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251 Platanen stehen auf dem Prüfstand

Lehrte 251 Platanen stehen auf dem Prüfstand

Der Westring und der Südring in Lehrte sind gesäumt von Platanen. 251 Stück sind dort in den Achtzigerjahren gepflanzt worden. Jetzt stehen die mittlerweile stattlichen Bäume allesamt auf dem Prüfstand. Denn mancherorts drücken ihre Wurzeln die Gehwege hoch. Und das ist gefährlich.

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Am Westring bessert ein Bautrup die Unebenheiten im Fuß- und Radweg aus.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Um jene Platanen, die am Westring zwischen den beiden Einmündungen des Beethovenrings stehen, hat es schon vor mehreren Monaten eine Diskussion gegeben. Lehrtes damaliger Baudezernent Burkhard Pietsch hatte angedeutet, dass die Bäume wohl abgeholzt werden müssten. Daraufhin gab es Proteste von Bürgern. Der Alleecharakter der Straße dürfe nicht aufgegeben werden, hieß es.

Doch dass mit den Platanen etwas gescheh muss, steht in der Stadtverwaltung fest. Mittlerweile sind sämtliche Bäume entlang des West- und Südrings überprüft worden. Jeder einzelne wurde in eine von drei Kategorien eingeordnet: Grün für unbedenklich, Gelb für leicht oder in Zukunft bedenklich und Rot für jene Plananen, deren Wurzeln an den benachbarten Gehwegen schon große Schäden verursacht haben. Exakt 97 Bäume gehören nach Angaben von Detlef Tietze vom Fachdienst für Grünplanung und Umwelt der Stadt in letztere Abteilung. Diese Zahl nannte er unlängst in einer Sitzung des Umweltausschusses. Im grünen Bereich seien 107 der Bäume, im gelben 47.

Die Schäden an den Gehwegen, an denen mit Rot eingestufte Bäume stehen, machen der Stadt erhebliche Sorgen. An manchen Stellen haben die Wurzeln die Steine bereits mehrere Zentimeter hochgedrückt. So entstehen Stolperfallen für Passanten und eine gefährliche Buckelpiste für Radler. Und weil die Stadt in der Pflicht sei, ihre Gehwege verkehrssicher zu halten, müsse dort etwas geschehen, betont auch der Sprecher der Verwaltung, Fabian Nolting.

An der Ostseite des Westrings geschieht bereits seit Dienstagvormittag etwas. Dort waren Arbeiter angerückt, um die Unebenheiten im Gehweg zunächst provisorisch zu beseitigen. Eine solche Aktion stehe noch vor dem Winter am Südring in Höhe des Rewe-Merkts auf beiden Straßenseiten an, betont Nolting. Auch dort waren die Platanen mit Rot bewertet worden. "Rot bedeutet, der Schaden am Gehweg ist so nicht mehr zu akzeptieren und es besteht Handlungsbedarf", hatte Tietze im Ausschuss gesagt.

Besonders problematisch wird es vor allem an jenen Stellen, an denen die Wurzeln der Platanen bereits Mauern oder Befestigungen von Privatgrundstücken beschädigen. Dort komme die Stadt möglicherweise schnell in die Pflicht, Schäden zu ersetzen. An einer Stelle am Westring, wo am Dienstag die Bauarbeiter anrückten, habe es bereits eine Beschädigung einer Einfriedung gegeben, sagt Nolting.

Dass schon bald am Süd- und Westring in großem Stil abgeholzt wird, ist allerdings ausgeschlossen. Jetzt gehe es erst einmal darum, detailierte Gutachten zu allen Bäumen und deren Wruzeln zu erstellen, hatte Tietze im Ausschuss betont. Dann müssten Alternativen zum Abholzen geprüft werden. Und auch eine Kostenschätzung müsse noch her. "Das ist alles eine sehr umfangreiche Sache", meinte Tietze. Er rechnet damit, dass frühestens im ersten Quartal kommenden Jahres erste Ergebnisse der Gutachten vorliegen. Nolting betont indes, dass keine der 251 Platanen krank ist und deswegen verschwinden müsse: "Die Bäume sind alle vital."

Platanen galten als schick

Der Ärger mit den Platanen an West- und Südring geht auf eine Entscheidung zurück, die man heute wohl als Fehlplanung einstufen möchte. In der Achtzigerjahren, als die 251 Bäume gepflanzt wurden, galten sie als schick und ideal für die Herstellung eines Alleecharakters. Dass Platanen flach wurzeln, wenn sie nicht genug Platz haben, war damals kein entscheidendes Argument gegen die Baumart, die von Fachleuten heute als für unsere Breiten "nicht ortstypisch" angesehen wird.

Genau den Fehler mit dem mangelnden Platz hat man aber seinerzeit am West- und Südring gemacht. "Der Wurzelraum ist unzureichend", sagte Fachmann Detlef Tietze im Umweltausschuss. Falls Platanen gefällt werden müssen, soll es Ersatzpflanzungen geben. Welche Baumsorte dann zum Zuge kommt, ist aber noch ebenso unklar wie die Anzahl der zu fällenden vorhandenen Bäume.

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