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Jüngste Dachdeckermeisterin kommt aus Arpke

Lehrte Jüngste Dachdeckermeisterin kommt aus Arpke

Niedersachsens jüngste Dachdeckermeisterin kommt aus Arpke: Die 23-jährige Chiara Burgdorf hat sich nach dem Abitur gegen ein Studium entschieden und im väterlichen Betrieb gelernt. Im Frühjahr hat sie in dem noch durch und durch von Männern dominierten Beruf erfolgreich ihre Meisterprüfung abgelegt.

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Jüngste Dachdeckermeisterin: Chiara Burgdorf liebt ihren Beruf - und den Blick von oben.

Quelle: Privat

Arpke. Chiara Burgdorf ist 23 Jahre alt und bereits Juniorchefin in der Firma ihres Vaters. Den Dachdeckerbetrieb gibt es seit vier Generationen, erstmals führt eine junge Frau jetzt mit das Kommando. Das sei in der Firma ihres Vaters aber kein Problem, so Chiara Burgdorf: "Hier bin ich voll akzeptiert. Die Kollegen sind auch in meiner Lehrzeit gut mit mir umgegangen." Auf Baustellen sei das schon mal anders. "Da gucken die anderen Handwerker dann schon mal komisch, wenn man als Frau auf dem Dach arbeitet - in den meisten Handwerksberufen sind ja fast ausschließlich Männer beschäftigt", sagt Burgdorf. Kunden seien vor allem positiv überrascht, wenn eine Frau zum Beratungsgespräch erscheine.

Chiara Burgdorf hatte zunächst nicht vor, in die Fußstapfen ihres Vaters und Großvaters zu treten. Wie viele ihrer Freundinnen machte sie zunächst das Abitur - in der Fachrichtung Betriebswirtschaftslehre. "Ich war mit meinem Berufswunsch noch unschlüssig, daher bin ich zur Berufsberatung gegangen", erklärt die 23-Jährige. Dort wurde dann schnell klar, dass ein Studium für sie nicht infrage kommt. "Ich wollte weiter viel draußen sein und bei der Beratung wurde auch klar, dass ich gerne handwerklich arbeite", erklärt sie. So kam sie gemeinsam mit der Berufsberaterin auf die Dachdeckerlehre.

Selbst die Eltern seien von ihrem Berufswunsch überrascht gewesen: "Sie haben das gar nicht erwartet." Auch die Freundinnen hätten das zunächst nicht verstanden. "Viele haben erst gefragt, warum ich nicht mehr aus dem Abitur mache und studiere. Jetzt finden es alle cool, dass ich Dachdeckerin bin", sagt sie.

Die Ausbildung sei nicht immer leicht gewesen. Rund zwei Jahre war sie auf diversen Baustellen unterwegs und hat Dächer repariert oder komplett mit neu eingedeckt. "Das ist schon harte körperliche Arbeit, weil man ja viele Werkzeuge und Material mitschleppen muss", so Burgdorf. Anfangs sei sie noch nach jedem Arbeitstag völlig müde und kaputt ins Bett gefallen. Inzwischen habe sich ihr Körper aber an die Belastungen gewöhnt. Und der Ton auf den Baustellen sei schon oft rau. Da dürfe man nicht so zimperlich sein, sagt Burgdorf.

Heute ist sie froh, so weit gekommen zu sein. Nach der zweijährigen Ausbildung schloss sie eine zehnmonatige Meisterschule an und ist seit März nun Meisterin - zurzeit als jüngste Frau in Niedersachsen. "Der Beruf ist sehr vielseitig und macht mir viel Spaß." Zurzeit wird sie von ihrem Vater in der Büroarbeit geschult. Sie freut sich aber auch schon, wenn sie wieder draußen auf dem Dach arbeiten kann. "Man ist abends ganz anders kaputt. Und es ist einfach ein tolles Gefühl, auf einem Dach zu stehen und nach unten zu schauen."

Dachdecker sind gefragt

Es gibt im Dachdeckerhandwerk wie in anderen Handwerken generell immer weniger Nachwuchs - nur ganz selten sind weibliche Interessenten darunter. In Chiara Burgdorfs Meisterlehrgang im Ausbildungszentrum des Dachdeckerhandwerks Bremen-Niedersachsen in St. Andreasberg war nur eine weitere weibliche Auszubildende - und diese kam aus Sachsen-Anhalt und war zudem älter. Der Betrieb ihres Vaters in Arpke sucht ebenfalls noch Verstärkung. "Wir könnten noch einen Auszubildenden einstellen, aber es mangelt an geeigneten Bewerbern", sagt Otto Burgdorf, der auch stellvertretender Innungsmeister ist. Um junge Leute für den Beruf zu begeistern, hat Chiara Burgdorf bei einer Werbebroschüre für die Dachdecker-Innung mitgemacht. "Viele wissen gar nicht, wie vielseitig der Beruf inzwischen ist", sagt die 23-Jährige. Die Bandbreite reiche von der Bauklempnerei bis zur Zimmerei. Zusammen mit ihrem Vater will sie deshalb künfig auch in Schulen für den Beruf werben.

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