruch auch mit dieser Partei. Ahrens folgte dem vor einem Jahr geschassten AfD-Gründer Bernd Lucke, als dieser kurze Zeit später die Partei Alfa aus der Taufe hob. Die Radikalisierung der Petry-Partei habe er nicht mitmachen wollen, begründet Ahrens.

Nun also ist der Mathe- und Erdkundelehrer ein ALFA-Mann. Und als solcher bringt er viel Wissen über all das mit, was Lehrte bewegt. „Ich bin thematisch nie ausgestiegen“, sagt er. Und was in den vergangenen fünf Jahren im Rat gelaufen sei, nennt Ahrens „richtig schlecht“.

Da wäre zum Beispiel die Schulpolitik. Die Mehrheit aus SPD und Grünen habe die Eltern in den vergangenen Jahren „an der Nase herumgeführt“. Und nun sei der Bestand des Schulstandorts in Hämelerwald in Gefahr. Dieser müsse aber unbedingt gehalten werden, möglicherweise als Oberschule.

Dass die IGS im Schulzentrum Süd unlängst eine Oberstufe bekomme hat, sei „ursprünglich nie so geplant gewesen“, sagt Ahrens. Zwei Oberstufen in einer Stadt nennt er „fragwürdig“. Und auf jeden Fall müsse die Investitionsplanung für das Schulzentrum Lehrte Süd komplett überarbeitet werden. Ahrens plädiert dafür, die Realschule zu sanieren und das Gymnasium auszubauen. Denn dort gebe es die hohen Anmeldezahlen von Schülern.

Auch mit der Finanzpolitik der Stadt ist Ahrens nicht zufrieden – womit er ebenfalls im Dissenz zu den Zielen der aktuellen Lehrter SPD-Führung steht. Diese möchte in den kommenden fünf Jahren 60  Millionen Euro in die Infrastruktur stecken, finanziert zur Not mit Krediten. Das findet Ahrens gefährlich. Es sei zwar verlockend, in Zeiten von Niedrigzinsen viel Geld aufzunehmen. Besser sei es aber, vorhandene Kredite zu tilgen. Er sehe auch viele von der SPD genannten Investitionszwänge nicht, sagt Ahrens. Etwa bei der von der SPD beabsichtigen Einrichtung von neuen Familienzentren.

Auf eine feste Koalition mit anderen Parteien will sich Ahrens nach einem möglichen Einzug in der Rat nicht einlassen. Er sehe sich „bewusst als Einzelkämpfer“, sagt er. Künftig werde es für ihn nur noch um die Sachfragen, nicht aber um Koalitionszwänge gehen.

Achim Gückel

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