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Rudolf Stark: Ein Leben für die Fotografie

Lehrte Rudolf Stark: Ein Leben für die Fotografie

Rudolf Stark war ein Enthusiast in Sachen Fotografie. Sein ganzes Leben hat er seinem Beruf und Hobby gewidmet - und dabei auch so manchen Lehrter ins rechte Licht gerückt. Unlängst ist der Fotograf im Alter von 91 Jahren gestorben. Sein Sohn Christian gewährt nun Einblicke in den fotografischen Nachlass.

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Der Lehrter Rudolf Stark (1924-2016) war Fotograf mit Leib und Seele.

Quelle: Katja Eggers (Repro)

Lehrte. Unermüdlich und kreativ: Rudolf Stark war ein Macher und Gestalter. Er fotografierte schon als Kind, war bis ins hohe Alter stets unterwegs und auf der Suche nach spannenden Motiven. Von seiner großen Leidenschaft ist in dem Haus, in dem er in Lehrte lebte, auch nach seinem Tod noch viel zu spüren.

Die fotografischen Arbeiten türmen sich dort zum Teil bis unter die Decke. Bilder in Schwarzweiß und Farbe hängen an den Wänden, stehen gerahmt auf dem Boden, lehnen an den Schränken. Auf den Tischen stapeln sich Kataloge, Mappen, Alben und Abzüge. Im Obergeschoss hatte sich Stark ein Atelier zum Malen eingerichtet. Auf den Staffeleien stehen noch die Ölbilder, daneben die Pinsel in Gläsern und auf den Fensterbänken mehrere Tonskulpturen. "Ja, mein Vater war in der Tat sehr kreativ", sagt Christian Stark.

Ob beim Fotografieren, beim Filmen, als Maler oder als Bildhauer - Starks besondere Vorliebe galt den Menschen. Als Auftragsfotograf lichtete er sie bei Hochzeiten, Konfirmationen und Schützenfesten ab. Der Lehrter hatte aber auch Prominente wie Altkanzler Gerhard Schröder oder Schriftsteller Günter Grass vor der Linse. Die Künstlervereinigung APP verlieh Stark sogar einmal den Großen Preis als bester Porträt-Fotograf.

Viele Bilder entstanden zudem auf Reisen. Sie zeigen unter anderem Straßenmusiker in Lissabon, Denkmäler in Paris und die Gondeln von Venedig im Sonnenuntergang. Immer wieder finden sich Aufnahmen von Prag. Dort stellte Stark aus, dort hatte er viele Freunde und dorthin unternahm er auch mit Kunden immer wieder Fotoreisen.

Zum Zirkus Roncalli hatte Stark ebenfalls eine enge Beziehung. Er fotografierte in der Manege und hinter den Kulissen. In der Ausstellung "Menschen am Theater" zeigte er 1977 in der Handwerkskammer Hannover Aufnahmen, die im Theater am Aegi und im Ballhof entstanden sind.

"Er hätte seinen Lebensabend niemals schon mit 65 Jahren auf dem Sofa verbringen können", sagt Christian Stark. Auch mit 87 Jahren sei sein Vater noch jeden Tag mit dem Auto nach Hannover gefahren. In der Altstadt hatte Stark 1977 ein Fotostudio aufgemacht. In Lehrte führte er zudem schon seit Anfang der Sechzigerjahre ein Fotofachgeschäft, erst an der Burgdorfer Straße, später im Neuen Zentrum. 1990 gab Stark diesen Laden an Foto Haas ab. Heute ist dort "Mega-Foto" beheimatet. Das Studio in Hannover löste Stark erst im Jahr 2012 auf.

Das Fotografieren hat der gebürtige Oberschlesier von der Pike auf gelernt. In seinem Heimatort Konstadt machte er zunächst allerdings erst eine kaufmännische Lehre. Nach der Kriegsgefangenschaft in Russland verschlug es Stark dann nach Lehrte. Er arbeitete erst im Güterbahnhof und später für das Unternehmen Wintershall. Nebenher studierte er in Hannover Malerei und Grafik. Die Ausbildung zum Fotografen kam später, die Meisterprüfung legte Stark erst 1972 als 48-Jähriger ab.

Für seine Fotos besteht auch heute noch großes Interesse. Ein Galerist aus Hannover hat den Nachlass bereits unter die Lupe genommen, um Bilder für eine Ausstellung auszuwählen.

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Von Katja Eggers

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