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Bundesrechnungshof watscht Deutsche Bahn ab

Lehrte Bundesrechnungshof watscht Deutsche Bahn ab

Das ist Wasser auf die Mühlen der Bürgerinitiative Megaleise und der Stadt: Der Bundesrechnungshof hat den geplanten Megahub, den riesigen Containerumschlagplatz der Deutschen Bahn in Ahlten, als "ungeeignete Pilotanlage" bezeichnet und empfiehlt, diesen nicht weiter mit Bundesmitteln zu finanzieren.

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In Sichtweite der Wohnbebauung in Ahlten soll der Megahub entstehen.

Quelle: Oliver Kühn (Archiv)

Ahlten. Auch das Bundesverkehrsministerium kommt in dem Bericht nicht gut weg. "Das Ministerium hält daran fest, eine neuartige Anlage für den Containerumschlag als Pilotanlage zu fördern, obwohl sie sich hierfür nicht mehr eignet", heißt es wörtlich. Der geplante Megahub mit Krananlage, vollautomatischer Sortieranlage und sechs Gleisen soll 100 Millionen Euro kosten. Bahn und Ministerium haben dagegen angekündigt, an ihren Plänen festzuhalten.

Megahubs seien noch nicht erprobte Anlagen für den Umschlag zwischen Güterzügen und Lastkraftwagen, urteilt der Bundesrechnungshof. Nun wolle das Ministerium zeitgleich zwei Megahubs in Lehrte und Duisburg finanzieren - obwohl bisher nicht nachgewiesen sei, dass solche Anlagen wirksam und wirtschaftlich sind. Dieser Nachweis könne mit der Anlage in Duisburg wesentlich schneller und kostengünstiger erprobt werden.

BI-Sprecher Maik Reiß nimmt die Entwicklung zufrieden zur Kenntnis: "Das schlägt in unsere Kerbe." Der Bundesrechnungshof habe nun grundsätzlich festgestellt, das das Projekt in Ahlten nicht passe. Gerade beim Lärmschutz habe die Bahn schlecht gearbeitet und aktuelle Gesetze ignoriert. "Wenn die Bahn jetzt trotzdem bauen will, ist die Politik gefordert", sagt Reiß.

Auch die Stadt fühlt sich durch den Hinweis des Bundesrechnungshofs bestätigt, dass "veränderte Rahmenbedingungen" zu der Beurteilung geführt hätten. Darauf hatte die Stadt in ihrer Stellungnahme hingewiesen, die vom Rat einhellig verabschiedet wurde: Die Planungen seien so oft verändert worden, dass ein ganz neues Planfeststellungsverfahren eröffnet werden müsste, sagt Sprecher Fabian Nolting.

Das Eisenbahnbundesamt, das letztlich über den Bau des Megahubs entscheidet, war am Montag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Von Oliver Kühn

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