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Antworten zur Flüchtlingsunterkunft

Lehrte Antworten zur Flüchtlingsunterkunft

Am Rand der Kernstadt entsteht eine weitere Sammelunterkunft für Flüchtlinge. 200 Menschen sollen in dem ehemaligen Brotlager an der Everner Straße unterkommen. Fachleute, darunter Bürgermeister Klaus Sidortschuk und Lehrtes Polizeichef Ulrich Bode haben jetzt Fragen beantwortet.

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Bei einer Infoveranstaltung werden Fragen zur Unterkunft beantwortet.

Quelle: Achim Gückel

Wann soll die neue Unterkunft belegt werden?

Der Druck, Flüchtlinge schnell unterzubringen wird auch für Lehrte immer größer. Schon im März soll die 2200 Quadratmeter große Halle an der Everner Straße umgebaut sein. Dort entstehen zurzeit 50 Wohneinheiten mit Platz für je zwei bis sechs Flüchtlinge.

Aus welchen Ländern werden die Flüchtlinge stammen?

Dazu kann die Stadt zurzeit keine Angaben machen. Informationen über die Nationalität der zugewiesenen Flüchtlinge gebe es nur noch sehr kurzfristig, verdeutlichte Michael Großmann, Fachbereichsleiter bei der Stadt. „Wir müssen es nehmen, wie es kommt“, sagte er.

Sind dann Konflikte vorprogrammiert, zum Beispiel, wenn Menschen verschiedener Religionen oder Ethnien aufeinander treffen?

Falls Konflikte absehbar werden, greifen die Sozialarbeiter der Unterkunft ein. Es gebe auch die Möglichkeit der räumlichen Trennung.

Wie lange soll das frühere Brotlager als Unterkunft dienen?

Die Stadt hat es auf drei Jahre gemietet, steht aber bereits in Verhandlungen über die Anmietung weiterer leerer Gewerbehallen.

Wer zahlt für den Betrieb der Unterkunft?

Die Kosten werden der Stadt nahezu vollständig erstattet. Lehrte zahlt nur für einen Teil der Betreuung, in die auch das Netzwerk „Lehrte hilft“ eingebunden wird.

Wird eine so große und abseits gelegene Flüchtlingunterkunft nicht schnell zum Getto?

Das Wort Getto hören die Verantwortlichen nicht gern. Trotzdem könne sie diese Befürchtungen gut verstehen, meint Gabriele Schuppe von der AWO. Ihre Organisation betreut die Sammelunterkunft an der Manskestraße. Dort sei zu beobachten, dass sich die Strukturen mehr und mehr öffneten, die Flüchtlinge sich ins Stadtleben mischten und viele versuchten, sich zu integrieren. Von Getto könne keine Rede sein.

Müssen sich die Lehrter wegen des Zustroms der Flüchtlinge um die öffentliche Ordnung in ihrer Stadt Sorgen machen? Besteht nun die Gefahr von Übergriffen, etwa auf junge Frauen?

Die Sicherheitslage habe sich durch die Flüchtlinge bisher nicht dramatisch verändert, sagt Polizeichef Ulrich Bode. Sehr wohl aber werde die Polizei in den Sammelunterkünften vorstellig und weise die Flüchtlinge auf die Grundlagen im Zusammenleben in Deutschland und die Rechtsstaatlichkeit hin.

Wer sorgt für die Ordnung?

Der Malteser-Hilfsdienst wird die Unterkunft gemeinsam mit der Caritas betreiben. Tagsüber werden zwei Sozialarbeiter und bis zu acht Verwaltungskräfte dort arbeiten. Außerdem kümmert sich ein Sicherheitsdienst um die Unterkunft - und zwar schon jetzt während der Umbauphase.

Vom Brotlager zur Unterkunft

Die großen Schilder an den Außenwänden sind unzweideutig: Früher wurden in dieser Halle die Brotsorten Golden Toast und Lieken Urkorn gelagert. Jetzt wird die Halle an der Everner Straße in Windeseile zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut. Arbeiter ziehen Leichtbauwände ein, es entstehen Schlafräume, die mit Doppelstockbetten, Tischen, Stühlen und Schränken versehen werden. Die Dusch- und Toilettencontainer sind bestellt. Das Dach muss noch abgedichtet, Zwischenwände müssen verstärkt werden. Auf dem Vorplatz der Halle entsteht noch ein winterfestes Zelt, in dem die Menschen ihre Mahlzeiten einnehmen werden. All das gehe schnell voran, sagt Jens Engel von den Maltesern. Er ist Stabsleiter für die Flüchtlingseinrichtungen unter Führung seiner Organisation. Gemeinsam mit der Caritas werden sich die Malteser um den Betrieb der Unterkunft kümmern. Breiten Raum im Tagesablauf der Flüchtlinge soll das Erlernen der deutschen Sprache, aber auch die Vermittlung von Regeln einnehmen – von der Mülltrennung bis zur Pünktlichkeit.

Von Achim Gückel

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