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Hunderte Bahngäste stranden in Immensen

Lehrte Hunderte Bahngäste stranden in Immensen

Bei brütender Hitze und während einer Unwetterwarnung sind am Sonntagnachmittag nach dem Blitzeinschlag im Stellwerk Lehrte Hunderte Reisende im Bahnhof Immensen-Arpke gestrandet und saßen dort zwei Stunden fest. Das Krisenmanagement der Eisenbahngesellschaft Metronom sei inakzeptabel gewesen, meint ein betroffener Fahrgast aus Köln.

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Das kurze Unwetter am Sonntag hat in Lehrte den Bahnverkehr gehörig durcheinandergebracht - die Feuerwehr dagegen musste nur einen umgestürzten Baum zerlegen und vom Burchard-Retschy-Ring entfernen.

Quelle: Feuerwehr Lehrte

Immensen/Arpke. Ein Blitzeinschlag, der den Zugverkehr im Raum Hannover am Sonntag gehörig durcheinandergewirbelt und teilweise sogar lahmgelegt hat, gilt zwar als höhere Gewalt - doch wie das Unternehmen Metronom damit umgegangen sei, sei nicht akzeptabel, meint Klaus Motzet aus Köln. Er sei mit dem Zug "Enno" auf dem Weg von Gifhorn nach Hannover gewesen, als es in Immensen plötzlich hieß: "Alles aussteigen." Nach seiner Schätzung standen auf einmal rund 200 Fahrgäste auf dem Bahnsteig des kleinen Haltepunktes. Im Halbstundentakt seien weitere Züge dazugekommen, sodass sich schnell mehrere Hundert Reisende dort drängten.

 Auf dem Bahnsteig habe es kaum Sonnenschutz und keinen Unterstand gegeben, sagt der 56-Jährige. "Einige ältere Leute sind dehydriert." Abreisende Besucher des Zytanien-Festivals im Ort hätten spontan Wasser verteilt. Auch habe es Unsicherheiten wegen der Unwetterwarnung gegeben - das dies letztlich an Hannover vorbeigezogen war, habe ja niemand wissen können. "Das ist unverantwortlich, denn das hätte auch übel ausgehen können." Dennoch sei die Stimmung unter den Reisenden relativ gelassen gewesen.

Auch die angekündigten Ersatzbusse seien nicht gekommen. Erst nach zwei Stunden sei ein Doppelzug eingetroffen, der alle Fahrgäste mitgenommen habe - und daher bis auf den letzten Stehplatz gefüllt gewesen sei. Dafür mussten Hunderte aber erst einmal durch die Unterführung auf die andere Seite der Bahnstrecke, da ein Gleis zugunsten des ICE-Verkehrs von Hannover nach Berlin für den Regionalverkehr gesperrt war. Was den Kölner wundert: Nachdem sie ausgestiegen seien, seien die Züge wieder leer zurück in Richtung Wolfsburg gefahren. "Dann hätte man die Leute auch mitnehmen können, denn dort hielten wegen des Blitzschlags auch außerplanmäßig ICEs."

Für Motzet ist es eindeutig, dass die Eisenbahngesellschaft Metronom beim Krisenmanagement versagt hat. "Für solche Notfälle braucht man einen Plan B", sagt der 56-Jährige. Er sei schließlich mit drei Stunden Verspätung zu Hause in Köln angekommen. Von Metronom war gestern auf Anfrage bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu erhalten.

 Der Blitzeinschlag hat die Bahnunternehmen in Atem gehalten - die Feuerwehren dagegen nicht. Nach dem kurzen Unwetter war in Lehrte lediglich eine trockene Tanne auf den Burchard-Retschy-Ring gestürzt, den die Feuerwehr mit einer Motorsäge zerkleinerte und beseitigte. In Sehnde meldete die Feuerwehr Fehlanzeige.

Von Oliver Kühn

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