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Citylauf-Drohung: 68-jähriger Lehrter ermittelt

Lehrte Citylauf-Drohung: 68-jähriger Lehrter ermittelt

Ein 68-jähriger Lehrter wird sich wegen der Störung des öffentlichen Friedens und der Androhung von Straftaten verantworten müssen. Er wird verdächtigt, am 1. September mit einem Sprengstoffanschlag auf den Citylauf gedroht zu haben. Das Schreiben haben die Beamten auf seinem Computer gefunden.

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Wegen der anonymen Drohungen hatte die Polizei im Vorfeld des diesjährigen Citylaufs erhöhte Präsenz gezeigt.

Quelle: Achim Gückel (Archiv)

Lehrte. Der Drohbrief des 68-Jährigen war am Mittag des 1. September bei der Lehrter Polizei und dieser Zeitung eingegangen, dem Tag des Citylaufs. Aber die Polizei hatte das Schreiben nach ersten Ermittlungen als "nicht ernsthaft" eingestuft. Passiert ist auch tatsächlich nichts. Doch weitere Überprüfungen führten offenbar schnell auf die Spur des Lehrters - denn er war bereits im vergangenen Jahr im Rahmen des Citylaufs auffällig geworden. Bei einer Hausdurchsuchung noch am selben Nachmittag hatten die Beamten seinen Computer beschlagnahmt, den Rentner aber nicht zu Hause angetroffen.

Nach Auswertung der Datenträger habe sich der Verdacht nun erhärtet, teilt die Polizeidirektion Hannover mit: Die Ermittler haben das Drohschreiben auf der Festplatte des 68-Jährigen gefunden. Der Verdächtige sei nach der Hausdurchsuchung zwar auf der Lehrter Wache erschienen, habe aber keine Aussage machen wollen und zu den Vorwürfen geschwiegen, sagt ein Polizeisprecher.

Der schnelle Fahndungserfolg hängt mit der Vorgeschichte des 68-Jährigen zusammen. Denn er war bereits im vergangenen Jahr im Rahmen des Citylaufs auffällig geworden. Aus Verärgerung über Straßensperrungen war er mit seinem VW Multivan auf mehrere Streckenposten zugefahren, nach deren Aussagen sie sich teils nur mit einem Sprung auf den Bürgersteig in Sicherheit bringen konnten. Der Rentner hatte dies geleugnet und ausgesagt, dass er nur seine schwerkranke Frau nach Hause bringen wollte. Das Gericht glaubte jedoch den Zeugen. Deshalb war er vom Amtsgericht Lehrte im Mai wegen Nötigung zu einer Geldstrafe über 1575 Euro und einem zweimonatigen Fahrverbot verurteilt worden.

Amtsgerichtsdirektor Robert Glaß hatte dem Angeklagten schon damals eine "gewisse Unbeherrschtheit" bescheinigt. Oberamtsanwältin Gabriele Hüter sprach gar von "Rambo-Verhalten". Auch bei diesem Prozess stand bereits eine Drohung gegen den Citylauf 2016 zur Verhandlung. Dabei hatte er nach Aussage eines Zeugen ebenfalls aus Verärgerung gedroht, dass er eine Bombe hochgehen lassen wolle, um damit die Veranstaltung zu verhindern. Dieser Vorwurf war jedoch fallen gelassen worden, weil sich der Zeuge vor Gericht nicht mehr an den Wortlaut erinnern konnte.

Von Oliver Kühn

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