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Umbau beginnt: Die Dampflok verändert sich

Lehrte Umbau beginnt: Die Dampflok verändert sich

Huch, was ist denn da passiert!? Die historische Dampflok an der Bahnhofstraße macht neuerdings geradezu zerfledderten Eindruck. Einzelteile sind verschwunden – und manch ein Lehrter mutmaßt nun, Metalldiebe könnten an der Lok zu hantiert haben. Tatsächlich hat jedoch in Fachmann damit begonnen, das Stahlross in seinen originalen Zustand zu versetzen und dazu erst einmal Teile demontiert.

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Der Umbau der Lehrter Dampflok in den originalzustand beginnt. Als erstes hat Bernd Framke die Windleitbleche an der Front entfernt.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Sehr markant haben sie ja ausgesehen, die sogenannten Windleitbleche links und rechts an der Front der Damplok. Doch originalgetreu waren sie für ein Exemplar der Baureihe 52, gefertigt bei Krauss-Maffei in München anno 1943 als sogenannte Kriegslok, aber nicht. Um genau solch ein Exemplar handelt es sich aber bei der Lehrter Lok. Ihr bewegtes Schicksal brachte es mit sich, dass nach dem Krieg immer wieder an ihr gewerkelt, geschraubt und geschweißt wurde.

Für einen Dampflokenthusiasten wie Bernd Framke aus Wettmar ist das ein Graus. Er hat zu Beginn dieses Jahres die ehrenamtliche Patenschaft für die Lehrter Damplok übernommen. Sein Ziel: Die Rückführung des alten Schienenrosses in seinen originalen Zustand von vor mehr als 70 Jahren. Denn so, wie sie bisher an der Bahnhofstraße stand, sei sie Lok „niemals auf den Gleisen in Lehrte unterwegs gewesen“, sagt Framke. Und sein Ziel sei es nun, eine „schöne Lok“ zu schaffen, die „ein realistisches Bild abgibt“ und wirklich zur alten Eisenbahnerstadt passt.

Tatsächlich ist die alte Lehrter Dampflok nach dem Weltkrieg in die Bestände der DDR-Reichbahn übergegangen. Dort wurde sie zu einer sogenannten Reko-Lok. Das heißt, sie wurde rekonstruiert und dann im Schienenverkehr eingesetzt. Das war 1969. Seit dem Jahr 2002 steht das mächtige schwarze Ungetüm an der Bahnhofstraße.

Framke, der sich seit rund 40 Jahren mit Damploks beschäftigt und als Fahrdienstleiter im hannoverschen Hauptbahnhof arbeitet, hatte schon vor mehr als einem halben Jahr angekündigt, die Lehrter Lok umzubauen. Das sei auch alles mit den Verantwortlichen bei der Stadt abgesprochen, sagt er. Die Entfernung der Windleitbleche und des sogenannten Mischvorwärmkastens am Schornstein seien bereits die augenfälligsten Veränderungen, betont er. Es werde aber noch einiges passieren, „was erkennbar sein wird“, etwa die Erneuerung verrosteter Bereiche oder der Abbau des sogenannten Dampfdoms und eines der „Sandkasten“ auf dem Kessel. Denn all das hat nichts mit dem Original der 52er-Baureihe zu tun. Aber auch Arbeiten an Details hat sich Framke vorgenommen. „Aber wenn man alle Feinheiten machen will, wird man nie fertig“, sagt er.

Ein Enthusiast für alte Dampfloks

Vor rund einem Jahr stand die Stadt vor einem ungewöhnlichen Problem. Wer kümmert sich um die historische Lok an der Bahnhofstraße, die eine Art Wahrzeichen für die Eisenbahnerstadt ist? Der letzte der damaligen ehrenamtlichen Helfer hatte der Stadt angekündigt, die Arbeit aus Altersgründen nicht mehr machen zu können. Es wurde also ein Dampflokomotiven-Fachmann mit viel Zeit und Einsatzfreude gesucht. Es fand sich Bernd Framke (52) aus Wettmar. Er ist seit seit frühester Jugend von allem fasziniert, wass mit Dampfloks zu tun hat: Technik, Historie, Fahrbetrieb. Im vergangenen Winter erklärte er sich bereit, die Lehrter Lok zu betreuen.

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So sah die Lok an der Bahnhofstraße bisher aus.

Quelle: Achim Gückel

Von Achim Gückel

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