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Citylauf: Rentner fährt auf Streckenposten zu

Lehrte Citylauf: Rentner fährt auf Streckenposten zu

Das hätte dramatisch enden können: Aus Verärgerung über die Absperrungen für den Citylauf 2016 war ein 67-Jähriger mit seinem VW-Multivan auf Streckenposten zugefahren - diese mussten sich mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit bringen. Außerdem drohte er, "eine Bombe zu werfen". Jetzt steht er vor dem Amtsgericht.

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Aus Verärgerung über die Absperrungen beim Citylauf ist ein 67-Jähriger mit seinem VW-Multivan auf Streckenposten zugefahren - diese mussten sich mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit bringen.

Quelle: Oliver Kühn (Archiv)

Lehrte. Zum Prozessauftakt musste das Amtsgericht erst einmal warten. Der Angeklagte erschien eine halbe Stunde zu spät - nachdem ihn sein Verteidiger herbeitelefoniert hatte. Die beiden Straftaten, die Oberamtsanwältin Gabriele Hüter dem Lehrter dann vorwarf, waren gepfeffert: gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und Störung des öffentlichen Friedens. Er sei am 2. September gegen 17.45 Uhr aus Verärgerung, weil er wegen der Straßensperrungen für den Citylauf nicht zu seinem Haus in der Manskestraße fahren konnte, zunächst entgegen der Einbahnstraße in die Steinstraße gefahren, um die Sperrung zu umgehen.

Als ihn an der Ecke zur Grünstraße zwei Streckenposten aufhalten wollten, sei der Rentner mit seinem VW T 5 mit Absicht auf sie zugefahren - eine 67-Jährige vom Lehrter Sportverein und einen 16-jährigen Feuerwehrmann. Beide bestätigten vor dem Amtsgericht, dass sie sich mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit bringen mussten. Der Fahrer sei mit deutlich mehr als Tempo 30 unterwegs gewesen und habe sogar nochmal Gas gegeben.

Doch damit nicht genug. Laut Anklageschrift wurde er einem zweiten Feuerwehrmann gegenüber verbal ausfällig. "Ihr gehört doch alle einem Polizeistaat an. Kein Wunder, dass wir vor die Hunde gehen. Die Regierung besteht ja eh nur aus Fidschies und Türken", soll er gerufen haben. Danach habe er noch gedroht, dass er beim nächsten Citylauf "eine Bome werfen" und dafür sorgen wolle, dass er nicht stattfindet. An den genauen Wortlaut mit der Bombe konnte sich der 21-jährige Helfer vor Gericht aber nicht mehr erinnern. "Aber das Verhalten war patzig, so kann man nicht mit Menschen umgehen." Oberamtsanwältin Gabriele Hüter wertet dies als "Rambo-Verhalten" und Störung des öffentlichen Friedens.

Der Angeklagte bestritt diesen Vorwurf. "Diese Ausdrucksweise ist nicht meine, ich habe niemanden beleidigt." Er habe nur mit seiner schwerbehinderten Frau auf sein Grundstück wollen. Dass er entgegen der Einbahnstraße gefahren sei, habe er nicht gesehen. Dies könne seine Ehefrau bezeugen, die auf dem Beifahrersitz gesessen habe. Weil diese nicht als Zeugin geladen war, beantragte dies nun sein Verteidiger. Der Prozess wird deshalb am 11. Mai fortgesetzt.

Der Lehrter scheint eine gewisse Aggressivität an den Tag zu legen. Bei einer Beschwerde an die Polizeidirektion Hannover sechs Wochen nach dem Citylauf war er offenbar so ausfallend geworden, dass nun ein weiterer Prozess wegen Beleidigung ansteht. Das Angebot von Amtsgerichtsdirektor Robert Glaß, dies gleich mitzuverhandeln, hatte der Verteidiger des 67-Jährigen abgelehnt.

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Aus Verärgerung über die Absperrungen ist ein 67-Jähriger mit seinem VW-Multivan auf Streckenposten zugefahren - diese mussten sich mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit bringen.

Quelle: Oliver Kühn (Archiv)

Von Oliver Kühn

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