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Bibliotheksgesellschaft wird 30

Lehrte Bibliotheksgesellschaft wird 30

Vorlesestunde am Nichtschwimmerbecken, Märchen in den Geschäften am verkaufsoffenen Sonntag und Lehrter, die aus ihren Lieblingsbüchern vorlesen: Veranstaltungen der Bibliotheksgesellschaft sind aus dem Kulturleben der Stadt nicht mehr wegzudenken. Am Freitag feiert sie ihr 30-jähriges Bestehen.

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Alles dreht sich um das gedruckte Wort: Die Bibliotheksgesellschaft wurde 1985 als Förderverein für die Stadtbibliothek gegründet.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Die langjährige Vorsitzende Almuth Fischer erinnert sich noch gut an die Gründung der Gesellschaft im Jahr 1985. Es sollte ein Förderverein für die Stadtbibliothek her, die seinerzeit als Kultureinrichtung nicht unbedingt mit städtischen Zuwendungen überschüttet worden sei. „Damals hatte Lehrte mit der Kultur nicht so viel am Hut“, sagt Fischer. In Zeiten knapper Kassen blieben halt kulturelle Einrichtungen leicht mal auf der Strecke. Und um dem etwas entgegenzusetzen, gründete sich die Lehrter Bibliotheksgesellschaft nach dem Vorbild eines Cuxhavener Vereins, der auch anfangs die Patenschaft übernahm.

Seither arbeiten die Mitglieder der Bibliotheksgesellschaft Lehrte mit viel Einsatz für die Bücherei- und die Leseförderung. Welche Literatur in der Eisenbahnerstadt ankommt, mussten die rund 100 Mitglieder jedoch erst einmal herausfinden. Nicht jeder Anlauf war von Erfolg gekrönt. So erwies es sich trotz Veranstaltungen wie Jugendbuchwochen und Bibliotheksfesten als ausgesprochen schwierig, junge Leute zu erreichen.

Die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Margaretha Ehlvers, beschreibt die Ausrichtung der aktuellen Aktivitäten wie folgt: „Wir konzentrieren uns auf Reihen, die ankommen.“ Und das sind nicht wenige. Neben der stets ausgebuchten Busreise mit dem Titel „Lesen an ungewöhnlichen Orten“ sind das vor allem die Lesungen „Lehrter für Lehrte“ und der seit 2004 existierende Lesekreis, der sich monatlich in den Räumen der Stadtbibliothek trifft. Bereits die Jüngsten im Kindergartenalter fürs Lesen zu begeistern ist das Ziel der Vorlesestunde, die jeden Mittwoch außerhalb der Ferien von 16 bis 17 Uhr in der Bücherei an der Burgdorfer Straße angeboten wird.

Auf die beliebten Märchenlesungen während des mit „Herbstzauber“ überschriebenen verkaufsoffenen Sonntags müssen die Lehrter in diesem Jahr allerdings verzichten. „Wir haben es versucht, das wieder auf die Beine zu stellen, sind aber sowohl im Vorstand als auch bei den Ehrenamtlichen so knapp besetzt, dass wir es nicht hinbekommen haben“, sagt Ehlvers.

Es mangelt an Nachwuchs

Bei aller Freude über 30 Jahre Bibliotheksgesellschaft Lehrte gibt es auch einen Wermutstropfen. Ob der arrivierte Verein auch noch sein 40-jähriges Bestehen erleben werde, sei nicht sicher, meint die stellvertretende Vorsitzende Margaretha Ehlvers. Die Mehrzahl der Mitglieder sei betagt, aktiven Nachwuchs zu finden ausgesprochen schwierig. So mussten bereits die beliebten Bücherkisten in den Altenheimen aufgegeben werden, weil es an Ehrenamtlichen dafür fehle. „In einem bestimmten Alter stehen Familie, Kinder, Beruf und Gesundheit im Vordergrund. Da rangiert die Bibliotheksgesellschaft weit hinten“, sagt Ehlvers. „Wir freuen uns über jedes neue Mitglied, das bei uns aktiv etwas tun will.“ Interessenten können sich in der Stadtbibliothek an der Burgdorfer Straße melden. Weitere Ansprechpartner finden sich auf bg-lehrte.de.

Von Sandra Köhler

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