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Hämelerwald: Plan für Grüngutplatz gescheitert

Lehrte Hämelerwald: Plan für Grüngutplatz gescheitert

Der Kampf um einer Sammelstelle für Grüngut in Hämelerwald oder Sievershausen wird zur unendlichen Geschichte: Mittlerweile ist auch der Plan geplatzt, die Anlage neben der Tennisanlage am Hainwald anzusiedeln. Denn mittlerweile dürfen Grüngutplätze nur noch von Landwirten betrieben werden. Bauern sind in Hämelerwald aber Mangelware.

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Bis auf weiteres wird der Grüngutsammelplatz in Arpke für Hämelerwalder und Sievershäuser die einzige Möglichkeit sein, ihren Strauchschnitt loszuwerden.

Quelle: Sandra Köhler

Hämelerwald. Hämelerwalds Ortsbürgermeister Dirk Werner klingt mittlerweile etwas niedergeschlagen. Dass aus dem Grüngutsammelplatz am Tennisgelände nichts werde, sei schade. "Aber wir werden das wohl so akzeptieren müssen." Dabei habe man vor mehr als sieben Jahren dem Bau des Penny-Zentrallagers bei Sievershausen nur unter der Maßgabe zugestimmt, einen neuen Grüngutplatz zu bekommen und sich darum "nicht groß selber kümmern" zu müssen.

Es ist anders gekommen. Als 2009 das riesige Lager am Ambosteler Weg gebaut wurde, musste dort der alte Grüngutplatz weichen - und es begann ein jahrelanges Ringen um einen neuen Standort. Mehrere wurden ins Auge gefasst und wieder verworfen. Oft wehrten sich Anwohner gegen die Ansiedlung, mitunter sprachen rein planerische oder verkehrstechnische Aspekte dagegen. 2011 wurde schließlich das Gelände neben den Tennisplätzen erstmals ins Visier genommen - zum Leidwesen des Tennisclubs, der sogar mit Klage drohte.

Im Mai 2014 schließlich fasste der Verwaltungsausschuss der Stadt den Beschluss, die rechtlichen Voraussetzungen für eine Grüngutsammelstelle an der Tennisanlage zu schaffen. Ein Bebauungsplan sollte her. Doch die Aufstellung dieses Werks verzögerte sich im Rathaus. Und nun grätscht ein aktueller Beschluss der Abfallwirtschaft der Region Hannover (Aha) dazwischen: Neue Grüngutsammelstellen dürfen nur noch von Landwirten betrieben werden, die dem Maschinenring Hannover-Land angehören. Sonstige Standorte, die möglicherweise erst mit einem Bebauungsplan rechtlich abgesichert werden müssen, soll es nicht mehr geben. Denn der bauliche und betriebliche Aufwand, etwa für Bodenabdeckung sowie die Erfassung und Reinigung von Sickerwasser, seien zu groß. "All dies würde erhebliche Investitionskosten nach sich ziehen, die nicht zu rechtfertigen sind", sagt Sprecherin Helene Herich. Man wolle die Stadt bei der Suche aber gern unterstützen.

Damit muss Lehrte seinen Beschluss vom Mai 2014 aufheben. In einem neuen Vorschlag heißt es nun, die Stadt werde sich bemühen, einen Landwirt zu finden, der "auf eigenem Gelände und mit Bezug zum eigenen Hof eine Grüngutsammelstelle für Hämelerwald und Sievershausen betreibt". Darüber werden die Ortsräte demnächst beraten. Doch das Vorhaben scheint von Vornherein zum Scheitern verurteilt. Im erst 1864 gegründeten Hämelerwald gibt es nämlich keine landwirtschaftlichen Betriebe - bis auf die außerhalb gelegenen Güter Schierke und Adolphshof. Letzteres ist ein Demeter-Hof mit strengen ökologischen Auflagen und schon aus diesem Grund kein Platz für die Annahme und Lagerung von Grüngut. Mit dem Gut Schierke will Ortsbürgermeister Werner nun vorsichtig Kontakt aufnehmen.

Und was ist mit Sievershausen? Dort waren ebenfalls alle Versuche gescheitert, einen neuen Platz für die Sammelstelle zu finden. Und Landwirte gibt es dort ebenfalls kaum noch. Hämelerwalder und Sievershäuser, die Grüngut und Strauchschnitt loswerden möchten, werden also weiterhin zur Annahmestelle am Rand von Arpke fahren müssen.

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Fotostrecke Lehrte: Hämelerwald: Plan für Grüngutplatz gescheitert

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Von Achim Gückel

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