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AfD, FDP und Linke sind die Wahlgewinner

Lehrte AfD, FDP und Linke sind die Wahlgewinner

CDU und SPD verlieren in Lehrte beide Stimmen und liegen mit knapp über 30 Prozent nahezu gleichauf. FDP und Linke legen zu, die AfD wird erstmals drittstärkste Kraft. Lehrte liegt mit diesem Ergebnis voll im Bundestrend.

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Morgens ging es in der Albert-Schweitzer-Schule im Wahlbüro 3 bei den Wahlhelfern Mike Born (von links), Elke Sievers, Harry Fritsch und Tobias Klepartz noch ruhig zu.

Quelle: Patricia Oswald-Kipper

Lehrte. „Wir haben unser Ziel erreicht. Matthias Miersch kann wiederholt als Direktkandidat in den Bundestag einziehen“, sagt Lehrtes SPD-Chef Bodo Wiechmann. 36 Prozent der Lehrter gaben Miersch ihre Stimme – 1,5 Prozent mehr als Maria Flachsbarth (CDU).

Bei den Zweitstimmen verlieren die beiden großen Parteien aber jeweils mehr als 6 Prozentpunkte. „Die Lehrter Themen haben bei der Wahl keine Rolle gespielt“, ist sich Bodo Wiechmann sicher. Das Ergebnis werde jetzt im Detail analysiert, sagt Wiechmann. Daraus sollen auch Schlüsse für den anstehenden Landtagswahlkampf folgen. „Wir werden das Thema Bildung hier noch stärker in den Fokus rücken“, sagt Wiechmann. Da wolle man sich klar von der CDU absetzen, die auf Landesebene zurück zum dreigliedrigen Schulsystem wolle. Auch die Flüchtlingsdebatte habe die vergangene Bundestagswahl bestimmt, ist Wiechmann überzeugt. „Hier gilt es, das Thema einmal lokal widerzuspiegeln“, sagt der Lehrter SPD-Chef.

Lehrtes CDU-Chef Hans-Joachim Deneke-Jöhrens ist indes enttäuscht vom Ausgang der Wahl: „31 Prozent sind für uns hier in Lehrte eindeutig zu wenig, damit kann man sich nicht zufrieden geben.“ Er bedauert die Verluste – die seine Partei trotz der guten Wahlbeteiligung (77,7 Prozent) in Lehrte einfuhr. Auch in Ahlten, einer CDU-Hochburg, kamen die Christdemokraten nur auf 34,2 Prozent der Stimmen. Deneke-Jöhrens vermutet, dass CDU-Stimmen auch bei der FDP (9,9 Prozent) oder bei der AfD (11,9 Prozent) gelandet sind. „Da liegt Lehrte wohl im Bundestrend.“ Der Lehrter bereitet sich schon jetzt auf die Landtagswahl am 15. Oktober vor, bei der er selbst kandidiert und klebt neue Plakate. Er will in den nächsten Wochen vor allem die Themen Schule, Innere Sicherheit, Umwelt und Landwirtschaft sowie die Flüchtlingspolitik stärker in den Fokus rücken.

Die Lehrter Grünen verlieren ebenso wie die Piraten leicht gegenüber der Wahl vor vier Jahren. Die Partei landet in Lehrte auf dem vierten Platz mit 8,6 Prozent. Für Parteichef Roland Panter ist das mit Blick auf die zurückliegende Kommunalwahl „ein respektables Ergebnis“. Als Bundestagsabgeordneter kann er nun zwar nicht in Berlin mitmischen, „aber wir werden hier auf Landesebene weitermachen und unsere Themen voranbringen“, sagt Panter in Anbetracht auf die bevorstehende Landtagswahl.

Zu den Gewinnern zählt auch in Lehrte die AfD. Stadtweit gaben dieser Partei 10,8 Prozent der Lehrter ihre Stimme. Sie konnte damit gegenüber 2013 in der Eisenbahnerstadt ein Plus von 7 Prozentpunkten erreichen. „Wir liegen damit im Bundestrend“, sagt Stefan Henze, AfD-Kreisvorsitzender Hannover-Land. In Lehrte habe man auch Nichtwähler mobilisieren können, meint Henze. Die AfD will im Landtagswahlkampf „sehr sachbezogen weiterarbeiten“. So spiele in Lehrte das Thema Bildung eine große Rolle, sagte Henze. Die AfD unterstützt dabei die Ansichten der CDU und will das dreigliedrige Schulsystem behalten und eine IGS daneben tolerieren.

Ein Plus von 4,6 Prozentpunkten verzeichnen auch die Lehrter Liberalen. Sie kamen stadtweit auf 8,6 Prozent. Laut Dieter Münstermann beweist dies, dass der Einfluss der Liberalen stärker erwünscht wird – „vor allem vom Mittelstand“. Themen wie die Flüchtlingspolitik seien nicht das alleinige Revier der AfD. „Das war eines der Hauptthemen bei der Bundestagswahl“, sagt Münstermann.

Zu den Gewinnern zählen in Lehrte auch die Linken, die mit 6,6 Prozent der Stimmen ein Plus von 1,5 Prozentpunkten verbuchen konnten. Als Ursache sieht Parteichef Christoph Lokotsch auch die gestiegene Wahlbeteiligung. Sein Fazit nach der Wahl: „Wir müssen uns als Parteien fragen, wie man Politik besser vermitteln kann.“

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Die Seniorinnen Erika Ludwig (von links), Ilse Czerwinsky und Herta Sack haben die Bundestagswahl für einen kleinen Spaziergang zum Kurt-Hitschfeld-Forum genutzt. "Das ist für uns selbstverständlich, das man wählen geht", sagt Erika Ludwig.

Quelle: Patricia Oswald-Kipper
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