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Bahnhofsmission: Nächstenliebe an Gleis 11

Lehrte Bahnhofsmission: Nächstenliebe an Gleis 11

"Hoffnung geben, wo Menschen leben" - unter diesem Motto hat die Bahnhofsmission Lehrte am Dienstag ihren Tag der offenen Tür gefeiert. Seit 70 Jahren kümmern sich Helfer an Gleis 11 um Menschen, denen es nicht so gut geht. "Hier wird christliche Nächstenliebe gelebt", sagt Pastor Andreas Anke.

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Die Bahnhofsmission in Lehrte bewirtet jeden Tag zwischen 20 und 35 Gäste an Gleis 11. Beim Tag der offenen Tür gab es auch spontane Unterhaltung von Straßenmusiker Thomas Stephan Balloons.

Quelle: Oliver Kühn

Lehrte. Hilde Schedler kennt die Bahnhofsmission - außer der in Hannover die einzige in der Region - schon fast seit der Eröffnung. "1949 bin ich mit meiner Mutter das erste Mal hier gewesen", erinnert sich die 78-Jährige, die nach dem Krieg als Flüchtling aus Westpreußen in Lehrte strandete. Damals war die Bahnhofsmission noch in einer Holzbaracke am Ende des Bahnsteigs untergebracht. "Ich komme selbst heute noch öfter her, auch wenn ich noch meine eigene Wohnung habe", sagt die ehemalige Marktfrau.

 Damals wurden noch viele Flüchtlingszüge am Bahnsteig mit Getränken und Butterbroten versorgt. Heute gibt es an Gleis 11 Eintöpfe und Suppen mit Speck und Schweinefleisch, viele von der Lehrter Tafel gestiftet. Doch legendär ist der Kartoffelbrei mit Spiegelei. "Das beste Püree mit Ei", schwärmt auch Yvonne, genannt Kiwi. Die 37-Jährige kam mit ihren Eltern aus der ehemaligen DDR und ist inzwischen Stammgast. Und der Straßenmusiker Thomas Stephan Ballons hat spontan seine Ukulele rausgeholt und für Unterhaltung gesorgt.

 Zwischen 20 und 35 Menschen versorgen die Helferinnen an jedem Wochentag. "Die Hälfte ist Stammpublikum, vorwiegend Männer", sagt Christine Busch-Saile, seit drei Jahren im Team. Frauen versorgten sich meist noch selbst und schämten sich auch eher, die Bahnhofsmission aufzusuchen. Derzeit kämen auch viele polnische Saisonarbeiter - Flüchtlinge dagegen kaum. Vor allem in der zweiten Monatshälfte kommen mehr Menschen, sagt Barbara Ziegler, Geschäftsführerin der Landesgruppe der Bahnhofsmissionen: "Nämlich dann, wenn das Geld alle ist."

Aber auch sonst gibt es bei einer Tasse Kaffee oder Tee mit Krökeltisch, Billard und Spielen Zerstreuung. Donnerstagabends nutzt das Netzwerk Lehrte hilft die Räume für seinen internationalen Stammtisch. Finanziert wird die Einrichtung mit einem Etat von jährlich rund 8000 Euro vom Kirchenkreis Burgdorf, den Kirchengemeinden Matthäus und Markus sowie der Stadt.

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Von Oliver Kühn

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