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Paukenschlag: Deneke-Jöhrens fliegt aus Landtag

Lehrte Paukenschlag: Deneke-Jöhrens fliegt aus Landtag

Das ist ein Paukenschlag: Der langjährige Lehrter CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Joachim Deneke-Jöhrens gehört dem neuen Parlament nicht mehr an. Als einziger Lehrter sitzt dort nun AfD-Mann Stefan Henze. Bei Grünen und FDP herrscht nach Verlusten Enttäuschung - beide Parteien favorisieren eine Ampel-Lösung mit der SPD.

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Ist nicht mehr im Landtag vertreten: Hans-Joachim Deneke-Jöhrens (CDU).

Quelle: Archiv

Lehrte. "Ich habe damit gerechnet, nur in der Deutlichkeit war das enttäuschend", resümiert Deneke-Jöhrens, der 5,7 Prozentpunkte hinter seiner SPD-Herausforderin Thordies Hanisch lag. Platz 35 auf der Landesliste reichte nicht. Vor vier Jahren hatte der Christdemokrat seinen Wahlkreis noch hauchdünn gewonnen. Die "bittere Niederlage" entspreche dem negativen Bundes- und Landestrend. Doch das Leben gehe weiter: Jetzt werde er seinen landwirtschaftlichen Betrieb verstärkt allein führen.

Pure Freude herrscht dagegen bei der SPD. "Wir hatten Hoffnung auf den Sieg, doch dass er so deutlich ausfällt, war eine große Überraschung", sagt Parteichef Bodo Wiechmann. Der Wähler habe keinen Politikwechsel gewollt, und die Präsenz der Kandidatin Thordies Hanisch und mehr als 1000 Haustürbesuche hätten Erfolg gezeigt. Mit der gelernten Stadtplanerin aus Uetze habe man nun bei Themen wie Megahub, Alpha-E-Trasse oder A2 Fachkompetenz vor Ort. "Das kann für uns nur besser werden." In Sachen Regierungsbildung favorisiert Wiechmann eine Ampelkoalition mit der FDP wie in der Landeshauptstadt.

Enttäuscht über die "herben Verluste" ist Roland Panter, Sprecher der Grünen im Ortsverband Lehrte: "Wir wollten zweistellig werden und Rot-Grün fortsetzen, konnten die Menschen aber offensichtlich nicht überzeugen." Dennoch bleiben die Grünen drittstärkste Kraft. Als Gründe für das schlechte Abschneiden führt Panter den fehlenden Fukushima-Effekt sowie den starken Lagerwahlkampf zwischen SPD und CDU an, bei dem offenbar viele Wähler strategisch gewählt hätten und zur SPD gewechselt seien. Er hoffe nun, dass sich die FDP als moderne Kraft einbringen und mitgestalten will: "Eine Ampelkoalition wäre auch für mich die Lösung."

Enttäuschung auch bei Dieter Münstermann, Vorsitzender der Lehrter FDP. "Ich hatte mir erhofft, dass wir mit 10 Prozent zweistellig oder wenigstens drittstärkste Kraft werden." Vielleicht habe die FDP zuviel über Digitalisierung und zu wenig über Rente gesprochen. Sein Wunsch sei eine schwarz-gelbe Koalition gewesen. Im Augenblick sehe er nur eine Große Koalition, doch eine Ampel wäre Münstermann deutlich lieber.

Erleichtert ist der erstmals angetretene und gleich gewählte AfD-Abgeordnete Stefan Henze - der auch ein Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde für möglich gehalten hatte. "Ich bin froh, das es nicht so gekommen ist." Der positive Bundestrend habe wegen innerparteilicher Querelen nicht in Niedersachsen durchgeschlagen und etwa nach dem Weggang von Frauke Petry viele verunsicherte Wähler zurückgelassen. Welchen Kurs die AfD im Landtag einschlagen will und wen unterstützen, ließ Henze noch offen.

Mehr erhofft hätte sich auch Christoph Lokotsch von den Linken - dennoch habe die Wahl mit Blick auf die Zukunft auch Positives gehabt: "Wir haben bei jungen Leuten punkten können und seit der Bundestagswahl 25 Prozent mehr Mitglieder im Ortsverband Lehrte/Sehnde." Er halte eine Große Koalition für am wahrscheinlichsten. Dass es kein Linksbündnis geben könne, habe Weil selbst zu verantworten.

Von Oliver Kühn

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