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Kleingärtner wollen Sicherheit

Lehrte Kleingärtner wollen Sicherheit

Ein gehörig Maß an Frust, Unsicherheit und Verbitterung war spürbar, als Bürgermeister Klaus Sidortschuk, Bezirksbandsvorsitzender Peter Heinze sowie Reiner Bode und Daniela De Luca vom Vorstand im Feierabend-Vereinsheim über den neuesten Stand der geplanten Umsiedlung der Kolonie informierten.

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Mehr als 60 Kleingärtner waren am Sonnabend ins Vereinsheim des KGV Feierabend gekommen, um von Bürgermeister Klaus Sidortschuk den aktuellen Stand der Verhandlungen über die mögliche Umsiedlung der Kolonie und Entschädigungszahlungen zu erfahren. 

Quelle: Sandra Köhler

Lehrte. "Es ist schön, dass sie gekommen sind. Dann können wir unmittelbar ins Gespräch kommen und Fragen direkt beantworten", begrüßte Bürgermeister Klaus Sidortschuk die mehr als 60 Gartenfreunde. Ihnen brannten Fragen zur Zukunft ihrer Parzelle, zu Entschädigungszahlungen und zum genauem Ablauf eines eventuellen Umzugs auf das am Hohnhorstsee vorgesehene Ersatzgrundstück auf den Nägeln. Indes - so konkret und verlässlich wie sie es gerne gehabt hätten, bekamen sie es nicht. Das sei den laufenden Verhandlungen zwischen Bezirksverband und Stadt, aber auch denen zwischen Verband und  potentiellem Verpächter geschuldet, sagte Bürgermeister Sidortschuk. "Wir können nur mitteilen, was sicher ist und deshalb sind wir hier", meinte der Bürgermeister.

Denn noch ist die Umwidmung des Kleingartenvereins an der Manskestraße in Bauland noch nicht politisch beschlossen. Zunächst müsste der Lehrter Rat in seiner Novembersitzung und die Region Hannover als Aufsichtsbehörde dem Vorhaben zustimmen. Nach der zweiten öffentlichen Auslegung im Januar könnte der Rat dann über eine Flächennutzungsplanänderung abstimmen. Wenn die Politiker wie zu erwarten solcherart der Umwandlung des Grundstücks in Bauland zustimmen, werde die Stadt dem Bezirksverband  "frühestens im Februar 2018" kündigen und dieser erst danach den einzelnen Kleingärtnern, sagte Sidortschuk.

Zeitgleich mit dieser Kündigung, so der Bürgermeister, werden die Kleingärtner einen Auflösungsvertrag mit zwei Optionen erhalten. Wer den Vertrag annehme und zusätzlich einer Übersiedlung an den Hohnhorstsee zustimme, erhalte dafür sogar eine Starthilfe von der Stadt. "Es geht um eine finanzielle Starthilfe, die Stadt wird aber keine Lauben bauen", trat der Bürgermeister Gerüchten entgegen. Wer seinen Garten aufgeben oder in einen anderen Verein wechseln wolle, werde gemäß geltendem Recht des Bundeskleingartengesetzes entschädigt. Die Höhe werden unabhängige Gutachter in jedem einzelnen Fall ab Februar feststellen.

In beiden Fällen brauchen sich die Kleingärtner nicht um die Entsorgung von Laube und anderen Gegenständen zu kümmern. "Aber bitte stellen sie uns nicht zwei Waschmaschinen zusätzlich drauf", sagte Sidortschuk. Wer lediglich die Kündigung akzeptiere, müsse selbst für die Entsorgung sorgen. Die genauen Konditionen als Ergebnisse der Verhandlungen über den 12-Punkte-Plan zwischen Bezirksverband und Stadt stünden voraussichtlich Mitte Oktober fest, sagte Sidortschuk: "Wenn sie den Auflösungsvertrag bekommen, wissen sie genau, worauf sie sich einlassen."

Das vorgesehene Ersatzgelände mit seinen 60 Parzellen und Platz für Vereinsheim und Spielplatz werde die Stadt mit Wegen erschließen, Wasser und Strom legen lassen, versicherte Sidortschuk den Kleingärtnern. Und zwar auch dann, wenn sich weniger als 60 Mitglieder des Kleingartenvereins zu einem Umzug bereit finden. "Das Risiko gehen wir ein", sagte er. Geplant sei eine Fertigstellung des Geländes zum 30. November. Für dem Umzug auf das neue Gelände sollen die Kleingärtner eine Karenzzeit gekommen, innerhalb derer sie keine doppelte Pacht zahlen müssen. Mit der Flächennutzungsplanänderung sichere die Stadt nach Kräften auch den geplanten neuen Standort der Kolonie. "Was in 50 Jahren ist, kann aber keiner sagen", meinte Sidortschuk. Peter Heize vom Bezirksverband versprach, in den Verhandlungen mit dem Eigentümer eine möglichst lange Pachtdauer anzustreben.

Aktionsbündnis kämpft weiter für den Bestand am alten Standort

Während die meisten Kleingärtner sich mit der Aufgabe ihrer Kolonie am seit 90 Jahren angestammten Ort bereits abgefunden zu haben scheinen, kämpfen einige der Lehrter Laubenpieper aber immer noch für deren Erhalt. Aktuell bereiten die Laubenpieper mit den Lehrter Piraten in einem Aktionsbündnis in Lehrte an verschiedenen Stellen in Lehrte Feinstaubmessungen vor. Die Laubenpieper von der Manskestraße unterstützen diese. Zu hohe Feinstaubwerte auf dem Grundstück des bestehenden Kleingartenvereins an der Manskestraße könnten möglicherweise ein Baugebiet an selber Stelle verhindern. Dem Aktionsbündnis zur Beschaffung, Installation und Messung von Feinstaub gehören neben den Piraten und den Laubenpiepern der Siedlerbund Hohnhorst Lehrte und Die Linke an. Sebastian Frenger von der Partei Die Piraten kümmert sich um Beschaffung, Zusammenbau, Installation und Inbetriebnahme der Messstellen.

Von Sandra Köhler

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