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Aldi-Filialleiter kontert kritische Fragen

Lehrte Aldi-Filialleiter kontert kritische Fragen

Mit dem Filialleiter der Lehrter Aldi-Niederlassung an der Iltener Straße hat die Matthäusgemeinde am Sonntag die neue Saison der Kanzelreden eröffnet. Otfried Gebauer beleuchtete die Historie des Discounters und ging auf das Vertrauen der Kunden ein. Kritische Fragen blieben nicht aus.

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Aldi-Filialleiter Otfried Gebauer spricht in der Matthäuskirche über seinen Arbeitgeber.

Quelle: Michael Schütz

Lehrte. Dass Gebauer auf die Kanzel stieg, hatte auch etwas mit dem Privatleben von Beate Gärtner zu tun. Die Pastorin, die die Kanzelreden organisiert, kauft selbst regelmäßig bei Aldi ein, wie sie in ihrer Einleitung verriet. "Ich treffe da immer die Hälfte meiner Gemeinde", meinte sie. Da sei sie auf die Idee gekommen, in dieser Richtung aktiv zu werden. "Entweder ich mache mal einen Gottesdienst bei Aldi oder ich hole mir die Aldi-Kunden in die Matthäuskirche", teilte sie ihre Gedanken mit. Letzteres ist gelungen, den Gebauer erkannte viele seiner Kunden in den Kirchenbänken.

Das Arme-Leute-Image habe Aldi schon lange verloren, sagte Gebauer in seiner Rede und zitierte eine Forsa-Umfrage, nach der zwischen 80 und 95 Prozent aller Gesellschaftsschichten bei dem Discounter einkauften. Das zeuge von einem Vertrauensverhältnis. Es kämen aber immer noch viele arme Leute in die Läden, sagte er. "Aldi ermöglicht vielen Hartz-IV-Empfängern, günstig einzukaufen." Auch Sozialgutscheine würden angenommen. "Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit werden hier groß geschrieben." Das Vertrauen, das die Kunden Aldi entgegenbrächten, sei gerechtfertigt, denn ständige Kontrollen sorgten dafür, dass die Qualität eine gleichbleibend gute sei. "Qualität ganz oben – Preis ganz unten", zitierte der 52-jährige Lehrter einen Werbespruch seines Arbeitgebers.

In der anschließenden Fragerunde musste sich Gebauer allerdings auch kritischen Fragen stellen - etwa zu den Arbeitsbedingungen. "Viele Mitarbeiter sind schon Jahre dabei", sah er eine Zufriedenheit bei seinen Kollegen. Allerdings sei es harte Arbeit, "bei der man immer mit dem Kopf dabei sein muss". Für manchen sei das zu viel. "Deswegen gibt es da eine Fluktuation." Und von unbezahlten Überstunden, wie es eine Frage suggerierte, wisse er nichts. "Das gibt es bei uns nicht."

Zwar hatte Pastorin Gärtner gleich zu Beginn der Fragerunde das kontroverse Thema des Neubaus eines Aldi-Lagers bei Aligse als Thema ausgeschlossen ("Dazu müssen Andere etwas sagen"), aber lokalen Bezug gab es trotzdem. So fragten Besucher nach den Erweiterungsplänen der Lehrter Niederlassung und der Schließung der Filiale in der Stackmannstraße. Es gebe zwar Verhandlungen über eine neue zweite Filiale in Lehrte, sagte Gebauer. "Aber nach derzeitigem Stand wird es keine geben." Eine Erweiterung an der Iltener Straße sei zwar angedacht. "Aber die kann in einem oder auch erst in zehn Jahren kommen."

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In der Fragerunde, in der Pastorin Beate Gärtner die eingesammelten Fragen stellt, muss Otfried Gebauer auch kritische Fragen beantworten.

Quelle: Michael Schütz

Von Michael Schütz

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