Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Stadtpark: Lässt sich Stadt etwas schenken?

Lehrte Stadtpark: Lässt sich Stadt etwas schenken?

Ein Angebot von drei Lehrtern bringt die Stadt in eine ungewöhnliche Situation. Das Trio wäre bereit, mittels einer Spende oder Schenkung eine Erweiterung des Stadtparks zu ermöglichen. Doch bei der Stadt ist das Projekt zurzeit gar kein Thema. Die Bürger betonen, dass ihr Angebot unbegrenzt gilt.

Voriger Artikel
Alle wollen ins kühle Nass
Nächster Artikel
Das Idyll hinter der Backsteinmauer

Um diese Grünfläche geht es: Hans-Dieter Weschke und zwei weitere Bürger würden sie gern der Stadt schenken, damit der Stadtpark erweitert werden kann.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Gegenstand der Diskussion ist jene etwa 3500 Quadratmeter große Fläche an der Straße Am Stadtpark, auf der bis vor ein paar Wochen noch die Gemeinnützige Seniorenwerk-Gesellschaft ein Alten- und Pflegeheim modernster Art errichten wollte. Ende Juni legte das Unternehmen sein Vorhaben, das möglichst schnell starten sollte, jedoch zu den Akten. Es warf der Stadt und Lehrtes Politikern unter anderem vor, Entscheidungen zu verzögern.

Der Bauausschuss hatte tatsächlich Anfang Juni gezögert, die Aufstellung eines für die Errichtung des Altenheims nötigen Bebauungsplans anzuschieben. Sie vertagte die Sache auf einen Zeitpunkt nach der Sommerpause. Die Kommunalpolitiker taten dies auch unter dem Eindruck des Schenkungsangebots.

Hans-Dieter Weschke, selbst Anwohner am Stadtpark, hatte es in der Ausschusssitzung überraschend unterbreitet: Er und zwei Mitstreiter seien bereit, die Kosten für den Erwerb der vom Seniorenwerk favorisierten Grünfläche, die sich wie ein Keil in den Stadtpark schiebt, zu tragen. Voraussetzung: Die Stadt muss mit dem Großteil dieses Geländes den Park erweitern und damit die vor 20 Jahren formulierte Idee eines durchgehenden, breiten Grünzugs vom Wasserturm bis zum Hohnhorstsee endgültig verwirklichen.

Nach dem Rückzug des Seniorenwerks hat Weschke das Angebot noch einmal schriftlich untermauert. Er schlägt vor, dass die Stadt Kontakt zum derzeitigen Eigentümer des fraglichen Grundstücks aufnimmt und es ihm zum Preis für Grünland abkauft. Das Geld dafür würden Weschke und seine zwei Mitstreiter dann der Stadt als Spende oder Schenkung zufließen lassen.

„Damit wäre die Stadt von allen mit dem Erwerb des Grundstücks verbundenen Kosten freigestellt und könnte trotzdem das öffentliche Eigentum mehren“, schreibt Weschke. Das Angebot gelte unabhängig von der Frage, „ob Investoren eine solche Fläche bebauen wollen, unabhängig von Kommunalwahlen und dauerhaft, auch wenn die Stadt derzeit kein Interesse an dem Erwerb hat“.

Allerdings denkt die Stadt zurzeit überhaupt nicht an eine Erweiterung des Stadtparks. „Bisher gibt es diese Absicht nicht. Und daher haben wir aktuell auch nicht die Absicht, die Fläche zu erwerben“, sagt Sprecherin Nele Domin. Die Angelegenheit sei eine knifflige Frage der Stadtentwicklung, über die erst einmal eingehend beraten werden müsse – und das auch auf politischer Ebene. „Aber wir wissen dieses honorige Angebot der Bürger sehr wohl zu schätzen“, betont Domin.

Von Achim Gückel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Digitales Daumenkino: So wächst das Parkhaus

Das Parkhaus in Lehrte wächst zusehends. Woche für Woche macht HAZ-Redakteur Achim Gückel ein Foto des Baus aus derselben Perspektive. Daraus entsteht ein digitales Daumenkino.