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Feierabend: Mittwoch entscheidet sich Zukunft

Lehrte Feierabend: Mittwoch entscheidet sich Zukunft

Am Mittwoch ist der Tag der Entscheidung: Aller Voraussicht nach gibt der Rat der Stadt dann grünes Licht für ein Bebauungsplanverfahren, um aus dem Gelände des Kleingärtnervereins Feierabend an der Manskestraße ein Wohngebiet zu machen. Der Verein hat mit einer Unterschriftensammlung protestiert.

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Die Stadt will aus dem Gelände des Kleingärtnervereins Feierabend an der Manskestraße ein Wohnbaugebiet machen. Manche Gärten der Kolonie wirken vernachlässigt.

Quelle: Oliver Kühn

Lehrte. Der Verein steht kurz vor seinem 90. Jahrestag vor einer Zerreißprobe. In der Sitzung des Bauausschusses am Montagabend haben rund 30 Mitglieder nach eigener Aussage 1245 Unterschriften für den Erhalt der Kolonie an Bürgermeister Klaus Sidortschuk übergeben. "Kleingartenanlagen als vorgehaltenes Bauland zu betrachten, sollte nicht der Weg einer gesunden Stadtentwicklung sein", hieß es in einem offenen Brief, den Lisa Schröer vorlas (siehe unten). Den Vorwurf, den Verein zu spät über die Pläne informiert zu haben, wies Sidortschuk zurück: "Wir haben sofort informiert, als die Gespräche mit den Eigentümern abgeschlossen waren - noch bevor die Politik informiert wurde."

Stadtbaurat Burkhard Pietsch nannte den Kampf der Kleingärtner "legitim", wies aber auf den "hohen Wohnungsbedarf" in der Stadt hin. Nach Untersuchung aller möglichen Flächen stehe nur jene der Kolonie Feierabend an der Manskestraße kurzfristig zur Verfügung. Selbst wenn alles glatt liefe, könne dort wegen der Kündigungsfrist frühestens in zwei Jahren der erste Spatenstich gesetzt werden und ein Jahr später die ersten Wohnungen fertiggestellt sein.

Die SPD hat sich bereits für das Bebauungsplanverfahren ausgesprochen, forderte am Montag aber zudem eine "einvernehmliche Lösung sowie eine bedarfsgerechte Ersatzfläche und angemessene Entschädigung". Nach einem Gespräch mit den Kleingärtnern nach der Sitzung will nun auch die Gruppe aus CDU, FDP und Piraten der Eröffnung des Verfahrens zustimmen. "Das will auch der Verein, um konkrete Fakten auf den Tisch zu bekommen", sagt der Fraktionsvorsitzende Hans-Joachim Deneke-Jöhrens.

Er kritisierte aber, dass der erweitere Beschlussvorschlag der SPD erst kurzfristig in der Sitzung vorgelegt worden se-. Daher habe man am Montag im Bauausschuss Beratungsbedarf angemeldet. Das wiederum hatte den SPD-Fraktionsvorsitzenden Bodo Wiechmann in Rage gebracht: "Die Gruppe duckt sich weg und spielt auf Zeit." Die Tatsachen seien bekannt. Die CDU/FDP/Piraten-Gruppe habe im vergangenen Jahr dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) zugestimmt. Und dort stehe das Kleingartengelände an der Manskestraße als potenzielles Bauland drin. Auch Christian Gailus (Grüne) kann sich für eine Bebauung erwärmen: "Wir brauchen Wohnraum, auch für Auszubildende und Geringverdiener."

Der Rat tagt am Mittwoch, 19. Oktober, ab 18 Uhr im Kurt-Hirschfeld-Forum, Burgdorfer Straße 16.

Kleingärtner: "Verschieben Sie die Entscheidung"

In einem offenen Brief hat sich der Kleingärtnerverein Feierabend gegen eine Bebauung ausgesprochen. „Dann schaffen wir sozialen Wohnraum, aber vernichten sozialen Lebensraum“, sagte Mitglied Lisa Schröer. Dabei seien noch nicht einmal Ersatzflächen bekannt. Die Anlage sei ein Treffpunkt auch für die Nachbarschaft, biete Pflanzen und Tieren eine Heimat und sei eine grüne Lunge inmitten der Stadt. Generationen von Kleingärtnern hätten dort viel Liebe und Arbeit hineingesteckt. „Verschieben Sie die Entscheidung, um anderes neues Bauland zu beschaffen“, heißt es wörtlich an die Ratspolitiker.

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Der Kleingärtnerverein Feierabend hat Bürgermeister Klaus Sidortschuk in der Sitzung des Bauausschusses eine Rolle mit 1245 Unterschriften übergeben.

Quelle: Oliver Kühn

Von Oliver Kühn

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