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Poetry Slam: Der pralle Spaß an Sprache

Lehrte Poetry Slam: Der pralle Spaß an Sprache

Dichterschlacht auf dem Dorf: Beim ersten Poetry Slam in der Arpker Bücherei haben neun Teilnehmer eigene und fremde Texte vorgetragen und das Publikum darüber abstimmen lassen. Wer am Ende gewonnen hatte, war aber letztlich egal - der Spaß an der Sprache stand ganz klar im Vordergrund.

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Anette Radtke-Schwandt liest beim Poetry Slam in der Arpker Bücherei einen Auszug aus ihrem Roman über Adele vor.

Quelle: Katja Eggers

Arpke. Das Spektrum der vorgetragenen Texte war beim Wortwettbewerb ebenso vielseitig wie die Schar der Teilnehmer. Neun waren es insgesamt, die sich inmitten von Bücherregalen ans Rednerpult stellten. Vier waren zwischen 16 und 25 Jahren, fünf gehörten zu den älteren Semestern. "Das ist eine schöne Mischung", fand Tina Biermann von der federführenden Aktionsgruppe Lesecafé der Bücherei.

Welche Texte beim ersten Arpker Poetry Slam überhaupt zu hören sein würden, darauf waren die Organisatorinnen ebenso gespannt wie die rund 30 Zuhörer. "Wir haben so etwas noch nie gemacht und uns jetzt einfach mal getraut", erklärte Biermann, die jedem Zuhörer zur Begrüßung drei Steinchen in die Hand drückte. "Damit wird am Ende abgestimmt. Ihr könnte alle drei Steine eurem Favoriten geben oder sie verteilen", erklärte Biermann den Zuhörern und zeigte dazu auf die Gläser mit den Namen der neun Teilnehmer.

Schon Merle Bühne, mit 17 Jahren die Jüngste beim Arpker Poetry Slam, sorgte mit ihrem selbst verfassten Text "Zeugnis geben" über Gott und die Macht des Glaubens beim Publikum für lautstarke Lobeshymnen.

Anette Radtke-Schwandt las derweil aus ihrem noch in Arbeit befindlichen "Roman über Adele" vor und brachte die Zuhörer mit großer Gestik, viel Mimik und Tagebuchaufzeichnungen zum Schmunzeln. Darin schwärmte eine 16-Jährige erst von einem gewissen Uwe, wurde dann von diesem geschwängert und musste dann von dem unheimlich attraktiven Frauenarzt Dr. Lorenz erfahren, dass sie schon in der 13. Woche ist.

Tiefgründiger wurde es bei den Auftritten von Moritz Roscher und Markus Siemens. Beide hatten ihre Texte selber verfasst. Roscher übte Kritik an einer oberflächlichen Gesellschaft und gefühllosen Individuen, die sich nur noch von der Masse lenken lassen. Siemens rügte das "Du bist, was du hast"-Motto der heutigen Zeit und endete mit den Worten "Es ist genug, wenn du bist".

Die meisten Steinchen hatte am Ende die Arpkerin Gerda Michael im Glas. Ihr selbst verfasstes Gedicht über den Arpker Kreisel, den viele im Ort als völlig überflüssig empfinden, sorgte nicht nur für Schmunzeln sondern auch für so manches zustimmendes Kopfnicken.

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Von Katja Eggers

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