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Plan: 200 Wohnungen auf Feierabend-Gelände

Lehrte Plan: 200 Wohnungen auf Feierabend-Gelände

Jetzt sind die Pläne für das Wohngebiet auf dem Gelände der Kleingartenkolonie Feierabend da: Die Stadt schlägt vor, auf der Fläche an der Manskestraße rund 200 Wohnungen zu errichten. Die Kleingärtner sollen an den Hohnhorstsee umsiedeln. In der Politik zeichnet sich breite Zustimmung für diesen Plan ab.

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Die ersten Frühlingsblüher sind in der Kolonie Feierabend schon aufgegangen.

Quelle: böger

Lehrte. Das künftige Baugebiet wird im Norden vom Kreuzbuchenweg, im Osten von der Manskestraße, im Süden von der Schützenstraße und im Westen von der Straße Auf den Blockäckern begrenzt. Nach dem Vorentwurf des Bebauungsplans soll auf der knapp sechs Hektar großen Fläche eine Mischung aus Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie Doppel- und Reihenhäusern entstehen. Der größte Anteil der bis zu 220 Wohneinheiten ist mit 140 bis 150 in Mehrfamilienhäusern vorgesehen, die bis zu drei Vollgeschosse haben und bis zu 14 Meter hoch sein dürfen. Hinzu kommen könnten etwa 45 Reihen- und Doppelhäuser sowie knapp 30 Einfamilienhäuser. Außerdem sind eine öffentliche Grünfläche und ein Spielplatz sowie ein Kindergarten geplant.

Bei der Vorstellung des Projektes im Bauausschuss am Montagabend machte Planerin Anja Hampe deutlich, dass - wie überall in Lehrte - die Lärmimmissionen das größte Problem für das Wohngebiet darstellen. Durch die Bahn im Westen und die Autobahn im Norden werden die Orientierungswerte sowohl tagsüber als auch nachts im gesamtem Gebiet überschritten. Deshalb sollen passive Schallschutzmaßnahmen, also entsprechende Dämmung und Verglasung an den Gebäuden, vorgeschrieben werden. Außerdem wird dem Problem durch die Ausrichtung der Gebäude mit Terrassen und Balkonen nach Süden und zum Teil auch nach Osten - also den schallabgewandten Seiten - Rechnung getragen.

Burkhard Hoppe (SPD) sprach im Ausschuss von einer "gelungenen Planung", fragte aber, ob die Mehrfamilienhäuser nicht noch eine Etage höher gebaut werden könnten, um noch mehr Wohnraum zu schaffen, auch wenn es in der Höhe lauter sei. Laut Fachdienstleiter Christian Bollwein ließen sich die Gebäude zwar ausreichend dämmen, "aber der Schattenwurf wäre ein Problem". Außerdem machte er darauf aufmerksam, dass schon nach dem vorliegenden Entwurf eine Tiefgarage gebaut werden müsste, "wenn die Geschosszahl voll ausgereizt wird".

Hoppes Parteikollege André Tepper warnte indes vor zu hohen Bauten, weil diese die Akzeptanz in den angrenzenden, von Einfamilienhäusern geprägten Bereichen mindern könnte. Ronald Schütz (Grüne) vertrat die Auffassung, der im Nordosten geplante Kindergarten sollte besser weiter nach Süden verlegt werden. Dann würde jedoch mehr Verkehr durch das Gebiet rollen, meinte Bollwein.

Da der Vertreter der Linken, Christoph Lokotsch, Beratungsbedarf seiner Fraktion anmeldete, vertagte der Bauausschuss seine Entscheidung. Wie es jetzt weitergeht, ist allerdings unklar. Üblicherweise müsste das Thema noch einmal auf die Tagesordnung des Bauausschusses kommen. Doch die Zeit drängt wegen der nur befristet gültigen Verkaufsangebote der Grundstückseigentümer. Deshalb könnte der Rat möglicherweise schon in der kommenden Woche den nächsten Verfahrensschritt einleiten - ohne Votum des Fachausschusses.

Zu der parallel laufenden Änderung des Flächennutzungsplans hatte es bereits eine ganze Reihe von Fragen und Änderungswünschen gegeben, die nach Bollweins Angaben jedoch teilweise gar keine Berücksichtigung finden können, sondern in das Bebauungsplanverfahren gehören. Nach dem Gesetz müssten sie noch einmal eingereicht werden. Es genüge jedoch ein kurzes Schreiben mit der Bitte, die entsprechende Stellungnahme in das zweite Verfahren einfließen zu lassen. Ob die Verwaltung, wie von der Politik gewünscht, die betroffenen Einwänder darauf aufmerksam macht, ist noch offen.

Kleingärtner sollen umziehen

Den Kleingärtnern aus der Kolonie Feierabend bietet die Stadt Ersatzflächen südlich des Hohnhorstsees am Hohnhorstweg an. Das Areal dort ist mit 3,2 Hektar deutlich kleiner, aber nach Angaben des Bezirksverbandes würden gegenüber den bisher 100 Parzellen nur etwa 60 benötigt, berichtete Hampe. Außerdem seien die vorhandenen Gärten rund 600 Quadratmeter groß, während das Gesetz nur 400 vorsehe. Unter diesen Voraussetzungen reiche das vorgesehene Gebiet aus, erklärte die Planerin auf eine entsprechende Frage von Armin Hapke (CDU), der von einer "attraktiven Fläche" sprach. "Die Lage ist phantastisch", schwärmte Burkhard Hoppe (SPD). Der Stadtpark werde quasi nach Nordosten verlängert.

Noch müssen zwischen der Stadt und dem Kleingärtnerverein und dessen Bezirksverband mehrere Punkte verhandelt werden. Klar ist, dass die Laubenbesitzer eine Entschädigung bekommen. Dazu wird ein offizieller Schätzer ihr Eigentum bewerten. Offen ist dagegen noch, welche weiteren Kosten die Stadt übernimmt. Dabei geht es unter anderem um das Vereinsheim, Wege, Parkplätze und eine Einzäunung. Insgesamt stehen zwölf Punkte auf der Liste. Ein Vertreter des Vereins kündigte unter Verweis auf die Parkplätze schon mal an, dass "wir kein Geld für Sachen ausgeben, die wir schon haben".

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