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Mit Stoppuhr: Wie lange sind Schranken unten?

Lehrte Mit Stoppuhr: Wie lange sind Schranken unten?

Wie viele Stunden pro Tag ist die Bahnschranke an der Peiner Heerstraße in Aligse geschlossen? Antwort auf diese Frage soll jetzt eine 24-Stunden-Aktion der Initiative StARK (Steinwedel-Aligse-Röddensen-Kolshorn) geben. Die Bürger wollen die Schließzeiten mit der Stoppuhr messen.

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Der Bahnübergang in Aligse: Wie lange sind die Schranken täglich geschlossen? Bürger wollen das jetzt mit der Stoppuhr ermitteln.

Quelle: Achim Gückel (Archiv)

Steinwedel/Aligse. Rund 220 Züge pro Tag passieren den Bahnübergang in Aligse laut aktuellen Zählungen. Doch wie lange dadurch das Rotlicht für Autofahrer leuchtet und die Schranken unten sind, kann niemand ganz genau sagen. Gefühlt ist es jedoch eine Ewigkeit - zumindest für all jene, die häufig mit ihrem Auto den Übergang passieren müssen. Insbesondere Steinwedeler ärgern sich über die ihrer Ansicht nach häufig viel zu langen Schließzeiten. Für sie führt die wichtigste Verkehrsverbindung in Richtung Lehrte über diesen Bahnübergang.

Nun nimmt sich das im vergangenen Jahr gegründete Infrastrukturforum StARK der Sache erneut an. Die Bürgerinitiative sieht sich als ein Sprachrohr für die Menschen aus Lehrtes Nord-Dörfern und will laut deren Sprecher Udo Rösler die Entwicklung aller vier Ortschaften voranbringen. Dazu gehöre ganz zentral das leidige Problem mit dem Bahnübergang, sagt der Steinwedeler.

Unlängst hat Rösler das Vorhaben von StARK im Steinwedeler Ortsrat vorgestellt. Vom 31. Mai, 6.15 Uhr, bis zum frühen Morgen des 1. Juni werde man am Bahnübergang nicht nur die dort passierenden Züge noch einmal genau zählen, sondern auch "die konkreten Schrankenschließzeiten ermitteln". Die Polizei sei über diese Aktion bereits informiert, 16 Helfer gebe es auch schon, betont Rösler. "Aber wir wünschen uns noch mehr Mitstreiter", sagt der Initiator, der Anmeldungen noch unter der Mailadresse info@infraforum-StARK.de entgegennimmt.

Im Ortsrat hatte Rösler nachdrücklich betont, welche Probleme die Bahnschranke den Autofahrern mitunter mache. Teils stauten sich die Autos auf der Peiner Heerstraße hunderte von Metern bis zur Bundesstraße 443 zurück. Mitunter sei es unmöglich, solch einen Stau in einem einzelnen Öffnungszyklus der Schranke abzubauen.

Schon im März hatten Mitglieder von StARK bei Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk vorgesprochen und das Problem mit der Schranke beklagt. Baudezernent Burkhard Pietsch schrieb daraufhin an die Bahn und bat darum, eine "kurzfristige Verbesserung in Bezug auf die Öffnungszeiten der Schranken" zu prüfen. Die nur zehn Tage später im Rathaus eintreffende Antwort von Ulrich Bischoping, Konzernbevollmächtigter der Bahn für Bremen und Niedersachsen, fiel ernüchternd aus. Die Trasse Celle-Lehrte werde zwar viel genutzt, und die damit verbundenen Schließzeiten von Bahnschranken führten damit "wie an vielen anderen dicht belegten Strecken zu Beschwerden seitens der Verkehrsteilnehmer". Bischoping merkt aber auch an, dass es an anderen Bahntrassen noch weitaus höhere Zugzahlen und Schrankenschließzeiten gebe.

Die Sicherungstechnik an solchen Bahnübergängen derart anzupassen, dass die Schranken kürzer geschlossen sind, sei zwar wünschenswert, erweise sich aber "auch im konkreten Fall als nicht umsetzbar", urteilt Bischoping. Die Vorgaben aus den entsprechenden Regelwerken und den Bedingungen der Signalisierung erlaubten kein späteres Schließen der Schranken.

Die Initiative StARK fült sich mit diesen Aussagen regelrecht abgespeist. "Diese Antwort ist eine Frechheit, das Problem wird nur hin und her geschoben", sagte Rösler im Ortsrat.

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