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Ortsspaziergang: Sievershausen verjüngt sich

Lehrte Ortsspaziergang: Sievershausen verjüngt sich

In der Serie Spaziergänge mit dem Ortsbürgermeister stellt Sievershausens neues Dorfoberhaupt Armin Hapke (CDU) seine Ideenne für die Ortschaft vor. Die Themen Dorfentwicklung und LKW-Verkehr spielen dabei eine große Rolle.

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Schmuckstück in Sievershausen: Die St.-Martinskirche gehört ganz klar zu den Lieblingsplätzen von Ortsbürgermeister Armin Hapke.

Quelle: Katja Eggers

Sievershausen. Wenn man Ortsbürgermeister Armin Hapke fragt, worauf er in Sievershausen besonders stolz ist, fallen ihm viele Dinge ein. Als erstes nennt er jedoch das Neubaugebiet Kirchlahe-Süd. Von den 45 Grundstücken, die es dort gibt, sind dort mittlerweile fast alle vermarktet, es wird emsig gebaut und die ersten Bewohner sind auch schon eingezogen.

"Das macht immer wieder Spaß, hier durch zu gehen und zu gucken, wie vielfältig sich die Architektur weiterentwickelt", sagt Hapke. Das Neubaugebiet ist bei seinem Spaziergang durch den Ort daher die erste Station. Mit Kirchlahe-Süd seien vor allem viele junge Familien nach Sievershausen gezogen. "Das Dorf verjüngt sich", freut sich Hapke. Wichtig ist ihm daher auch, dass in dem Neubaugebiet nun als nächstes die geplante Kita entsteht. Im Haushalt ist dafür bereits Geld eingestellt. "Und hier könnte die Kita entstehen", sagt Hapke und zeigt auf eine große Freifläche.

Die neue Kita soll in Sieverhausen die Nachfrage nach weiteren Kita-Plätzen befriedigen. "Der Bedarf ist groß", betont Hapke. Derzeit gibt es im Ort lediglich eine Kita mit drei Gruppen und einer Krippe. Hapke und der Ortsrat wollen sich zudem für eine nachschulische Betreuung stark machen. "Unser Wunsch wäre eine offene Ganztagsschule", sagt der Ortsbürgermeister.

Gut aufgestellt ist Sievershausen hingegen in Sachen Jugendarbeit. "Die Vereine sind sehr engagiert", sagt Hapke und verweist unter anderem auf vielfältige Angebote im TSV, bei den Schützen, der Tennisgemeinschaft und der Jugendfeuerwehr sowie im Antikriegshaus. Vor allem bei der SOS-Karnevalsgesellschaft sei der Andrang riesig, sagt Hapke. Der Ortsbürgermeister selber ist bekennender Karnevalist. In Sievershausen ist er vor elf Jahren sogar Karnevalsprinz gewesen.

Zufrieden ist Hapke im Ort zudem mit der Nahversorgung. Im Ort gibt es gute Einkaufsmöglichkeiten und Ärzte sowie eine Apotheke. Für Ältere wünscht sich Hapke jedoch dringend Betreuungsmöglichkeiten. "Sievershausen ist im Osten der Region der einzige größere Ort, der kein Pflegeheim oder Seniorenstift hat", sagt Hapke. Es gebe lediglich einen mobilen Pflegedienst. Denkbar sind für den Ortsbürgermeister künftig aber nicht nur Pflegeheime sondern auch Mehrgenerationenhäuser oder andere Alternativen, um Älteren die Möglichkeit zu bieten, weiter in ihrer gewohnten Umgebung wohnen zu können.

Hapke möchte dieses Thema gern im Rahmen der Dorfentwicklung angehen und dafür die Bürger mit ins Boot holen. Eine Aufnahme ins Dorfentwicklungsprogramm hat für ihn höchste Priorität. "Das Thema Zukunftsfähigkeit steht für uns ganz oben", betont Hapke. Mit dem Dorfentwicklungsprogramm könne sich Sievershausen zudem für Herausforderungen wie leerstehende Höfe insbesondere im alten Dorfkern wappnen.

Als weiteres wichtiges Thema nennt Hapke die Verkehrssituation in und um Sieverhausen. Um Raser zu bremsen, fordert der Ortsrat schon seit Jahren, die Ortseinfahrten aus Richtung Oelerse und Vöhrum durch eine Verschwenkung, einen Kreisel oder eine Geschwindigkeitsbegrenzungen zu beruhigen.

Ein Dorn im Auge ist den Lokalpolitikern zudem der Lastwagenverkehr aus dem Gewerbegebiet südlich der Autobahn 2.  Stark belastet sind laut Hapke vor allem die Anwohner der Kurfürstenstraße und der John-F.-Kennedy-Straße. Lastwagen, die etwa vom Penny-Zentrallager kommen und in Richtung Uetze oder Burgdorf wollen, führen immer wieder geradeaus über den Armbosteler Weg und dann durch den Ort, anstatt die scharfe Linkskurve in die Gewerbestraße zu nehmen.

Weil sich nun auf dem so genannten Ikea-Gelände am Ambosteler Weg weitere Logistikunternehmen ansiedeln, befürchtet der Ortsrat, dass dort der Lastwagenverkehr noch einmal stark zunimmt und damit auch der Durchgangsverkehr wächst. Die Lokalpolitiker fordern daher eine Änderung der Verkehrsanbindung für die ansässigen Unternehmen. "Eine Abfahrt nach Sievershausen muss erschwert und der Verkehr über die Gewerbestraße Richtung Autobahn gelenkt werden", betont Hapke.

Der Lieblingsplatz

Zu den Lieblingsplätzen in Sievershausen gehört für Ortsbürgermeister Armin Hapke neben dem idyllischen Dorfbrunnen im Norddorf ganz klar die St.-Martinskirche. "Nach den Renovierungsarbeiten ist unser Gotteshaus nun ein echtes Schmuckstück, und die neue Orgel setzt da noch den harmonischen Schlusspunkt", findet Hapke.

Die Kirche ist dem Ortsbürgermeister sehr ans Herz gewachsen. Hapke hat dort seinen Einschulungsgottesdienst gefeiert. Er wurde dort konfirmiert und getraut, seine beiden Kinder wurden in der Kirche getauft. 2014 hat Hapke in dem Gotteshaus die Bürgerkanzelrede zum ersten Advent gehalten.

"Vielleicht fühle ich mich der Dorfkirche auch so verbunden, weil mein Großvater Pfarrer in Bayern war", sagt Hapke. Er selbst ist in Hannover geboren, wohnt aber schon seit 1969 in Sievershausen. Ortsbürgermeister darf er sich seit November 2016 nennen. Mit Christdemokrat Hapke hat Sievershausen seit 25 Jahren wieder einen "schwarzen" Ortsbürgermeister.

Die Ortschaft

Sievershausen hat rund 2500 Einwohner. Das Besondere: Die Ortschaft ist zweigeteilt. Nördlich der Autobahn A 2 bestimmen Baunenhöfe, die Kirche, das Pfarrhaus und bäuerliche Kleingärten das Bild. Südlich der Autobahn erstreckt sich ein großes Gewerbegebiet mit namhaften Unternehmen. 

Die Menschen in Sievershausen treten schon seit vielen Jahren in einem kuriosen Wettkampf gegeneinander an: In Sievershausen kämpft stets am Himmelfahrtstag das Norddorf in lustigen Spielen gegen das Süddorf, innerörtliche Grenze ist die John-F.-Kennedy-Straße.

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Von Katja Eggers

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