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Bahnkunden stranden in Lehrte

Lehrte Bahnkunden stranden in Lehrte

Nichts geht mehr: Das mussten am Mittwoch Hunderte Bahnkunden feststellen, die am Bahnhof in Lehrte gestrandet waren. Wegen eines Defekts an einer Oberleitung im Hauptbahnhof Hannover fielen bis in den Nachmittag hinein Dutzende Züge aus.

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Hunderte Bahnreisende irren auf den Bahnsteigen in Lehrte umher, doch etliche Züge fallen ersatzlos aus. Selbst im Reisezentrum gibt es keine Infos.

Quelle: Oliver Kühn

Lehrte. „Wie komme ich hier jetzt weg?“ Das war am Mittwoch auf den Bahnsteigen in Lehrte die meistgestellte Frage. Gibt es Ersatzzüge oder Busse? Doch Antworten hatten weder Bahnmitarbeiter noch das Reisezentrum. „Ich kann Ihnen keine Informationen geben, ich komme telefonisch nicht mehr durch“, erklärte eine sichtlich gestresste Mitarbeiterin den genervten Wartenden.

Wegen des technischen Schadens in Hannover war für alle S- und Regionalbahnen am Knotenpunkt Lehrte Endstation - für Reisende aus Süden wie etwa Hildesheim genauso wie aus Richtung Osten, etwa aus Berlin. Uwe Hantelmann aus Peine sollte um 10.30 Uhr seinen Dienst bei der Post in Hannover antreten. „Dafür sehe ich keine Chance“, sagte der 55-Jährige. Er habe sein Auto am Bahnhof in Hämelerwald stehen lassen, wie er dorthin zurückkommen solle, wisse er nicht. Er habe erst kurz vor Lehrte durch eine Zugansage von den Bahnausfällen erfahren - viel zu spät.

Die mangelhafte Information der Bahn ist vielen Fahrgästen sauer aufgestoßen. So wie der Burgdorferin Sibylle Schorr. „Ich habe es erst in Höhe Aligse erfahren, das hätte man auch vorher sagen können“, meinte die 61-Jährige entnervt. Sie warte schon seit mehr als einer Stunde - Ende offen. „Deshalb fahre ich jetzt zurück nach Burgdorf“, sagte Schorr.

Einige versuchten in ihrer Not, sogar aus der Stadt zu trampen, andere ein Taxi zu ergattern. „Keine Chance“, fasste es die 32-jährige Anne aus Berlin zusammen. Sie wollte sich mit ihrer Bremer Freundin in Hannover treffen, um gemeinsam weiter nach Bayern in den Urlaub zu fahren.

Auch auf den Bahnsteigen gab es kaum verständliche oder sogar falsche Durchsagen. Erst sollte ein Zug nach Hannover auf Gleis 11 abfahren. Hunderte Fahrgäste machten sich auf den Weg dorthin. Dann hieß es jedoch, die S-Bahn 7 fahre auf Gleis 14 ab. Richtig war jedoch: Weder noch - kein Zug fuhr nach Hannover.

So haben auch Torsten Lambrecht und Merle Rosenberg aus Gifhorn ihren geplanten Trip zum Schützenfest nach Hannover schweren Herzens abblasen müssen. „Vielleicht fahren wir jetzt für einen Stadtbummel nach Wolfsburg“, sagte der 34-Jährige mit einem Anflug von Galgenhumor. Auch Karin Kalässe aus Lehrte musste den Besuch eines Bekannten in einem Altenheim in Hannover absagen, genauso wie die Schülerinnen Fenja, Isabella und Luisa aus Gifhorn einen Besuch im Sea Life Aquarium. Carmen Röwer musste nach Hildesheim zurückkehren. Dabei wollte die 61-Jährige dienstlich zu einer Schulung nach Hannover - bei der Bahn.

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