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Bürgermeister bekommt Besuch aus Kolumbien

Lehrte Bürgermeister bekommt Besuch aus Kolumbien

Lange war es geplant, nun ist es vollbracht: Die Aktion Kolumbienhilfe, eine Initiative der St.-Bernward-Gemeinde, hat über das Projekt Jugendaustausch mit Altamira fünf Jugendliche aus der Schule des Bergdorfes zu Gast. Zum Programm gehört auch ein Besuch bei Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk.

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Die kolumbianischen Schüler Jhon Jailer (von links), Liliana, Dayana,Andrea, Jhan Carlos , Ordensschwester und Schulleiterin Schwester Gladys Taipe Cancho und Lehrerin Clara Mercedes Botero Ortiz werden von Bürgermeister Klaus Sidortschuk empfangen. Köhler

Quelle: Sandra Köhler

Lehrte. Welche Wünsche, welche Träume, welche Lebensumstände haben Jugendliche, die ihr Leben in einem kolumbianischen Bergdorf verbringen? Bürgermeister Klaus Sidortschuk hatte viele Fragen an seine Besucher aus der Ferne.

Die Antworten der kolumbianischen Schüler waren vielfältig: Das Abitur machen - in Kolumbien bereits nach der 11. Klasse -  sowie Medizin studieren oder einen Beruf in der Verwaltung anstreben und vom Gehalt die Familien unterstützen.

"Bevor wir uns in Altamira engagiert haben, waren die Perspektiven dort schlecht", sagte der Vorsitzende der Kolumbienhilfe Werner Mellentin. Die Jungen hätten sich meist Untergrundkämpfern, den sogenannten Guerillas, angeschlossen und die Mädchen seien früh schwanger geworden. Auch heute noch sei es normal, dass junge Frauen mit 14 Kinder bekämen und diese dann häufig ohne Vater aufziehen müssten, meinte die Schulleiterin und Schwester des Ordens Madre Laura Gladys Taipe Cancho. 

Wer in Kolumbien das Abitur und eine Aufnahmeprüfung besteht, kann studieren - wenn es sich die Familie leisten kann. Umgerechnet mehr als 300 Euro kostet dort ein Semester an der Universität. Für die Bergbauern in Altamira ist das viel Geld. Zudem ist die nächste Universität sechs Autostunden entfernt.

Aber selbst für den Schulbesuch nehmen die Jugendlichen ganz andere Wege und Gefahren auf sich. Dayana (17) etwa wohnt außerhalb von Altamira und besucht dort das Internat. Weil dieses an den Wochenenden geschlossen ist, macht sie sich, jeden Freitagabend auf einen dreistündigen Fußmarsch durch die einsame Landschaft bis nach Hause.

Von Soldaten oder Guerrilleros vergrabene Tretminen sind in Kolumbien allgegenwärtig, auch Kämpfe im Zuge der Vernichtung von Kokapflanzungen nicht ungewöhnlich, berichtete Lehrerin Clara Mercedes Botero Ortiz: "Wenn wir wissen, das draußen etwas los ist, behalten wir die Kinder in der Schule."

Im Vergleich zu ihrer Heimat erlebten Liliana, Dayana, Andrea, Jhon Jailer und Jhan Carlos Deutschland als perfekt. "Es ist so sauber, die Leute sind pünktlich und fleißig", sagten sie und betonten, dass sie das zu Hause auch gerne einführen würden.  "Wir sind dankbar, die zu sein, die aus 280 Schülern ausgewählt wurden und hierher kommen durften", sagen die Schüler beim Abschied.

Den Besuch der Schüler in Deutschland machten neben vielen privaten Spendern  die Diözesanstelle Weltkirche des Bistums Hildesheim und der Katholischen Fonds möglich.

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Von Sandra Köhler

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